Weltweiter Halbleiter-Mangel

Produktion bei VW eingeschränkt: Es fehlen weiterhin die Chips - Viele Mitarbeiter in Kurzarbeit

Blick in die Halle 1: Hier werden die Elektroantriebe für Volkswagen gebaut. Fast alle Produktionsbereiche im Baunataler Werk sind aktuell von Kurzarbeit betroffen.
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Blick in die Halle 1: Hier werden die Elektroantriebe für Volkswagen gebaut. Fast alle Produktionsbereiche im Baunataler Werk sind aktuell von Kurzarbeit betroffen.

Das VW-Werk Kassel in Baunatal ist weiterhin massiv vom weltweiten Halbleiter-Mangel betroffen. Für viele Mitarbeiter gelte Kurzarbeit.

Kassel/Baunatal – Das bestätigt Betriebsratsvorsitzender Carsten Bätzold auf Anfrage der HNA. Dem Vernehmen nach ist unter anderem die Gießerei am VW-Standort Kassel in Baunatal – Europas größte Leichtmetallgießerei – noch eine Woche zusätzlich geschlossen. Auch das bestätigt Bätzold auf Anfrage. Es gebe fast keinen Bereich im Werk, der nicht eingeschränkt sei.

Grund für das Zurückfahren der Produktion im zweitgrößten deutschen VW-Werk mit 17.000 Beschäftigten ist nicht etwa eine zu geringe Auftragslage. Vielmehr können in den Fahrzeugwerken des Konzerns – von Wolfsburg bis Zwickau – die Autos in den Montagelinien wegen des Elektrochip-Engpasses nicht fertiggebaut werden. Somit werden auch deutlich weniger Teile aus Kassel angefordert – beispielsweise Getriebe. Nach Informationen der HNA werden hier im Werk unter anderem halbfertige Direktschaltgetriebe des Typs DQ 381 eingelagert. Auch für deren Steuergeräte fehlen die begehrten Elektronikbauteile. Bätzold betont: „Es ist kein Thema der Auftragslage. Wir haben eine hervorragende Auftragslage.“

Produktion bei VW in Kassel eingeschränkt - Auch Auswirkungen der Corona-Krise

Auch das Werkmanagement in Baunatal sagt das: Trotz der sehr guten Auftragslage habe die Fahrweise aufgrund der aktuellen Halbleiter-Engpässe angepasst werden müssen, sagt Werksprecher Heiko Hillwig. So räumt der Sprecher Einschränkungen in der Produktion ein. Die unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie – etwa Materialmangel, Absatzschwankungen, behördliche Anordnungen wie zum Beispiel Quarantänemaßnahmen sowie die aktuell bestehende Versorgungssituation mit Steuergeräten aufgrund des Versorgungsengpasses bei Halbleitern führten dazu, „dass die Volkswagen AG das Produktionsprogramm anpassen muss“. Aus diesem Grund ruhe jeweils in Teilbereichen bis einschließlich 31. August die Arbeit an einzelnen Tagen. Bereits im Juni war wegen des Halbleiter-Magels die Produktion im VW-Werk Kassel für zwei Tage gestoppt worden.

Produktion im VW-Werk Kassel eingeshcränkt - viele Mitarbeiter in Kurzarbeit

Wieviele Mitarbeiter genau in Kurzarbeit sind, das ist laut Betriebsrat aktuell nicht ganz genau mit Zahlen zu belegen. Viele Beschäftigte seien derzeit im Urlaub. „Wir haben in den Sommerferien sowieso eine abgesenkte Fahrweise“, erläutert Bätzold die Folge der klassischen VW-Werksferien in einer Reihe von fahrzeugbauenden Werken. Zusätzlich setze man nun an einzelnen Tagen für einzelne Beschäftigte das Instrument Kurzarbeit ein. „Das ist der Versuch, möglichst sinnvoll da durchzukommen.“

Und wie geht es im September im Baunataler Werk weiter? Carsten Bätzold hält sich mit einer Prognose zurück. „Ich hoffe, dass sich die Situation im vierten Quartal bessert.“ (Sven Kühling)

Aus einem ganz anderen Grund wurde die Produktion im VW-Werk Kassel in Baunatal vor wenigen Tagen lahmgelegt - ein Mitarbeiter hatte wichtige Teile gestohlen.

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