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Baunataler Parlament einstimmig für Bad-Schließung

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Von: Sven Kühling

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Hier wird es bald enger: Im Baunataler Freizeitbad läuft der allgemeine Badebetrieb nach den Herbstferien parallel zu Schul- und Vereinsaktivitäten. Archivfoto: Sven Kühling
Hier wird es bald enger: Im Baunataler Freizeitbad läuft der allgemeine Badebetrieb nach den Herbstferien parallel zu Schul- und Vereinsaktivitäten. © Sven Kühling

Das Sportbad im Aqua-Park in Baunatal wird nach den Herbstferien nicht mehr öffnen. Schwimmschüler und Vereine mit ihren Abteilungen müssen sich zumindest bis März gemeinsam mit den allgemeinen Badbesuchern das benachbarte Freizeitbad teilen. Einstimmig beschlossen Baunatals Stadtverordnete am Montag den vom Rathaus präsentierten „Maßnahmenplan zur Gasmangellage“.

Baunatal – Der Plan sieht neben der Badschließung weitere Einschränkungen im Heizungsbetrieb vor, etwa in Dorfgemeinschaftshäusern und Sportheimen. Dort gelten die Einschränkungen ab sofort.

Auch wenn die Sparvorgaben durch die Stadt einhellig von den Fraktionen im Stadtparlament getragen werden, gab es in der Sitzung selbst Streit. SPD, CDU und FDP betonten, dass die Schritte in Folge der russischen Aggression in der Ukraine und der Gesetzgebung des Bundes notwendig und unumgänglich seien. Die Grünen gingen in der Debatte da nicht uneingeschränkt mit. Fraktionschef Edmund Borschel befürchtete gar, dass die Abnabelung des Sportbades „ein erster Schritt“ zur kompletten Schließung der Anlage sein könnte. „Die Grünen werden trotz einiger Bedenken diesem Maßnahmenplan zustimmen“, sagte er.

Christian Strube (SPD), Sebastian Stüssel (CDU) und Rainer Oswald (FDP) setzten den Konsens ihrer Fraktionen dagegen. Die Auswirkungen der Energiekrise bekämen alle zu spüren, sagte Strube. Er sei dankbar, dass die Fraktionen die Maßnahmen der Verwaltung „gemeinsam tragen“ und es kein politisches Klein-Klein gebe.

Klein-Klein – dazu ließen sich dann allerdings die Grünen hinreißen. Einzelne Maßnahmen riefen in seiner Fraktion ein „Pro und Kontra“ hervor, sagte Fraktionschef Borschel. „Uns ist es nicht leicht gefallen, das mitzutragen.“ Nach Borschels Worten sind „viele Schwimmer in Baunatal besorgt“ um die Zukunft des Sportbades.

„Hier gibt es eine Gesetzeslage“, entgegnete Stüssel. „Es bleibt uns keine Wahl, das zu tun.“ Der Christdemokrat warf den Grünen vor, „Zwietracht in die Bevölkerung zu bringen“. Und: Der Fraktionschef spreche „mit gespaltener Zunge“. Christian Strube nannte das das „Prinzip Borschel“. „Das lasse ich mir nicht mehr bieten.“

Und auch Rainer Oswald (FDP) sah von den Grünen einen Bogen in zwei unterschiedliche Richtungen gespannt. „Das ist unangemessen.“

Erster Stadtrat Daniel Jung (SPD) schloss sich den Argumenten der Redner von SPD, CDU und FDP an. „Ich begrüße die einvernehmliche Rückendeckung für diese Maßnahmen. Es handelt sich um eine Bundesverordnung, da haben wir keinen Spielraum.“

Übrigens: Neben den am Montag beschlossenen Energiesparmaßnahmen kommt ganz aktuell noch ein weiterer Einschnitt in der VW-Stadt hinzu. Laut Mitteilung vom Stadtmarketing wird der Nikolausmarkt in diesem Jahr nur über fünf Tage stattfinden, und nicht wie üblich über zehn Tage. Der Termin ist vom 2. bis zum 6. Dezember. „Das Stadtmarketing Baunatal als Veranstalter hat sich dazu entschlossen, einen Beitrag zur aktuellen Bekämpfung der Energiekrise zu leisten und die Laufzeit von zehn auf fünf Tage reduziert“, schreibt Stadtmarketingchef Dirk Wuschko. (Sven Kühling)

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