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Taschen gehen um die ganze Welt

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Von: Sven Kühling

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Angenehmes Material: Schülerin Amelie Lieberknecht (von links), die BDKS-Mitarbeiterinnen Laura Magenheimer und Ewa Küster sowie die Ausstellungsbesucher Christel und Manfred Klode aus Kassel zeigen im Ruru-Haus die Beltbags der documenta fifteen.
Angenehmes Material: Schülerin Amelie Lieberknecht (von links), die BDKS-Mitarbeiterinnen Laura Magenheimer und Ewa Küster sowie die Ausstellungsbesucher Christel und Manfred Klode aus Kassel zeigen im Ruruhaus die Beltbags der documenta fifteen. © Sven Kühling

Manfred und Christel Klode lassen sich die Gürteltaschen von den Mitarbeiterinnen der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS), Ewa Küster und Laura Magenheimer, ganz genau zeigen. Das Ehepaar aus Kassel ist begeistert, dass die offiziellen documenta-Beltbags aus gebrauchten Jeans hergestellt wurden.

Kassel/Baunatal – „Es ist wichtig, dass man die nicht wegwirft und rettet“, sagt Manfred Klode zum Recycling der Jeans, und seine Frau ergänzt: „Ich finde es gut, dass es diese Zusammenarbeit gibt.“ 1000 Taschen mit dem offiziellen Logo der documenta fifteen sind in der Schneiderei der Baunataler Werkstätten von Menschen mit Behinderung genäht worden. Zuvor hat die Einrichtung 500 gebrauchte Jeans an verschiedenen Abgabepunkten in der Region gesammelt. Für 39 Euro können Besucher aus der ganzen Welt die Taschen jetzt im Ruruhaus in der Kasseler Innenstadt erwerben.

„Die sind total praktisch“, betont BDKS-Sprecherin Claudia Lieberknecht. „Man kann sie einfach umhängen oder eben als Bauchtasche nehmen“, sagt sie. „Die ist sehr angenehm.“

Sie seien sehr stolz, dass sie in der Schneiderei für die documenta gearbeitet haben, betonen Ewa Küster und Laura Magenheimer ausdrücklich. Auf dem Handy zeigen sie Bilder von sich aus der Produktion.

Mit der Resonanz sei die BDKS bisher recht zufrieden, sagt Lieberknecht. Allerdings wolle man noch mehr Verkaufsstellen haben. Bisher gebe es die Taschen nur im Ruru-Haus und in den Hofläden der BDKS. „Wir wären auch in der Lage, weitere Taschen zu produzieren.“

Wichtig bei der Produktion sei gewesen, die Mitarbeiter der BDKS an möglichst vielen Fertigungsschritten zu beteiligen, betont die Einrichtung mit Sitz in Baunatal. „Vom Stoffzuschnitt bis zum Anbringen des Gurtes haben Menschen mit Behinderung die Beltbag mit großer Begeisterung gefertigt.“ Der Erlös aus dem Verkauf komme zu 100 Prozent der BDKS zugute, um Projekte im Bereich Kunst und Kultur zu fördern.

Ewa Küster und Laura Magenheimer versprühen beim Pressetermin im documenta-Shop jedenfalls Freude darüber, Teil der Weltkunstausstellung zu sein. Selbst haben sie noch eine Dauerkarte bekommen, sagen sie. „Und am Ende bekommen wir auch eine eigene Tasche.“ (Sven Kühling)

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