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Der Gastdirigent rockte in Baunatal den Saal

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Von: Peter Dilling

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Gelungene Premiere mit dem Taktstock: Helge Ahrens dirigierte die Heeresmusiker mit vollem Körpereinsatz.
Gelungene Premiere mit dem Taktstock: Helge Ahrens dirigierte die Heeresmusiker mit vollem Körpereinsatz. © Peter Dilling

Mal sinfonisch, mal etwas poppig. Mal beschwingt und temporeich, mal besinnlich und getragen: Gewohnt souverän präsentierte sich das Heeresmusikkorps Kassel (HMK) bei seinem Benefizkonzert zugunsten der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) und des Kuratoriums Aktion für behinderte Menschen Region Kassel nach der Corona-Pause vor großem Publikum in der Baunataler Stadthalle.

Baunatal – Und doch stahl ein Gast dem Leiter des Heeresmusikkorps, Tobias Terhardt, etwas die Schau: Helge Ahrens, Beschäftigter in den Baunataler Werkstätten, erntete besonders viel Applaus von den mehr als 600 Zuhörern, als er am Taktstock mit dem unterhaltsamen, temporeichen Musikstück „Petersburger Schlittenfahrt“ den Saal rockte. Das war sogar noch in der Pause Gesprächsthema.

Der überzeugende Auftritt des 37-Jährigen mit Downsyndrome am Dirigentenpult war eine der Überraschungen, mit der das Jubiläumskonzert zum 30-jährigen Bestehen der Patenschaft Baunatals mit dem Heeresmusikkorps aufwartete. Ahrens lebt in einer betreuten Wohngemeinschaft der BDKS in Kaufungen, besucht häufig seine Eltern in Helsa und spielt leidenschaftlich gern Schlagzeug. Bei einem Preisausschreiben hatte er einen Dirigenten-Kurs gewonnen. Den Gastauftritt hatte dann der BDKS-Vorstand Gerrit Jungk vermittelt.

Später enthüllte Terhardt einen Mini-Käfer, den die Stadt Baunatal im Sommer den Musikern zur Verschönerung überlassen hatte. Claudia Römer, Schlagzeugerin im Heeresorchester, nahm sich des Käfers an und verzierte ihn unter anderem mit dem Herkules, dem Schriftzug des HMK und verpasste ihm ein Bundeswehrkennzeichen: Y-162 359. 162 359 Euro, das ist genau die Summe, die das HMK seit Beginn der Patenschaft bis zum Konzertauftakt für die Baunataler Diakonie und das Kuratorium eingespielt hat. Der Käfer soll einen Platz in der Stadthalle erhalten.

„Mit viel Herzblut bereichern Sie die Musikkultur in der Region“, sagte Bürgermeisterin Manuela Strube zu den Heeresmusikern. Sie enthüllte eine Puppe, die mit der ersten, damals in BDKS-Werkstätten geschneiderten Uniform der Heeresmusiker bekleidet war. Diese hatte der frühere Klarinettist des HMK, Rudi Daniel aus Hertingshausen, beigesteuert. (Peter Dilling)

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