Interessengemeinschaft will Unterschriften-Listen an Baunataler Rathaus übergeben

Gegner der Lidl-Halle sind weiter aktiv

Zwei Männer und Frau - jeweils mit Masken - hängen ein Plakat an eine Laterne.
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Vertreter der Interessengemeinschaft haben mit Plakaten auf das Großprojekt bei Hertingshausen aufmerksam gemacht. Im Bild: Martin Hamacher (von links), Katrin Hamacher und Heiko Krahn an der Sporthalle.

Während vieles wegen des Lockdowns schleppend vorangeht, ist die IG Hertingshausen beim Kampf gegen ein neues Lidl-Logistikzentrums zwischen Edermünde und Hertingshausen aktiv.

Baunatal/Edermünde – Das berichten Tanja Becker und Ute Immelnkämper, Mitglieder des Orga-Teams der Interessengemeinschaft (IG), auf Anfrage. Angepeilt sind unter anderem Gespräche mit den Bürgermeistern von Baunatal und Edermünde. „Es läuft Einiges bei der Interessengemeinschaft“, sagt Ute Immelnkämper. 385 Unterschriften habe die IG allein in Hertingshausen gesammelt, ergänzt Becker. Gezählt würden in der Statistik nur Bewohner über 18 Jahre. Hinzu kämen noch weitere Gegner des Vorhabens aus anderen Orten. Die Unterschriften wolle man bei einem Gesprächstermin am 19. Januar an Baunatals Bürgermeisterin Silke Engler (SPD) übergeben.

Man wisse, dass das Gelände, auf dem Lidl bauen wolle, zur Gemeinde Edermünde zählt, erläutert Becker. „Es ist Edermünder Grund und Boden. Aber wir wollen die Bürgermeisterin bitten, sich für Hertingshausen einzusetzen.“ Die VW-Stadt hält die Bauleitplanung für die Bebauung des Ackerlandes zwar nicht in den Händen. Sie wird aber im Rahmen des Verfahrens zu dem Vorhaben befragt.

Stadtsprecherin Susanne Bräutigam bestätigt auf Anfrage der HNA, dass es mittlerweile auch einen Gesprächstermin von Vertretern des Unternehmens und der Bürgermeisterin zu dem Projekt gegeben hat. Über Ergebnisse aus dem Treffen berichtete die Sprecherin nicht. Die Bürgermeisterin wolle zunächst die städtischen Gremien informieren, hieß es lediglich.

Und so sieht das Vorhaben aus: Der Lebensmittel-Discounter, der bereits im gemeinsamen Gewerbegebiet von Baunatal und Edermünde „Lange Heideteile“ ein Logistikzentrum und einen Einkaufsmarkt betreibt, plant einen Neubau auf einer 180 000 Quadratmeter großen Ackerfläche unterhalb des benachbarten Hagebaumarktes. Das Gebäude soll 356 Meter lang und 124 Meter breit werden. Die IG beklagt neben der Größe der Halle auch, dass der Hallenkörper bis zu 25 Metern aus dem Boden herausragen solle. Laut Lidl-Sprecher Mario Köhler sind die genannten Maße allerdings zunächst nur vorläufig. Schließlich befinde man sich noch in der Vorplanung.

Hauptargument in der Kritik der IG ist eine mit dem Neubau zu erwartende steigende Verkehrsbelastung. Die Verkehrsverbindungen seien für diese Lkw-Massen nicht ausgelegt, betont Tanja Becker. „Da wird sich alles stauen.“ Die Gegner befürchten zudem, dass Lidl neben der Verteilung von Waren an die Lebensmittelmärkte – wie jetzt schon aus dem kleineren Logistikzentrum – künftig zusätzlich einen Online-Versand von Baunatal aus organisieren wolle. „Das wissen wir nicht“, so Becker.

Angefragt für einen Gesprächstermin habe die IG auch bei Edermündes Bürgermeister Thomas Petrich (SPD). Da warte man aber noch auf eine Antwort.

Von Sven Kühling

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