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Geplanter Verkauf liegt auf Eis: Geflüchtete ziehen ins Baunataler Museum

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Von: Peter Dilling

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Verkauf liegt auf Eis: Das inzwischen leergeräumte Heimatmuseum (vorn) und die ehemalige Schule werden künftig als Unterkunft für ukrainische Kriegsflüchtlinge dienen. Von Umbauarbeiten ist noch nichts zu sehen.
Verkauf liegt auf Eis: Das inzwischen leergeräumte Heimatmuseum (vorn) und die ehemalige Schule werden künftig als Unterkunft für ukrainische Kriegsflüchtlinge dienen. Von Umbauarbeiten ist noch nichts zu sehen. © Peter Dilling

Das Baunataler Heimatmuseum, neben der ehemaligen Grundschule, ist leergeräumt. Man macht Platz für Geflüchtete aus der Ukraine, die laut Landkreis dort im Laufe des Monats Mai einziehen sollen.

Baunatal – Besucherzahlen die gegen null tendieren, fehlende Barrierefreiheit, schwierige Personallage: Das Heimatmuseum Baunatal – inklusive der Hessenstube – hatte schon vor der Pandemie Probleme. Das Unterbringen von Flüchtlingen wäre ein Kehraus auf Raten.

Flüchtlingsunterkunft soll auch das kreiseigene Schulgebäude selbst werden. Derzeit laufen die Umbauarbeiten. Der – von der Baunataler Stadtverordnetenversammlung abgesegnete – geplante gemeinsame Verkauf des aneinandergebauten Komplexes durch die Stadt und den Landkreis liegt einstweilen auf Eis, wie Kreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage bestätigt.

Der Kreis werde in der zweiten Maihälfte ukrainische Kriegsflüchtlinge in den beiden Gebäuden unterbringen. Man plane für etwa 30 Personen, sagt Kühlborns Kollege Andreas Bernhard. Einen genauen Einzugstermin könne er nicht nennen, teilt Kühlborn mit. Es sei angesichts der derzeit angespannten Lage im Bauhandwerk nicht so einfach, die erforderlichen Umbauarbeiten umzusetzen, erklärt Kühlborn gegenüber der HNA. Anvisierte Belegungstermine seien daher „nicht so belastbar“, sagt der Pressesprecher.

Derweil hat die Stadt Baunatal das Gebäude des Heimatmuseums geräumt und den Fundus in den leerstehenden Kellerräumen der Musikschule Baunatal untergebracht. Das teilt Baunatals Pressesprecherin Susanne Bräutigam auf Anfrage mit. Das Gebäude habe man auf Wunsch des Landkreises für Geflüchtete geräumt. Die Lagerung der Ausstellungsstücke in der Musikschule sei kostenlos.

Die seit der Pandemie geschlossene Hessenstube bleibe das auch bis auf Weiteres, so Bräutigam weiter. Sowohl das Museum als auch die Hessenstube seien in der Vergangenheit ehrenamtlich vom Geschichts- und Heimatverein betreut worden. Mit diesem habe man bisher noch keine Gespräche geführt. Auch nicht über ein mögliches Konzept über die Zukunft des Museums. Dieses hält auch die Stadt für erforderlich, um den Weiterbetrieb der Einrichtung zu gewährleisten.

Ein Konzept aber gibt es noch nicht. Auch keinen Zeitplan dafür, wie Bräutigam bestätigt. Stefan Dittmar, der Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins, war bis gestern Nachmittag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. In der Vergangenheit hatte er aber bereits die Frage aufgeworfen, ob Baunatal angesichts ähnlicher Angebote in der Region überhaupt ein eigenes Museum benötige.

Konkrete Vorbereitungen für Angebote an die Geflüchteten seien noch nicht im Gange, sagt Bräutigam. In der Stadt gebe es aber bereits zahlreiche Initiativen von der Awo, den Kirchengemeinden, dem Jugendzentrum und der Kirche für die Ukrainer, die bereits in privaten Unterkünften in der VW-Stadt untergekommen seien. Um wie viele Geflüchtete es sich handelt, kann Bräutigam nicht sagen. Was die Bereitstellung von Kita-Plätzen anbelange, müsse man erst einmal abwarten, wie viele ukrainische Kinder nach Altenritte kommen.

Von Peter Dilling

Schon lange geschlossen: Die alte Schmiede in Altenritte und die Hessenstube im Obergeschoss des Gebäudes liegen seit der Pandemie im Dornröschenschlaf.
Schon lange geschlossen: Die alte Schmiede in Altenritte und die Hessenstube im Obergeschoss des Gebäudes liegen seit der Pandemie im Dornröschenschlaf. © Peter Dilling

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