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Projekt „Art for all“ spendiert jungen Menschen im Raum Kassel documenta-Ticket

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Von: Sven Kühling

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400 VW-Azubis am Ausstellungsort Hafenstraße 76: Von hier aus gingen sie auf einen Rundgang über die documenta fifteen. Sie haben sich gruppiert um Autos aus dem documenta-Fuhrpark von Volkswagen. Dazu gehören etwa auch gebrauchte Fahrräder und ein Carsharing-Projekt.
400 VW-Azubis am Ausstellungsort Hafenstraße 76: Von hier aus gingen sie auf einen Rundgang über die documenta fifteen. Sie haben sich gruppiert um Autos aus dem documenta-Fuhrpark von Volkswagen. Dazu gehören etwa auch gebrauchte Fahrräder und ein Carsharing-Projekt. © Sven Kühling

Volkswagen und die documenta haben 14.000 documenta-Karten an Schulen und freie Jugendgruppen verteilt, um Kindern den Zugang zur Kunst zu ermöglichen.

Kassel/Baunatal – „Wenn man die Zeit hat, sich mit den Kunstwerken und den Künstlern zu beschäftigen, ist es ganz cool“, sagt Janna Cohrs. Die 18-jährige Schülerin der Herderschule hat die documenta fifteen so richtig erst in der intensiven Auseinandersetzung für sich entdeckt. Das geht bei ihr so weit, dass sie inzwischen in ihrer Freizeit als documenta-Aufseherin in der documenta-Halle jobbt. Jetzt könne sie sogar dem einen oder anderen Besucher etwas zu den Kunstwerken erläutern. Oder eben ihren Mitschülern.

Denn Cohrs ist an diesem Tag gemeinsam mit anderen Herderschülern im Rahmen eines documenta-Projektes unterwegs. Die Tickets haben sie über das von VW unterstützte Programm „Art for all“ bekommen. Der Autokonzern und die documenta haben unter Federführung des VW-Werkes Kassel in Baunatal insgesamt 14.000 Karten an Schulen und freie Gruppen – auch aus der Jugendhilfe – verteilt.

Ein bisschen fehle vielleicht, dass einfach mal was Schönes zu sehen sei, sagt Cohrs. „Dem muss ich widersprechen“, ergänzt Mitschülerin Sina Werner „Das ist der Reiz, dass man manches nicht auf Anhieb versteht.“ Und Pauline Lang sagt noch: „Man geht nicht zur documenta, um sich schöne Bilder anzuschauen. Es ist eine politische Ausstellung.“

Vor allem sei es eine Ausstellung für junge Besucher, sagt Susanne Hesse, Leiterin Bildung und Vermittlung bei der documenta fifteen. Sie spricht sogar von einer „Schüler-documenta“. Jeden Tag könne man Gruppen vor dem Fridericianum beobachten. Allein am anderen Landkreis-Gymnasium, der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule, gebe es 76 Projekte zur documenta fifteen.

Die Tickets in der Hand: Sina Werner (vorne von links), Pauline Lang und Janna Cohrs, die auch als Aufseherin für die Ausstellung arbeitet, sowie die anderen Schüler und Schülerinnen eines Projektes an der Herderschule mit Projekt-Leiterin Annke Siewierski (rechts) am documenta-Standort Grimmwelt.
Die Tickets in der Hand: Sina Werner (vorne von links), Pauline Lang und Janna Cohrs, die auch als Aufseherin für die Ausstellung arbeitet, sowie die anderen Schüler und Schülerinnen eines Projektes an der Herderschule mit Projekt-Leiterin Annke Siewierski (rechts) am documenta-Standort Grimmwelt. © Sven Kühling

Annke Siewierski, Projektleiterin an der Herderschule, ist jedenfalls von den Reaktionen ihrer Schüler begeistert. Die kämen oft direkt von der Ausstellung als Post über Social Media oder traditionell über einen kleinen Skizzenblock, den sie allen mit auf den Weg über die Weltkunstschau gegeben hat.

Viele junge Menschen erlebt die documenta auch gleich am folgenden Tag wieder. 400 Auszubildende aus dem Baunataler VW-Werk besuchen die Kunst. Lauter blaue VW-T-Shirts drängen sich vor dem Start sich an der Hafenstraße 76.

Sie wolle die Vielfältigkeit der Kunst erleben, sagt etwa Lisa Helten. In ihrer Freizeit zeichne sie gerne, erläutert die 20-Jährige aus Gudensberg ihren Bezug zur Kunst. Kollege Sebastian Kaminski hofft sogar auf ein wenig Action – „eine Performance oder sowas“. (Sven Kühling)

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