Gute Auftragslage: Zeitarbeitsfirma stellt rund 80 frühere Beschäftigte erneut ein

Ehemalige VW-Leiharbeiter bekommen zweite Chance

Hatten eine Unterschriftenaktion für die Rückkehr der Leiharbeiter ins VW-Werk gestartet: Vitali Keer (von links), Resul Yildiz und Nafiz Boyükata. 
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Hatten eine Unterschriftenaktion für die Rückkehr der Leiharbeiter ins VW-Werk gestartet: Vitali Keer (von links), Resul Yildiz und Nafiz Boyükata. Archiv

Große Erleichterung bei rund 80 ehemaligen Leiharbeitern aus dem VW-Werk Kassel in Baunatal: Sie werden zum 2. November wieder bei der VW-Zeitarbeitsfirma Autovision eingestellt. Ende Januar waren sie vom Vorstand nach knapp 20 Monaten Zugehörigkeit abgemeldet worden.

Kassel/Baunatal - Die Betroffenen bekämen eine zweite Chance, bestätigt auch Betriebsratsvorsitzender Carsten Bätzold auf Anfrage. Die Autovision werde die Frauen und Männer ein weiteres Mal an VW verleihen. Das Okay vom Vorstand aus Wolfsburg sei da.

„Wir freuen uns alle riesig“, sagt Resul Yildiz, einer der ehemaligen Beschäftigten. Im September hatten er und seine ehemaligen Kollegen bereits öffentlich auf ihre Situation hingewiesen. Geplant sei, dass sie ab 2. November im Werk wieder mit der Arbeit beginnen. Gestern sollte der Vertragsabschluss stattfinden, erläutert der 36-Jährige weiter.

Die ehemaligen Leiharbeiter hatten darauf hingewiesen, dass nicht nur sie selbst, sondern etwa 200 bis 300 Angehörige in den Familien von dem Aus bei VW betroffen waren. Und: Über viele Jahre seien keine Zeitarbeiter aus dem VW-Werk mehr so einfach auf die Straße gesetzt worden, argumentierten sie.

„Meine Mutter hat angefangen zu weinen“, schildert Resul Yildiz das Glück in seiner Verwandtschaft, als diese von der Weiterbeschäftigung erfuhr. „Es war eine riesige Freude.“ Einige seiner Arbeitskollegen hätten aufgrund der Nachricht bereits am Telefon Tränen vergossen. „Das sind fast alle Familienväter.“

85 Leiharbeitern war das Auslaufen der Verträge im Januar durch Werkleitung und Betriebsrat verkündet worden. Nicht jeder bekomme jetzt einen neuen Vertrag, erläutert Carsten Bätzold. Die Fortbeschäftigung gelte nur für diejenigen, „bei denen keine persönlichen Gründe dagegen sprechen“.

Hier geht es weiter: Der Großteil der früheren Leiharbeiter, die Ende Januar gehen mussten, haben jetzt eine Weiterbeschäftigung im Baunataler VW-Werk zugesagt bekommen.

Als einen Grund für die zweite Chance nennt der Betriebsratschef die aktuell „hohe Auftragslage“ am Standort. Für die Leiharbeiter werde die bisher erbrachte Leiharbeitszeit angerechnet. Zunächst laufe der Vertrag erst einmal bis 31. Mai. Nach einer Gesamtlaufzeit von insgesamt 36 Monaten können die Betroffenen dann auf eine befristete Beschäftigung mit Werksvertrag hoffen. Entsprechend wurde jedenfalls mit Leiharbeitern in jüngerer Zeit bei VW in Baunatal verfahren.

Baunatals VW-Personalchef Stefan Kreher bestätigt den positiven Trend am Standort: Die Einstellung der Zeitarbeitnehmer geschehe aufgrund der „aktuell guten Auftragslage“, sagt er. „So konnte auch eine Lösung für den genannten Personenkreis gefunden werden.“

Betriebsratschef Bätzold zieht abschließend ein positives Fazit: „Viele haben daran mitgeholfen“, sagt er. „Das ist eine gute Sache.“ (Sven Kühling)

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