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Ehepaar floh vor Rissen und Schimmel in Gagfah-Wohnung am Baunsberg

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Rosemarie Brunnert
Rosemarie Brunnert © Köppe

Baunatal. "Jetzt sag ich dir eins, jetzt habe ich die Faxen dicke, wir ziehen aus." Als das Klaus-Peter Brunnert zu seiner Frau Rosemarie sagt, liegen die Nerven beider bereits blank.

Denn da kämpfen sie seit über einem Jahr mit Schimmel und Rissen in ihrer Wohnung. Das Ehepaar lebte in einer der Altenbaunaer Baunsberg-Wohnungen, die seit zwei Jahren dem Wohnungsunternehmen Gagfah gehören. Dort beklagten sich vor einigen Wochen wieder Mieter über Mängel, die von der Gagfah nicht behoben würden. Klaus-Peter Brunnert rät ihnen, so schnell wie möglich zu kündigen.

Der 66-jährige ehemalige kaufmännische Angestellte und seine Frau zogen selbst im Januar vergangenen Jahres um. "Eigentlich war es dort eine richtig schöne Gemeinschaft", sagt die 67-Jährige, "aber das nützt einem doch nichts, wenn die Gesundheit leidet." Die Probleme hatten begonnen, als Anfang 2007 Sturm Kyrill wütete. Das Paar saß auf dem Sofa, als das Fenster neben ihnen anfing zu wackeln und Putz von den Wänden fiel.

"Ich habe zu meiner Frau gesagt: Lass uns mal vom Fenster weggehen." Sie gingen in die hintere Essecke. "Ich habe richtig Angst gehabt", sagt die ehemalige Sekretärin. Es drang Wasser durch das Fenster. Doch damit nicht genug. "Der Sturm hat die Außenfassade zerrissen", sagt Klaus-Peter Brunnert. Es dauerte nicht lange, da wurden Risse in den Wänden sichtbar, Regen drang ein, es entstanden feuchte Flecken.

Die Eheleute bekamen von einem Gagfah-Angestellten einen Rat, der sie noch immer wütend macht: Das Wasser würde die Risse entlang bis zum Boden laufen. Tatsächlich bildete sich Schimmel. Ein Riss bereitete den Brunnerts besondere Sorge. Er klaffte im Boden ihres im sechsten Stock gelegenen Balkons. Die Gagfah schickte einen Statiker, an den sich Rosemarie Brunnert noch genau erinnert. "Als er vom Balkon kam, sagte er zu mir: Tun Sie mir einen Gefallen, gehen Sie nicht so oft darauf, ich habe kein gutes Gefühl."

Bis heute hat die Gagfah das Gutachten des Statikers nicht herausgegeben. Als die Brunnerts wieder einmal ergebnislos nach dem Gutachten gefragt hatten, entschlossen sie sich, fristlos zu kündigen. Mittlerweile litten sie an starken Kopfschmerzen - ihr Arzt vermutete Schimmel als Ursache. Ein paar Wochen später organisierte eine Firma den Umzug. Plötzlich rief sie ein Möbelpacker ins Schlafzimmer.

"Ein Meter breit war der Pelz", sagt Rosemarie Brunnert über den Schimmel hinter dem Bett. Heute wohnen die Brunnerts in der Innenstadt. Viele Möbel ließen sie aus Angst vor Schimmelsporen in der alten Wohnung zurück. Der Umzug war ein finanzieller Kraftakt. Doch jetzt sitzen sie an ihrem Esstisch in der frisch renovierten Wohnung - ohne Kopfschmerzen.

Beschwerden anderer Mieter

Vor einigen Wochen beklagten sich in Altenbauna auch andere Mieter von Wohnungen des Wohnungsunternehmen Gagfah über Mängel. Dabei geht es um Schimmel in den Zimmern, Risse in den Außenwänden (Foto) und um Wasser auf den Dachböden. Die Gagfah reagiere kaum oder gar nicht auf die Mängelanzeigen, lautet der Vorwurf. Auf erneute Nachfrage der HNA erklärte die Gagfah, die am Baunsberg 490 Wohnungen vermietet, dass sie in Zweifelsfällen Gutachten schreiben lasse und ansonsten mit den Mietern ihr Heiz- und Lüftungsverhalten bespreche. Die Mieter treffen sich jetzt regelmäßig um Schreiben an die Gagfah aufzusetzen und das weitere Vorgehen zu besprechen. (dot)

Streit um tiefe Risse

Streit um Schimmel in der Wohnung

Die Miete mindern

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