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Baunataler VW-Werk: Betriebsratschef Carsten Bätzold verabschiedet

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Von: Sven Kühling

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Kasseler Weg: Zuletzt fand Bätzold mit Werkleiter Jörg Fenstermann eine gemeinsame Linie.
Kasseler Weg: Zuletzt fand Carsten Bätzold (links) mit Werkleiter Jörg Fenstermann eine gemeinsame Linie. Insgesamt begleitete er fünf Standort-Chefs. © Andreas Fischer

Fast auf den Tag genau zehn Jahre stand er an der Spitze des neben der Werkleitung einflussreichsten Gremiums im VW-Werk Kassel in Baunatal: Carsten Bätzold.

Kassel/Baunatal – Der Gewerkschafter aus Schauenburg-Elmshagen war über ein Jahrzehnt Vorsitzender des Betriebsrates am zweitgrößten Standort der Volkswagen AG in Deutschland. Der ist mit 15 500 Beschäftigten zugleich auch größter Arbeitgeber der Region. Am Dienstag wurde der 57-Jährige in den Vorruhestand verabschiedet.

In Arbeitskämpfen für seine IG Metall, bei unzähligen zentralen und dezentralen Betriebsversammlungen mit bis zu 6000 Teilnehmern, bei Pressekonferenzen und bei Verhandlungen mit dem VW-Vorstand in Wolfsburg setzte sich Carsten Bätzold für die Belange der Gießer, Industriemechaniker, Fräser, Mechatroniker, Logistiker, Anlagenführer und Planer ein.

Carsten Bätzold hängt bis heute nicht nur an seinem Arbeitsumfeld, er ist auch leidenschaftlicher Fußballfan. Beim KSV Hessen Kassel war er ab 2008 im Vorstand und als Sicherheitsbeauftragter aktiv. Und dem Umweltschutz ist Bätzold als Mitglied des Kasseler Klimaschutzrates auf der Spur. Ziel ist ein klimaneutrales Kassel 2030.

Carsten Bätzold hat – wie sein Vorgänger Jürgen Stumpf – den Kasseler Weg beschritten. Dabei pflegen Arbeitnehmervertretung und Werkleitung die stille Übereinkunft, Entscheidungen an erster Stelle zum Wohl des Standortes zu treffen. Das praktizierte er mal kämpferisch, mal verbindend und beruhigend. In jedem Fall aber immer aus voller Überzeugung. Mit Hans-Helmut Becker, Falko Rudolph, Thorsten Jablonski, Olaf Korzinovski und zuletzt mit Jörg Fenstermann standen ihm während seiner Zeit fünf verschiedene Werkleiter gegenüber.

In einer Pressemitteilung des Werkmanagements zum Abschied wird Bätzold zitiert, für alle Regelungen habe für ihn die Prämisse gegolten: „Beschäftigungssicherung und Wettbewerbsfähigkeit sind und bleiben gleichrangige Ziele.“

Vor einigen Wochen entschied sich der Vollblut-Arbeitnehmervertreter, der ab 1982 den Beruf des Universalfräsers erlernte, seine über 40 Jahre angesparten Zeitwerte einzubringen und in Altersteilzeit zu gehen. Für viele überraschend. (Sven Kühling)

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