Blick auf Stadtteilergebnisse

Bürgermeisterwahl in Baunatal: Favoritin Strube setzte sich durch

Manuela Strube (SPD, rechts) mit ihren Parteigenossen (von links) Landtagsabgeordneter Oliver Ulltoth, Florian Schneider (Nachrücker für Strube im Landtag) und Bundestagsabgeordneter Timon Gremmels.
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Verfolgten am Sonntagabend die Wahlergebnisse im Baunataler Rathaus: Gewinnerin Manuela Strube (SPD, rechts) mit ihren Parteigenossen (von links) Landtagsabgeordneter Oliver Ulltoth, Florian Schneider (Nachrücker für Strube im Landtag) und Bundestagsabgeordneter Timon Gremmels.

Die bisherige SPD-Landtagsabgeordnete Manuela Strube wirkt am Tag nach der Bürgermeisterwahl in Baunatal glücklich und erleichtert über ihren Sieg.

Baunatal – „Ich freue mich unheimlich. Bei vier Kandidaten ist es nicht selbstverständlich, gleich im ersten Wahlgang zu gewinnen“, sagt die 41-Jährige, für die 53,4 Prozent der Wähler votierten, am Montag gegenüber der HNA. Vorhersehbar war das nicht, auch wenn die Landtagsabgeordnete vielen als Favoritin um die Nachfolge von Silke Engler galt. Denn bei Direktwahlen gibt es keine Prognosen oder Umfragen, auf die man sich stützen könnte.

Eine Stichwahl war für die Bürgermeisterwahl kein unrealistisches Szenario. Der von Grünen und FDP unterstützte Henry Richter machte mit seiner Omnipräsenz im Wahlkampf deutlich, dass er ernsthafte Ambitionen auf den Bürgermeisterposten hat – auch, wenn es am Ende mit einem Ergebnis von 29,5 Prozent der Stimmen nicht gereicht hat, um mit Manuela Strube in eine Stichwahl zu gehen. „Ich freue mich über das Ergebnis. Das hat zuvor noch kein Kandidat aus dem Stand heraus geschafft“, sagt der Polizeibeamte.

Ob Richter in sechs Jahren noch einmal antreten wird, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. „Solch ein gutes Ergebnis motiviert mich aber natürlich“, sagt der 51-Jährige. Zum Ergebnis beigetragen hätte vor allem seine Präsenz im Wahlkampf sowie neue Formate, die er ausprobiert habe.

CDU-Kandidat Sebastian Stüssel wirkte im Wahlkampf im Vergleich zu Richter eher zurückhaltend und zögerlich. Für den 42-jährigen Unternehmensberater ist es bereits die zweite Niederlage. Bei der Wahl 2018 holte er 15,2 Prozent der Stimmen, diesmal reichte es mit 10,6 Prozent der Wählerstimmen gerade noch für ein zweistelliges Ergebnis. Stüssel selbst sieht mehrere Faktoren für sein Ergebnis ausschlaggebend: „Wir hatten bundespolitisch keinen Rückenwind und sind mit Dingen wie Sparpolitik auch nicht mit Themen in den Wahlkampf gezogen, die die Bürger gern hören“, so Stüssel.

Im Wahlkampf kam Stüssel erst auf den letzten Metern aus der Reserve. Der 42-Jährige war fest davon überzeugt, dass die Menschen nicht weit im Voraus eine Entscheidung treffen würden, sondern es mehr Sinn macht, direkt vor der Wahl für sich zu werben, wie er damals im Gespräch mit der HNA sagte.

Das Schlusslicht bei der Bürgermeisterwahl bildete der parteilose Manfred Werner mit einem Ergebnis von 6,5 Prozent. Unzählige Spieler und Mannschaften hat der ehemalige Vorsitzende und Abteilungsleiter des TSV Hertingshausen angeleitet und begleitet. Sein Bekanntheitsgrad in den Baunataler Vereinen hat für den 62-Jährigen nicht ausgereicht. Sehr viel mehr konnte Werner im Wahlkampf nicht vorweisen.

Als einziger Kandidat verzichtete er zudem auf eine Website und Plakate. Politische Ambitionen waren bei dem 62-Jährigen nur schwer erkennbar, ein klares politisches Profil fehlte ihm. „Wenn jemand ohne jegliche Parteiunterstützung mehr als sechs Prozent der Stimmen holt, ist das sehr gut. Enttäuscht bin ich aber über meinen Heimatort Hertingshausen, für den ich mich seit mehr als 45 Jahren einsetze. Das weiß ich sehr wohl zu werten und werde mich künftig dementsprechend verhalten“, so Werner.

Mit 24,32 Prozent der Stimmen landete Werner in seinem Heimatort knapp hinter Henry Richter (35,26 Prozent). Ansonsten gibt es bei den Ortsteilergebnissen wenig Ausreißer im Vergleich zum Gesamtergebnis. Ihre jeweils meisten Stimmen holten Strube in Kirchbauna (68,52 Prozent), Richter in Guntershausen (45,09), Stüssel in Altenritte (15,19) und Werner in Hertingshausen (24,32). (Daniel Göbel)

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