Deutsche Bahn durchforstet Wälder

Helikopter hilft bei Baumfällarbeiten nahe Baunatal

Baumfällarbeiten mit einem Helikopter an der Bahnstrecke bei Baunatal-Guntershausen.
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Baumfällarbeiten mit einem Helikopter an der Bahnstrecke bei Baunatal-Guntershausen.

Ein paar ungewöhnliche Flugobjekte konnten Radfahrer und Spaziergänger am Wochenende bei Baunatal-Guntershausen beobachten. Denn dort wurden Bäume per Helikopter aus dem Wald geholt.

Baunatal - Die Arbeiten im Auftrag der Deutschen Bahn fanden entlang der Main-Weser-Bahnstrecke und der ICE-Strecke statt. „Genauer betrachtet wurden die Bäume zwar am Boden abgesägt, die Stämme aber am gespannten Seil auf dem Luftweg geräumt“, erklärt Anwohner Klaus-Peter Lorenz.

Die Deutsche Bahn lässt derzeit die Wälder an den Gleisen durchforsten, um Sturmschäden vorzubeugen. Auch in schwierigem Gelände werden kranke oder abgestorbene Bäume ganz oder teilweise abgesägt, damit sie nicht bei starkem Wind auf Oberleitungen und Gleise stürzen. Die Zahl der vegetationsbedingten Störungen beträgt laut DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla mittlerweile rund 900 pro Jahr. 2018 seien es noch rund 1200 gewesen.

70 Prozent des 34 000 Kilometer langen Schienennetzes führen an Bäumen vorbei. Um festzustellen, welche auf die Gleise stürzen könnten, werden regelmäßige Inspektionen angesetzt. Forstexperten begutachten sie vom Boden aus. Luftaufnahmen und Satellitenbilder werden hinzugezogen, um zu entscheiden, an welchen Stellen es kritisch werden könnte.

Baumfällarbeiten mit dem Helikopter an der Bahnstrecke bei Baunatal-Guntershausen.

Sechs Meter links und rechts der Gleismitte darf nichts wachsen. Reicht ein Rückschnitt nicht, wird gefällt. Pro Jahr seien seit 2018 rund 30 000 nicht witterungsfeste Bäume aus den Bahnwäldern entfernt worden, bilanziert die Deutsche Bahn. Einen Ausgleich sollen Baumpflanzaktionen bieten.

Zahlreiche Menschen haben laut Lorenz angehalten, um den Baumfällarbeiten zuzuschauen. Es sei viel Personal im Einsatz gewesen. „Das Fluggerät pendelte mit hoher Effektivität und beinahe virtuos von mehreren Fällstellen hinab zum Fulda-Ufer“, so beschreibt es der Anwohner. Auf der viel befahrenen Main-Weser-Bahn seien trotzdem weder der Personen- noch der Güterverkehr unterbrochen worden. (Lara Thiele mit dpa)

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