Flutkatastrophe in Deutschland

„Gibt einem ein sicheres Gefühl“: Bewährter Hochwasserschutz in Baunatal

Anstau nach starkem Regen: Das Bild zeigt den Polder Schefferfeld bei Elgershausen. Archivfoto: Manfred Hanika
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Anstau nach starkem Regen: Das Bild zeigt den Polder Schefferfeld bei Elgershausen. Archivfoto: Manfred Hanika

Ganz Deutschland schaut entsetzt in die Flutregionen im Westen Deutschlands – und die zuständigen vieler Gemeinden werfen nun ein Blick auf ihren Hochwasserschutz.

Baunatal/Schauenburg – Das Wetter der vergangenen Tage hat mit heftigen Regenfällen in einigen Regionen Deutschlands zu Überschwemmungen geführt. Gefährdet von Hochwasser sind auch immer die Kommunen des Kasseler Ostens mit Losse und Wahlebach. In früheren Zeiten trat genauso die Bauna bei Baunatal und Schauenburg über die Ufer – wie beispielsweise beim großen Hochwasser 1992.

Doch der seit Anfang der 2000er-Jahre installierte Hochwasserschutz im Bauna-Tal hat sich bei derartigen Regenereignisssen bewährt. Das betont Schauenburgs Bürgermeister Michael Plätzer ausdrücklich. „Das Konzept stimmt“, sagt er. „Insgesamt bewährt sich das.“

Hochwasserschutz im Raum Kassel: Projekt startete mit der Expo 2000

In Baunatal und Schauenburg gibt es den umfassendsten Hochwasserschutz im gesamten Raum Kassel. Die Sperren an den Poldern seien aber trotz des heftigen Regens aktuell noch nicht auf Bereitschaft gegangen, berichtet Baunatals Stadtsprecherin Susanne Bräutigam auf Anfrage. „Es hat bisher keinen Anstau gegeben.“

In den vergangenen drei Jahren habe es die Situation eines Anstaus allerdings schon mehrfach gegeben, weil der kritische Pegelstand überschritten worden sei, ergänzt Michael Plätzer. „Das schützt uns wirklich gut.“ Die Schutzeinrichtungen liegen an mehreren wichtigen Punkten entlang des Verlaufs der Bauna. Das Konzept wurde zur Expo 2000 aus 800 Projekten auf der ganzen Welt ausgewählt. Anlass für die Initiative der Kommunalpolitik war das verheerende Hochwasser 1992. Zahlreiche Straßenzüge in beiden Kommunen wurden damals überflutet.

Polder und Rückhaltebecken sorgen in Baunatal für Hochwasserschutz

Während des Aufbaus von Poldern und Rückhaltebecken kamen immer wieder Besucher aus europäischen Nachbarländern, um sich über das Zusammenspiel aus mehreren Poldern und lokalen Schutzeinrichtungen in den Orten zu informieren. Neben einem Kleinstrückhalt bei Hoof gibt es im weiteren Verlauf den Polder Katzenmühle mit einem Fassungsvermögen von 72.000 Kubikmetern. Das Becken liegt zwischen Hoof und Elgershausen. Unterhalb von Elgershausen schließt sich dann der Polder Schefferfeld an. Dieser fasst 230 000 Kubikmeter Wasser. Zuletzt fertiggestellt wurde das Rückhaltebecken Hunsrückstraße im Jahr 2017. Dieses fängt im Notfall gut 100 000 Kubikmeter Baunawasser auf.

Für das Gesamtprojekt gab es viele Zuschüsse vom Staat. Beispiel: Der Polder bei Kirchbauna kostete den Hochwasserverband 5,3 Millionen Euro, 70 Prozent des Zuschusses kamen vom Land Hessen. Zusätzlich wurden in der letzten Phase in den Orten Kirchbauna und Guntershausen lokale Schutzeinrichtungen angelegt, teilweise im Bereich öffentlicher Straßen und Plätze sowie an Privatgrundstücken. Schauenburgs Bürgermeister Michael Plätzer lobt den Einsatz der Initiatoren vor 25 Jahren. „Da kann man allen nur dankbar sein“, sagt er. „Das gibt einem ein sicheres Gefühl.“ (Sven Kühling)

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