Bäume sind schon auf Strecke zwischen Guntershausen und Dittershausen gefallen

Gefahr droht: Radweg R 1 gesperrt

Riskant: Rainer Gleim, Vegetationsbeauftragter der Bahn, zeigt einen Baum, der durch den jüngsten Sturm gekippt ist und sich an einen anderen Baum anlehnt. Beide könnten schon bald auf den R 1 bei Guntershausen fallen.
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Riskant: Rainer Gleim, Vegetationsbeauftragter der Bahn, zeigt einen Baum, der durch den jüngsten Sturm gekippt ist und sich an einen anderen Baum anlehnt. Beide könnten schon bald auf den R 1 fallen.

Der Radweg R 1 zwischen Guntershausen und Dittershausen ist gesperrt. Grund sind Baumfällarbeiten der Bahn. Äste und Bäume drohen auf die Strecke zu fallen. Einige Radfahrer sind wegen der Sperrung verärgert.

Baunatal/Fuldabrück – „Ich muss nach Kassel, um zu arbeiten“, sagt die junge Radfahrerin verärgert. Dann ruft sie noch halblaut in Richtung der Mitarbeiter der Bahn: „Wie stellt ihr euch das vor?“ Schließlich dreht sie um und fährt zurück Richtung Guntershausen. Seit einer Woche schneidet die Deutsche Bahn in einem Waldstück entlang des R 1 zwischen Guntershausen und Dittershausen, unterhalb der Schienenstrecke Richtung Frankfurt, morsche Äste zurück und fällt Bäume.Dicke Stämme drohen auf den Weg zu fallen. Der ist deshalb gesperrt

In diesen Tagen hat es offenbar immer wieder Frust bei Radfahrern über die Sperrung des viel genutzten Radweges zwischen Baunatal und Fuldabrück gegeben. Viele hätten sich einfach über das von den Kommunen beschilderte Durchfahrtverbot hinweggesetzt, berichten einige Radler gegenüber der HNA und auch Rainer Gleim, Vegetationsbeauftragter der Bahn Netz Mitte in Kassel. Fast sei es zu Handgreiflichkeiten zwischen den Bahnmitarbeitern und uneinsichtigen Radlern gekommen, sagt er. Einer habe lautstark gesagt: „Ich fahre hier schon seit 30 Jahren durch.“

Gleim räumt ein, dass die Sperrung des Radweges in dem waldigen Abschnitt kurzfristig geschehen musste. Durch das jüngste Sturmtief habe sich ein akutes Sicherheitsrisiko für Radfahrer und Fußgänger ergeben. Bäume seien schon umgefallen. „Am Wochenende ist einer auf den Weg gefallen“, so der Experte. „Die fallen mit dem gesamten Wurzelteller um.“ Rainer Gleim betont: „Wir sind für die Verkehrssicherheit zuständig.“

Schon 2020 habe die Bahn oberhalb der Schienen morsche Bäume mit einem Hubschrauber aus steil ansteigenden Gelände geholt. „Mit dem Harvester kommen wir da nicht rein“, sagt Gleim. „Wir haben die Bäume weggemacht, damit sie nicht auf die Gleise fallen.“

Unstimmigkeiten hat es wohl zunächst bei der Beschilderung der Sperrung am R 1 gegeben. Oliver Brandenstein von der Gemeinde Fuldabrück ist sich aber sicher, richtig ab Dittershausen gesperrt zu haben. Direkt hinter der Fuldabrücke gebe es eine Schranke, die bei Hochwasser und bei Baumbruch geschlossen werden könne, so der Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Das Durchfahrtsverbot gelte für Fahrzeuge aller Art, erklärt Brandenstein. „Das beinhaltet auch Fahrräder.“ Auch Brandenstein räumt ein, dass es sich um eine „kurzfristige Geschichte“ gehandelt hat. Bei solchen Gefahren müsse die Gemeinde reagieren, sagt er. „Da müssen wir zu machen.“

Ähnlich sieht es auch das Baunataler Rathaus. Etwa 500 Meter vor der Gefahrenstellestehe stehe in Höhe eines Bauernhofs ein „Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art verboten“-Schild mit der Ausnahme „Fahrräder frei“, so eine Sprecherin. Der Zusatz „Fahrräder frei“ sei aber seitens der Stadt abgeklebt beziehungsweise durchkreuzt worden, „so dass von unserer Seite aus klar ist, dass Radfahrer dort nicht weiterfahren dürfen“.

Wann an welchem Punkt genau welche Beschilderung aufgestellt oder ergänzt wurde, ist inzwischen nicht mehr nachzuvollziehen. Einige Radler behaupten nämlich, dass es anfangs noch geheißen habe „Fahrräder frei“. Aktuell ist die Sache eindeutig: Radfahrer dürfen diesen Abschnitt nicht befahren. Rainer Gleim macht Hoffnung, dass die Situation bald beendet ist. „Bis Freitag wollen wir fertig sein.“ (Sven Kühling)

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