Nach Waldbränden

Bei Notfällen am Gleis im Einsatz: Feuerwehr Baunatal hat Schienenwagen angeschafft

+
Wurde für die Feuerwehr Baunatal angeschafft: Ein Schienenplattformwagen, der hier zu sehen ist.

Nach dem Waldbrand 2018 hat die Stadt Baunatal einen Schienenplattformwagen angeschafft. Er eignet sich für Einsätze in Gleisnähe. 

Baunatal - Im Sommer 2018 forderte ein Großeinsatz die Baunataler Feuerwehr heraus: Bei Rengershausen brannte der Wald großflächig, und zwar direkt an der Zugstrecke nahe der Fulda. Das war der Stein des Anstoßes für einen neuen Schienenplattformwagen, den die Feuerwehr angeschafft hat. Die Kosten dafür belaufen sich laut Stadtbrandinspektor Ralf Seitz auf 3000 Euro.

Bei der Brandbekämpfung habe sich ein solcher am Bahnhof Rengershausen befindlicher Wagen der Deutschen Bahn als eine große Hilfe erwiesen und sei ein optimales Transportfahrzeug für Helfer, mögliche Verletzte und Material wie Löschschläuche gewesen.

Die positiven Erfahrungen waren der Grund dafür, einen Schienenrollwagen für die Baunataler Feuerwehr anzuschaffen. Er kann nicht nur bei der Brandbekämpfung in Schienennähe eine große Hilfe sein, sondern auch bei anderen Notfällen und Unglücken im und um den Schienenbereich. Im Landkreis Kassel gibt es laut Seitz solche Wagen auch bei anderen Wehren, zum Beispiel in Fuldatal.

Die Feuerwehr Baunatal ist für mehrere Schienenabschnitte zuständig: zum einen für die Nord-Süd-Verbindung des Schienenfernverkehrs auf der Strecke Kassel-Bebra, auf der sich neben Fernzügen des Personen- und Güterverkehrs auch die Regionalbahnen bewegen, zum anderen ist sie Portalfeuerwehr für den Tunnel der ICE-Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg. Zudem verläuft der Straßenbahnverkehr durch die Stadt. Überall dort sind im Ernstfall viele Einsatzkräfte und viel Material nötig. Dabei kann der Schienenplattformwagen helfen, wenn der Streckenabschnitt zum Beispiel nicht mit Feuerwehrfahrzeugen erreichbar ist, erklärt Seitz.

Stationiert ist der Schienenplattformwagen am Feuerwehrhaus Rengershausen. Von dort kann der Wagen mit einem Löschfahrzeug zur Einsatzstelle gebracht werden. Laut Seitz finden auf dem Wagen zwei bis drei Personen liegend nebeneinander Platz. Bisher sei er glücklicherweise noch nicht zum Einsatz gekommen, außer für Übungen.

Der Wagen werde händisch auf die Schiene gehoben und sei nicht motorisiert, werde also auch von den Einsatzkräften auf der Schiene geschoben.

Die Feuerwehr darf nur in Ausnahmefällen auf die Gleise, erklärt Seitz. Ein DB-Notfallmanager werde bei Einsätzen auf oder in der Nähe von Gleisen alarmiert – erst wenn er die Freigabe über die Leitstelle erteilt, sei es den Feuerwehreinsatzkräften auch wirklich erlaubt, den Schienenbereich zu betreten. Ob für einen Einsatz am Gleis die Feuerwehr informiert wird, entscheide die Leitstelle.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.