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Karneval in Baunatal ist Familiensache

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Von: Ingrid Jünemann

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Über die Kinder zum Karneval: Auch beim vorigen Prinzenpaar Jens-August I. und Nicole I. (hinten von links) sowie den amtierenden Tollitäten Sebastian I. und Jesseca I. lief das so. Die Eltern folgten ihren Töchtern Emma Huppach (13, Prinzengarde) beziehungsweise Emma Werner (10, Rittergarde und Tanzmariechen) in die GCG.
Über die Kinder zum Karneval: Auch beim vorigen Prinzenpaar Jens-August I. und Nicole I. (hinten von links) sowie den amtierenden Tollitäten Sebastian I. und Jesseca I. lief das so. Die Eltern folgten ihren Töchtern Emma Huppach (13, Prinzengarde) beziehungsweise Emma Werner (10, Rittergarde und Tanzmariechen) in die GCG. © Ingrid Jünemann

Vier Veranstaltungen sind schon über die Bühne gegangen, 13 weitere sollen bis Frühjahr 2023 folgen. Diverse Turniertermine der Tanzgarden kommen hinzu. Ein so üppiges Programm ist Dietrich Geißer, Chef der Baunataler GCG (Großenritter Carnevalsgemeinschaft), von den Karnevalskollegen im Landkreis Kassel nicht bekannt.

Baunatal – Mitgliederschwund und Motivationsverlust seien kein Problem nach zwei Jahren Corona-Pause, sagt Geißer. Ein wesentlicher Grund: Das närrische Treiben ist bei der GCG mit ihren fast 400 Mitgliedern Familiensache.

Zuerst kommen die Kinder, um in den Garden zu tanzen, dann folgen oft die Eltern. Oder werden vom Vorstand nach und nach einbezogen ins Geschehen. So wie das vorige Prinzenpaar: Nicole und Jens-August Huppach, die durch Tochter Emma (13) die GCG kennenlernten, arbeiten inzwischen im Vorstand mit. Auch die neuen Tollitäten, Jesseca I. und Sebastian I., bürgerlich Werner, fanden durch Töchterchen Emma (10) zum Verein und engagieren sich nicht nur auf dem Narrenthron.

Genügend Aktive vor und hinter den Kulissen, von Büttenredner bis Nähteam, stehen also laut Geißer für die aktuelle Session bereit. Der Vorstand geht davon aus, dass es keine Beschränkungen wegen Corona geben wird. Falls doch, werde man diese mit dem Ziel umsetzen, dennoch in Maßen tanzen und feiern zu können. „Ich habe schon 60 Hygienekonzepte geschrieben“, sagt Geißer. Ziel war, den Betrieb am Laufen zu halten, und das sei gelungen.

Übungsstunden draußen, Exkursionen, Gruppentreffen und Spiele online, Einzeltraining via Internet und Aufgaben fürs Üben zuhause halfen, allein über 170 Kinder und Jugendliche aus den vier Garden bei der Stange zu halten. Dazu kam stetige Ansprache über Soziale Medien wie Facebook und Instagram. „Es lief immer etwas“, so Geißer, „das hat zusammengeschweißt.“

Schlecht wäre ein weiterer Lockdown. Denn die GCG benötigt Eintritt von Sitzungsgästen und Startgeld von Turnierteilnehmern, um ihren Betrieb zu finanzieren.

Der Baunataler Karneval ist auch ein Wirtschaftsfaktor, Geißer zufolge werden in einer Kampagne „weit über 100 000 Euro bewegt“. Das meiste Geld steckt der Verein, formal eine Abteilung des GSV Eintracht Baunatal, in Garden und Tanzmariechen.

Denn sie sind das Aushängeschild der GCG, die mit 21 deutschen Meistertiteln zu den erfolgreichsten Clubs im karnevalistischen Tanzsport gehört. (Ingrid Jünemann)

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