Neue Wohnungen und ÖPNV-Zugang

Guntershausen soll junge Menschen anlocken: Leben an Fluss und Bahnhof

So könnte es aussehen: Nach Angaben der CDU Baunatal gibt es diese Vorentwürfe für den Bereich der ehemaligen Chemiefabrik am Bahnhof Guntershausen. Laut Rathaus ist bereits eine Bauvoranfrage eingegangen. Repro: CDU Baunatal
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So könnte es aussehen: Nach Angaben der CDU Baunatal gibt es diese Vorentwürfe für den Bereich der ehemaligen Chemiefabrik am Bahnhof Guntershausen. Laut Rathaus ist bereits eine Bauvoranfrage eingegangen.

Der Baunataler Stadtteil Guntershausen könnte sich zum besonderen Wohnort für junge Leute entwickeln. Das ist eine Idee von Baunatals Bürgermeisterin Silke Engler (SPD).

Baunatal – Sie stellt sich vor, dass der Stadtteil beispielsweise für Studenten attraktiv werden könnte, die das Wohnen nahe der Fulda in idyllisch-ländlicher Umgebung mit Anbindung an den regionalen ÖPNV schätzen. In 15 Minuten sind sie mit der Regiotram in der Kasseler Innenstadt und an der Uni.

Die Rathauschefin könnte sich durchaus vorstellen, dass auf früheren Bahnflächen und anstelle von komplett verfallenen und eingestürzten Bahn- und Industriegebäuden moderne Wohnungen „für alle Altersgruppen“ entstehen. Einige Anfragen von Investoren gebe es bereits.

Das Entwicklungspotenzial von Guntershausen hat die Stadtverwaltung jetzt auch als Teil des neuen Siedlungsrahmenkonzeptes an den Zweckverband Raum Kassel (ZRK) gemeldet (wir berichteten). Gemeinsam mit den Fraktionen des Stadtparlamentes, so Engler, habe man geeignete Flächen aus allen sieben Baunataler Stadtteilen zusammengetragen. Ein besonderer Blick galt dem unansehnlichen Umfeld des Bahnhofs Guntershausen.

Die Verwaltung sieht enormes Potenzial. „Guntershausen ist ein Stadtteil, der wachsen darf“, betont Engler. „Es gibt eine gute Perspektive, jungen Leuten dort Wohnraum zu geben.“

Brandruine

Ein Baustein soll das Gelände der ehemaligen Bahnmeisterei werden, die im Sommer 2018 komplett ausgebrannt war. Noch immer steht die eingestürzte Brandruine neben den von der Bahn erneuerten Nahverkehrsbahnsteigen. Das Gebäude sei von einem Investor ersteigert worden, berichtet die Bürgermeisterin. Wie viele Wohnungen dieser plane, sei noch nicht bekannt. Engler hofft nur, dass es eine gute Mischung aus historischen Bauten und modernen Gebäuden geben wird.

Chemiefabrik

Gleiches gelte für den gegenüber auf der Westseite gelegenen Bereich der alten Chemiefabrik. „Hier gibt es eine Bauvoranfrage“, sagt Engler. Die Baunataler CDU hatte kürzlich berichtet, einen Investor für das Areal an der Grifter Straße an Land gezogen zu haben. Momentan seien dort insgesamt zehn Gebäude mit jeweils 18 Wohneinheiten für sozialverträglichen und bezahlbaren Wohnraum geplant, so die Angaben von Fraktionschef Sebastian Stüssel. Es handele sich bei dem Interessenten um eine Investorenfirma aus Hamburg.

Geklärt werden muss laut der Bürgermeisterin, inwieweit der Boden im Umfeld der früheren Chemiefabrik belastet ist. Dazu gebe es eine Verabredung mit dem Regierungspräsidium, dass ein Investor lediglich die zu bebauende Fläche voruntersuchen müsse, und nicht das komplette Umfeld. Ein Umgraben des kompletten Bodens würde ein Bauprojekt für einen Investor unrentabel machen. Das Fazit der Bürgermeisterin: „Aus unserer Sicht finden wir das eine gute Fläche für Wohnbebauung.“ Engler hebt den modernen Charakter hervor und spricht von „städtischem Wohnen – auch für Ältere“.

Neues Wohngebiet

Und: Neben der bereits bestehenden Bebauung auf der Ostseite des Bahnhofes, entlang der Binsdorfer Straße, könnten nach dem Willen der Rathausspitze neue Häuser entstehen.

Im Blick sei die Ackerfläche gegenüber der bestehenden Bebauung, erläutert Engler. Natürlich müssten für alle Bereiche Bebauungspläne erstellt und letztendlich vom Stadtparlament beschlossen werden.

Vereinshaus

Bewegung kommt auch in das Gebäude des Vereinsheimes des Kaninchen- und Geflügelzuchtvereins K 2 Baunatal und Umgebung. Das Gebäude war kürzlich ebenfalls von einem privaten Investor ersteigert worden. Laut Bürgermeisterin steht noch nicht genau fest, was mit dem Haus und dem Verein geschehen soll. „Wir warten auf eine Absichtserklärung des Eigentümers“, sagt sie. Dem Vernehmen nach hat der K 2 inzwischen eine Alternative für seine Vereinsarbeit in Aussicht.

Park-and-Ride-Anlage

Zu einer modernen Wohnbebauung und einem guten Anschluss an den ÖPNV gehört auch ein vernünftiges Park-and-Ride-Angebot. Das will die Stadt Baunatal auf Flächen neben dem Vereinshaus ausbauen.

„Die Bahn hat uns die Flächen links und rechts daneben zum Kauf angeboten“, sagt Bürgermeisterin Silke Engler. „Wir prüfen das ernsthaft.“ Bei einem akzeptablen Preis wolle die Stadt zuschlagen. Zu einem Verkehrsknotenpunkt gehöre ein gescheites Parkplatzangebot dazu.

Detaillierte Daten – etwa eine Quadratmeter- oder Wohneinheitenzahl – kann das Rathaus laut Engler noch nicht nennen. „Dafür ist es noch zu früh.“

Von Sven Kühling

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