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Bester Azubi im Baunataler VW-Werk

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Von: Sven Kühling

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Will die Abläufe in der Gießerei weiter verbessern: Mahmut Öztürk an einer Druckgussmaschine im Baunataler VW-Werk. Er brach sein Maschinenbaustudium ab, weil ihm die Praxis fehlte. Am Donnerstag wird er als einer der besten Azubis im gesamten Konzern geehrt.
Will die Abläufe in der Gießerei weiter verbessern: Mahmut Öztürk an einer Druckgussmaschine im Baunataler VW-Werk. Er brach sein Maschinenbaustudium ab, weil ihm die Praxis fehlte. Am Donnerstag wird er als einer der besten Azubis im gesamten Konzern geehrt. © Sven Kühling

Das VW-Werk Kassel in Baunatal stellte kürzlich dem Konzern-Vorstand ein Stück Zukunft des Autobaus vor. Beim Standortsymposium präsentierten die Mitarbeiter ein in der Gießerei entwickeltes Großgussteil. Das ersetzt künftig 30 Einzelbauteile. Bis zu 40 Millionen Elektroautos sollen schließlich auf der neuen Plattform SSP mit diesen Alu-Elementen auf die Straßen rollen.

Baunatal/Kassel – Der Kasseler Mahmut Öztürk wird diese Zukunft mitgestalten. Der 27-Jährige feilt unermüdlich an der Verbesserung der Technik, sagen seine Ausbilder. Jetzt wurde der gelernte Werkzeugmacher als bester Azubi am Standort ausgezeichnet.

Während eines offiziellen Termins für den Jahrgangsbesten an seinem Arbeitsplatz habe Öztürk nebenbei an einer Maschine gewerkelt, berichtet Gießereileiter Mirko Wöllenstein. Er habe ihn kaum dort wegbekommen, weil er unbedingt einen Produktionsprozess optimieren wollte. Am Donnerstag wird das Öztürk ebenfalls nicht möglich sein. Dann wird er nämlich von VW-Vorstandschef Oliver Blume und Personalvorstand Gunnar Kilian als einer der besten Auszubildenden im gesamten VW-Konzern geehrt. „Das ist weltweit“, sagt Öztürk zurückhaltend.

Ein komplexes Bauteil in einem einzigen Schritt zu gießen, das sei für ihn besonders interessant, sagt Mahmut Öztürk. „Das ist Pionierarbeit“, ergänzt Gießereichef Mirko Wöllenstein. Die Auszubildenden lernten zwar noch die Grundlagen, wie man etwa flüssiges Metall in eine Sandform gieße, erläutert er. Aber heute seien Fertigkeiten im Bereich der Digitalisierung gefragt. „Man muss Roboter bedienen und Kameras einstellen. Deshalb ändert sich das Berufsbild.“

Überhaupt betont Wöllenstein mehrfach, wie wichtig die Gießer und die Werkzeugmacher für die Produktion neuer Großgussteile sind – auch um sich gegen die Elektrofahrzeuge anderer Konzerne zu behaupten. „Wir brauchen die neue Technologie, um wettbewerbsfähig zu sein.“ Wöllenstein hofft deshalb auf Nachwuchs in seinem Bereich. Und: Der Beruf des Gießers sei heute genauso für Mädchen interessant. „Man muss nicht mehr schwer heben.“

Übrigens: Mahmut Öztürk hat seine Karriere bei VW ungewöhnlich begonnen. Ein Maschinenbaustudium habe er nach dem vierten Semester abgebrochen, berichtet er. „Mir hat die Praxis gefehlt.“ Nach dem Ende der Ausbildung, die er mit der Note eins abschloss, gibt er jetzt richtig Gas. Im Eiltempo machte er den Meister und will demnächst den Technischen Betriebswirt dranhängen. Wie gesagt, gerade die Gießerei braucht solche Leute. (Sven Kühling)

Mit dem neuen Großgussteil: Gießereileiter Mirko Wöllenstein zeigt das Zukunftsprodukt aus Baunatal.
Mit dem neuen Großgussteil: Gießereileiter Mirko Wöllenstein zeigt das Zukunftsprodukt aus Baunatal. © Sven Kühling

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