Brücke am VW-Werk wird mit Spritzbeton verkleidet

Frischekur für die „alte Dame“

Neue Betonschicht: Die maroden Stellen des Brückenbauwerks am VW-Werk in Baunatal werden von einem Mitarbeiter der Mainzer Firma Karrié mit Spritzbeton verkleidet. Mit dabei sind Hessen-Mobil-Ingenieur Martin Herbst (links) und Bauleiter Sebastian Ballach.
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Neue Betonschicht: Die maroden Stellen des Brückenbauwerks werden von einem Mitarbeiter der Mainzer Firma Karrié mit Spritzbeton verkleidet. Mit dabei sind Hessen-Mobil-Ingenieur Martin Herbst (links) und Bauleiter Sebastian Ballach.

Bei genauem Hinsehen wird klar: Die Brücke unweit des VW-Werkes in Baunatal, an der zwei Landesstraßen aufeinandertreffen, ist in keinem guten Zustand mehr. An zahlreichen Stellen des Bauwerkes aus dem Jahr 1964 sind Betonteile abgeplatzt. Die Stahlbewehrung liegt teilweise frei und rostet vor sich hin. Seit April ist die Verkehrsbehörde Hessen Mobil dabei, die Betonkonstruktion zu stabilisieren.

Baunatal - Jetzt ist quasi Halbzeit auf der Brückenbaustelle bei Baunatal - zwischen erstem und zweitem Bauabschnitt. Wegen der gesperrten Rampe aus Richtung VW-Werk nach Altenbauna kommt es weiterhin zu Verkehrsbehinderungen.

Die 60 Jahre alte Brücke sei stark belastet, sagen Martin Herbst, Fachbereichsleiter bei Hessen Mobil, und Sebastian Bellach, Bauleiter der beauftragten Baufirma Karrié aus Mainz. „10 000 Fahrzeuge plus Straßenbahn fahren täglich über die Brücke“, ergänzt Hessen-Mobil-Sprecher Marco Lingemann. „Und 6000 fahren täglich unter dem Bauwerk hindurch.“

Jetzt müsse man dieser Konstruktion eine „Frischekur“ gönnen, sagen die Experten weiter. Durch Aufspritzen von Beton auf die angegriffenen Stellen werde die Konstruktion so geschützt, dass sie zwei Jahrzehnte weiter halten werde. „Irgendwann wird es dann einen Ersatzneubau geben“, so Herbst. Heute könne man Brücken so bauen, dass sie 100 Jahre hielten. Das war aber 1964 noch nicht der Fall. Und so sei dann auch bei der späteren Planung der Straßenbahnstrecke zwischen Kassel und Baunatal einfach der Schienenstrang noch mit auf die Brücke gelegt worden. Das habe zu einer zusätzlichen Belastung geführt.

Da, wo die Fachleute bei ihren Routinekontrollen Mängel erkannt hatten, haben die Mitarbeiter der Baufirma später mit starkem Gerät angesetzt. Laut Bellach wurde die alte Betonschicht mithilfe eines Hochdruckwasserstrahls abgetragen. Mit bis zu 2500 bar Druck könne dieser Wasserstrahl auftreffen. Die neue Schicht werde dann in Spritzbetonbauweise aufgetragen.

Probleme bereiten den Mitarbeitern der Baufirma derzeit vor allem Autofahrer, die sehr schnell an der Baustelle vorbeifahren. Und das teilweise sehr dicht an dem lediglich mit einer Plane und einer Metalleitwand abgeteilten Arbeitsbereich. Das führe immer wieder zu gefährlichen Situationen, so Herbst und Bellach.

Hessen Mobil geht davon aus, dass die Arbeiten am Bauwerk zwischen Oberzwehren und Baunatal Ende August beendet werden. Martin Herbst bringt Sinn und Zweck der Sanierung mit einem Augenzwinkern auf den Punkt. „Wir können so der alten Dame etwas Gutes tun.“ (Sven Kühling)

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