Ziel ist der klimagerechte Wald

Hessen Forst fällt durch Dürre geschädigte Bäume und sichert Wege

Am Waldrand: Revierförster Arnd Kauffeld vom Forstamt Wahlershausen zeigt eine gefällte Buche am Baunsberg. In dem Baum hatten sich bereits faulige Hohlräume gebildet. Die Standfestigkeit war nicht mehr gewährleistet.
+
Am Waldrand: Revierförster Arnd Kauffeld vom Forstamt Wahlershausen zeigt eine gefällte Buche am Baunsberg. In dem Baum hatten sich bereits faulige Hohlräume gebildet. Die Standfestigkeit war nicht mehr gewährleistet.

Am Baunsberg bei Baunatal sowie an vielen weiteren Stellen im Landkreis Kassel ist Hessen Mobil unterwegs, um Bäume zu fällen und so für die Verkehrssicherheit zu sorgen.

Kassel/Kreis Kassel – Wenn Arnd Kauffeld regelmäßig den Baunsberg umrundet, dann tut er das nicht zum Fitnesstraining. Auch wenn natürlich zahlreiche Sportler aus Kassel und Baunatal das beliebte Wald-Rund regelmäßig zum Joggen nutzen. Der Förster schaut in erster Linie auf die Bäume am Baunsberg. Und zwar vor allem auf die, die neben den viel frequentierten Waldwegen und in der Nähe von öffentlichen Gebäuden und Wohnhäusern stehen. Denn hier gilt für Hessen Forst die Verkehrssicherungspflicht. Der Waldeigentümer ist für die Sicherheit der Menschen auf und neben häufig genutzten Wegen verantwortlich.

In den vergangenen zwei Wochen war der Chef der Revierförsterei Wahlershausen mit Waldarbeitern verstärkt am Baunsberg unterwegs, um geschädigte Bäume zu entfernen. „Hier haben wir allein 100 Stück rausgenommen“, sagt er beispielsweise über den Waldabschnitt oberhalb des Baunsbergsportplatzes bei Altenbauna. Auch neben der Friedrich-Ebert-Schule seien einige Bäume, die trocken und brüchig waren, gefällt worden – „vorrangig Lärchen und Buchen“.

Auslöser für die Instabilität der Bäume, die jetzt umzufallen drohten, war die Trockenheit der vergangenen drei Sommer. Von den Bäumen sei als Folge des Wassermangels teilweise die schützende Rinde abgeplatzt. An diesen Stellen seien dann Pilze in den Baum eingedrungen und hätten den Bäumen letztendlich das Leben genommen, erläutert der Förster. Die Trockenheit sei der Auslöser, der Pilzbefall der Ausführende für das Bäumesterben. Außerdem seien die teilweise über 30 Meter hohen Riesen bis zu 160 Jahre alt. „Die Buchen kommen in die Zerfallsphase. Das ist normal“, betont der Förster.

Beim Blick auf die jetzt am Wegesrand liegenden Stämme wird klar, dass das Fällen aus Sicherheitsgründen notwendig war. Im Innern hatten sich zum Teil schon Hohlräume gebildet. Das faulende Holz wurde so zur Gefahr für Jogger, Spaziergänger und Anwohner. Auch für Kinder und Jugendliche, denn unweit des Gebietes am Baunsberg liegt die Baunataler Waldstation, die vom Nachwuchs zur Projektarbeit mit Waldthemen genutzt wird.

Natürlich werde er wegen der Fällarbeiten immer wieder von kritischen Passanten angesprochen, berichtet Kauffeld weiter. Aufgrund der Verkehrssicherungspflicht bleibe aber keine Wahl. „Entweder wir müssen die Wege sperren oder die Bäume müssen weg.“

Einen Vorteil hat die Aktion auf jeden Fall. In den nun offeneren Flächen können sich junge Bäume entwickeln. Am Baunsberg geschehe das weitgehend, ohne dass der Forst künstlich Bestände anpflanzen müsse, erläutert der Revierförster.

Und so entdeckt der Spaziergänger schon jetzt auf den lichten Flächen junge Eichen, Buchen, Kirschbäume und die drei Ahornarten Bergahorn, Spitzahorn und Feldahorn. Nach fünf Jahren seien die Bäumchen mannshoch, erläutert Kauffeld. Dann wüchsen sie jedes Jahr um 50 bis 60 Zentimeter.

Genau die genannten Baumarten will Hessen Forst in der gesamten Region fördern. „Diese Mischung ist Grundvoraussetzung für einen klimagerechten Wald“, so Kauffeld. Damit gelinge hoffentlich die Anpassung an die Trockenjahre. (Sven Kühling)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.