Betroffenen äußern sich in Versammlung

Guntershäuser bringen Petition gegen Lärm an Bahnstrecken auf den Weg

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Burkhard Kilian (von links), Dr. Klaus-Peter Lorenz und Dieter Norwig gehören zu den Aktiven in Guntershausen, die sich gegen den ständigen Eisenbahnlärm wehren und hoffen, dass die Petition Erfolg haben wird. Die Bahntrasse führt direkt am Wohnhaus der Familie Norwig vorbei.

Baunatal – Der Kronleuchter klirre, wenn ein Zug vorbeirast. Im Sommer im Garten zu sprechen, sei unmöglich. Das erzählt Dieter Norwig, der  an der Bahntrasse in Baunatal-Guntershausen wohnt.

Nicht nur Norwigs Familie leidet unter dem Eisenbahnlärm, sondern alle Anwohner, denn zwei Strecken verlaufen nach Süden.

Verursacht wird der Lärm laut Norwig nicht durch Regional- und Fernzüge: „Sondern durch Güterzüge.“ Nach der Einrichtung eines neuen Stellwerkes durch die Bahn 2011 habe der Güterzugbetrieb zwischen Kassel und Bebra beziehungsweise zwischen Kassel und Frankfurt zugenommen. „Es fahren bis zu 400 Züge pro Tag“, sagt SPD-Ortsvereinsvorsitzender Dr. Klaus-Peter Lorenz.

Er will jetzt eine Petition an den Bundestag für baldigen Lärmschutz auf den Weg bringen. Darin geht es um die Forderung nach einem baulichen Lärmschutz und um eine verbindliche Aussage, wann dieser entlang der Gleise gebaut wird. „Wir warten seit Jahren darauf“, sagen Norwig und Lorenz. Eine Zusage steht ebenso lange im Raum. Im Lärm-Aktionsplan des Eisenbahnbundesamtes ist der Bau enthalten. Aber: Passiert ist noch nichts.

Planungen sollten in diesem Jahr beginnen. Diesem Vorhaben hat die Bahn erst mal eine Absage erteilt, da andere Lärmschutzprojekte eine höhere Priorität hätten. Norwig, der in der Straße Zum Bahnhof wohnt, und auch Burkhard Kilian, der an Binsdorfer Straße zuhause ist, sind enttäuscht. „Die Entscheider sitzen in Frankfurt, weitab vom Schuss“, klagt Kilian, der auch erzählt, dass nachts und an Freitagabenden der Güterzugverkehr besonders hoch sei. „Vor allem das Quietschen der Züge ist ein Problem“, sagt er.

Für die Anwohner rund um den Bahnhof ist auch die Unterführung auf dem Weg dorthin ein solches: „Sie wirkt wie ein Resonanzkörper und verstärkt den Lärm auf den Gleisen“, erklärt Norwig, dessen Haus nur zwanzig Meter entfernt steht. Er hat sich schon einmal die Mühe einer Messung der Lärmemissionen gemacht: „Über 80 Dezibel wurden gemessen.“ Die Eisenbahn sei ein schlechter Nachbar, resümiert er.

 In der Petition wird auch eine Sofortmaßnahme gefordert: „Den Streckenabschnitt für Schnellbremsungen aus der Ortslage zurück zu verlagern in den wenige hundert Meter entfernten Abschnitt abseits der Wohnanlagen“, erläutert Lorenz. Durch die neuen Signalstandorte sei der Bremsweg für Zwangsbremsungen auf den hohen Bahndamm direkt im Ort verlegt worden – sehr zum Unmut der Anwohner. Oft seien die Züge zu schnell unterwegs und das Abbremsen damit ohrenbetäubend.

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