Mehr als 12 Kilometer 

Harry hat Heimweh: Darum läuft ein Kater regelmäßig von Niedenstein nach Großenritte 

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Hat den Kater gerne bei sich: Matthias Esskuche mit Harry in den Räumen seines Restaurants in Großenritte. 

Vor fünf Jahren zog Kater Harry mit seiner Besitzerin von Großenritte nach Niedenstein. Doch ganz loslassen kann Harry nicht - immer wieder kehrt er in seine alte Heimat zurück. 

Es klingt fast wie die Geschichte eines Disney-Films. Ein Kater hat Heimweh und läuft seit einigen Jahren regelmäßig mehr als 12 Kilometer vom neuen Heim über Stock und Stein zum alten Zuhause. Schon 2013 war seine Besitzerin mit dem Vierbeiner von Großenritte nach Niedenstein gezogen. Doch immer wieder kehrt er zurück. Dass sich unterhalb des alten Heims auch noch ein Restaurant befindet, könnte dem Kater natürlich in die Karten spielen.

Kater erinnert an Comic-Figur Garfield

Die Rede ist von Harry, dem 10 Jahre alten Kater, der mit seinem weiß-roten Fell ein wenig an Garfield erinnert. Allerdings nur, was die Optik betrifft, denn Harry scheint ziemlich sportlich zu sein. Im Restaurant Humburg’s Eck, dem Ziel seiner regelmäßigen Reisen, ist der Kater jedenfalls längst ein Star. „Harry kennt hier jeder, die Gäste freuen sich immer, ihn zu sehen“, sagt Restaurant-Besitzer Tobias Papra. Schon seit Längerem diene das Restaurant mit deutscher Küche dem Kater als Herberge. Er komme und gehe, wann er will. Wenn Harry bei ihnen ist, füttern Papra und sein Kollege Matthias Esskuche ihn regelmäßig. Für die Nacht haben die Großenritter Restaurant-Besitzer dem Kater extra einen Schlafplatz eingerichtet. Wenn der vierbeinige Gast schon da ist, soll er sich schließlich auch wohlfühlen. Doch nicht nur im Restaurant ist er gerne gesehen und bleibt auch mal über Nacht. „Manchmal schläft er auch bei Nachbarn“, sagt Papra. Oder er macht es sich auf dem nahegelegenen Bauernhof im Kuh- oder Pferdestall gemütlich.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt. 

2015, so erinnert sich Papra, habe man einmal gedacht, der Kater hätte kein Interesse mehr an seiner alten Heimat. „Da haben wir ihn ein halbes Jahr nicht hier gesehen“, so der Großenritter.

Was er nicht weiß – das hatte einen ganz bestimmten Grund: Besitzerin Cordula Bauer war schwanger. „Da ist er nicht von meiner Seite gewichen“, schildert die Frau. Generell sei er in jungen Jahren nie von der Seite der Sozialpädagogin gewichen. „Ich habe gemerkt, wie sehr er sich an mich bindet“, blickt Bauer auf die Zeit zurück, als Harry noch klein war. Sogar zum Einkaufen begleitete er sie.

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Bis 2013 hatte Cordula Bauer mit Kater Harry in Großenritte gewohnt – direkt über dem Restaurant Humburg’s Eck. „Schon da ist er dort ein- und ausgegangen“, schildert Bauer. Gerne erinnert sie sich zurück, wie Harry bei einer älteren Dame im Rollator saß und „Sahne geschlotzt“ hat oder bis spät abends im Restaurant lag und ihn ein Gast zum Schlafen in ihre Wohnung brachte. „Als wir dann nach Niedenstein gezogen sind, waren die Gäste total traurig, dass Harry geht.“ 

Doch wie sich zeigte, dauerte es nicht lange, bis der Kater zurückkehrte. „Natürlich vermisse ich Harry, wenn er nicht hier ist, er hat mich jahrelang begleitet“, sagt Bauer. Das Wichtigste für sie ist aber, dass es ihm gut geht und er sich wohlfühlt. Dass er das tut, zeigt sich schon bei unserem Besuch, als er im Kinderwagen eines Gastes liegt und sich von groß und klein kraulen lässt. Einer der Momente, für den Harry die lange Reise wohl gerne in Kauf nimmt.

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