Im Einsatz für die Bogenschützen

Jeder kann abstimmen: Baunatalerin für Deutschen Engagementpreis nominiert

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Mehr weibliche Kampfrichterinnen im Bogensport: Für dieses Ziel wurde Sabrina Steffens vom Deutschen Olympischen Sportbund mit dem Gleichstellungspreis ausgezeichnet.

„Wenn man kein Amt übernimmt, darf man auch nicht meckern.“ Mit dieser Einstellung ist Sabrina Steffens weit gekommen – unter anderem zu Olympia 2016. Sie ist für den Deutschen Engagementpreis 2018 nominiert.

Bis zum 22. Oktober kann man für sie abstimmen. Die 39-Jährige ist Kampfrichterin im Landes-, Bundes-, Europa- und Weltsport des Bogenschießens. Sie setzt sich dafür ein, mehr Frauen für die Aufgabe des Kampfrichtens zu motivieren. 

Bogenschützin ist die gebürtige Baunatalerin seit ihrem zehnten Lebensjahr. „Ich bin durch meinen Vater und Bruder dazu gekommen. Sie haben früher auf meine Pamperskartons im Garten geschossen.“ Auch ihre fünfjährige Tochter und ihr drei Jahre alter Sohn würden schon heute fleißig mit Kinderbögen üben. Wenn die selbstständige Übersetzerin internationale Wettkämpfe richtet, beobachten ihre Kinder sie mit Papa und den Großeltern gerne im Fernsehen.

Sie wollte es besser machen

Als Jugendliche nahm Sabrina Steffens an Wettkämpfen teil und begann schnell, das System zu hinterfragen. Die Richter-Sportler-Beziehung sei damals sehr hierarchisch geprägt gewesen. „Die Richter waren die Herren des Sports.“ Ihr fehlte es am Zusammenspiel mit den Bogenschützen.

Mit 24 Jahren wurde Sabrina Steffens selbst Kampfrichterin. „Ich habe mir gedacht, das kann man doch auch anders machen.“ Heute verstünden sich Kampfrichter als Unterstützer der Sportler. Ihre Aufgabe sei es, für einen fairen Wettkampf zu sorgen. Doch eines störte sie noch immer: „Als ich angefangen habe, waren nur rund zehn Prozent der Richter Frauen.“

Mehr Frauen ins Ehrenamt

So begann sie, Sportlerinnen auf das Ehrenamt aufmerksam zu machen und auch selbst auszubilden. Für ihr Engagement wurde sie vom Deutschen Olympischen Sportbund mit dem Gleichstellungspreis 2017 ausgezeichnet. Der Bund war es auch, der sie für den Deutschen Engagementpreis nominierte. Der Anruf sei unerwartet für sie gekommen. „Das ist einfach eine große Ehre.“

Als Kampfrichterin hatte sie die Möglichkeit weiter zu kommen als mit ihrem sportlichen Können, sagt Steffens. Sowohl karrieretechnisch als auch im geografischen Sinne: „Ich war schon auf jedem Kontinent, außer Australien.“ Besonders der kulturelle Austausch fasziniere sie. „Man lernt, miteinander umzugehen. Was man in einer Kultur macht, ist in der anderen vielleicht unhöflich.“

Trotz ihres umfassenden Engagements, für das sie an drei viertel aller Wochenenden unterwegs ist, schießt sie weiterhin aus Spaß im Sportschützenverein Baunatal. „Das Kampfrichten mache ich aus Herzblut. Ich setze mich für die Bogenschützen ein.“ Untätiges Meckern über „die da oben“ ist nichts für sie. Sie möchte Dinge verändern.

Das Ziel vor Augen: Sabrina Steffens hat es als Kampfrichterin weit geschafft. 

Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis aller 700 Preise, die in Deutschland für freiwilliges Engagement vergeben werden. Die Ausrichter können ihre Gewinner für den „Preis der Preise“, wie er von den Initiatoren selbst genannt wird, nominieren. Die Auszeichnung wird in fünf Kategorien vergeben: Chancen schaffen, Leben bewahren, Generationen verbinden, Grenzen überwinden und Demokratie stärken. Sie sind jeweils mit 5000 Euro dotiert. Die Gewinner werden von einer Jury ausgewählt und sind bereits bestimmt. 

Auf den Publikumspreis haben nun alle restlichen Nominierten eine Chance. Jeder kann für sie bis zum 22. Oktober online abstimmen. Der Gewinner erhält 10.000 Euro. Die ersten 50 Plätze gewinnen ein Weiterbildungsseminar. Am 12. Oktober stand Sabrina Steffens auf Platz 9, der momentane Stand ist nicht öffentlich. 

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