„Haben mich vor die Tür gesetzt“

Karsten Krug aus Baunatal ärgert sich über Vorgehen im Impfzentrum in Calden

Ist unverrichteter Dinge wieder vom Impfzentrum abgezogen: Karsten Krug aus Kirchbauna. Der 40-Jährige war im Herbst an Corona erkrankt, geimpft wurde er zu einem vereinbarten Termin nicht. Sein Impfpass blieb leer.
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Ist unverrichteter Dinge wieder vom Impfzentrum abgezogen: Karsten Krug aus Kirchbauna. Der 40-Jährige war im Herbst an Corona erkrankt, geimpft wurde er zu einem vereinbarten Termin nicht. Sein Impfpass blieb leer.

Karsten Krug war glücklich, als er nach überstandener Corona-Erkrankung im November 2020 für den 20. April einen Impftermin bekam. Doch im Impfzentrum in Calden sei er wieder weggeschickt worden.

Baunatal - Die Begründung: Die sechs Monate nach seiner Covid 19-Erkrankung seien noch nicht vorbei. Karsten Krug rechnet anders. Er hätte auf jeden Fall geimpft werden müssen, sagt er. Wenn man den November als Monat mitzähle, komme man locker auf den Zeitraum von mehr als sechs Monaten.

Im Herbst sei bei ihm und seiner Freundin eine Covid 19-Infektion festgestellt worden. „Ich hatte damals keine Symptome“, sagt der Angestellte vom Baunataler Bauhof weiter. Erst später sei er immer schwächer geworden. „Ich bin sogar einmal bei der Arbeit zusammengbrochen“, berichtet Krug, der auch Mitglied der Freiweilligen Feuerwehr ist. In einer Untersuchung sei festgestellt worden, dass er mittlerweile 40 Prozent weniger Lungenvolumen hat. Aufgrund der Folgen der Erkrankung sei er dann in die Priorisierung 2 für eine Impfung gekommen. „Man weiß ja schließlich nicht, ob sich bei mir Antikörper gebildet haben.“

Dann habe er sich online um einen Termin für Calden beworben. Dabei habe er natürlich sofort angegeben, dass er im November erkrankt war. „Ich habe immer alle Bedingungen erfüllt und eingehalten“, betont der Kirchbaunaer. Sich an alle Regeln zu halten, sei ihm wichtig. Schließlich sei er ja auch als Mitglied der Feuerwehr ein Vorbild. „Ich bin Uniformträger.“

Grundsätzlich bestätigt Landkreissprecher Harald Kühlborn das Handeln des medizinischen Dienstes im Impfzentrum. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) besage, „dass frühestens sechs Monate nach einer Corona-Erkrankung eine Impfung erfolgen kann“. Das Gleiche gelte auch für jeden positiven PCR-Test, so der Sprecher. Auch danach könne frühestens nach einem halben Jahr geimpft werden.

Gar nicht verstehen kann Karsten Krug, dass er von dem Mediziner vor Ort sehr unfreundlich weggeschickt wurde. „Der hat mich quasi vor die Tür gesetzt“, sagt der Kirchbaunaer. Einen neuen Termin für eine Impfung habe er dennoch bekommen: Dieser sei jetzt für den 10. Juni vorgesehen.

Sollte tatsächlich ein unfreundlicher Ton angeschlagen worden sein, habe er dafür kein Verständnis, sagt Kreissprecher Kühlborn. „Das ist etwas, das nicht sein darf.“

Weiter bleiben bei Krug Fragen offen. Völlig ungewiss sei für ihn, ob er als Genesener nun zwei Impfungen bekommen muss. Schließlich müsse er diese ja irgendwie nachweisen können, wenn es um Lockerungen gehe. Laut Kühlborn gilt eine Erkrankung tatsächlich als Erstimpfung. Krug müsse deshalb nur ein Mal geimpft werden. Wer die erste Eintragung im Impfpass vornehme, müsse noch geregelt werden.

Am Ende hält Krug noch ein dickes Lob bereit. Die Bundeswehrsoldaten, die die Menschen im Caldener Impfzentrum bertreuten, seien sehr hilfsbereit gewesen. Diese hätten ihn ermutigt, als der Termin vor Ort platzte. (Sven Kühling)

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