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Früherer VW-Chef gestorben: Hans-Christian Maergner war von ’93 bis ’97 Werkleiter

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Von: Sven Kühling

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So kannten ihn die Baunataler: Hans-Christian Maergner war Leiter des VW-Werks von 1993 bis 1997. Danach ging er für den Konzern nach Südafrika und Brasilien. Er wohnte aber zumindest zeitweise weiter in seinem Haus am Baunsberg.
So kannten ihn die Baunataler: Hans-Christian Maergner war Leiter des VW-Werks von 1993 bis 1997. Danach ging er für den Konzern nach Südafrika und Brasilien. Er wohnte aber zumindest zeitweise weiter in seinem Haus am Baunsberg. Archi © Archiv: Ingrid Jünemann

Hans-Christian Maergner, der frühere Leiter des VW-Werkes Kassel in Baunatal, starb am 20. Dezember nach schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren.

Baunatal – Freunde und ehemalige Arbeitskollegen trauern mit der Familie um Hans-Christian Maergner. Der frühere Leiter des VW-Werkes Kassel in Baunatal starb am 20. Dezember nach schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren in seinem Haus in Baunatal. Von 1993 bis 1997 stand Maergner an der Spitze des nordhessischen Volkswagen-Standortes.

Hans-Christian Maergner stammte aus Lüthorst bei Einbeck. 1961 gehörte der angehende Werkzeugmacher zur ersten Lehrlingsgenereation im neuen Baunataler VW-Werk. Nach einem Maschinenbau-Studium stieg er 1969 wieder bei VW ein. In den 80er-Jahren leitete er schließlich den Werkzeugbau und dann auch die Gießerei in Baunatal.

VW-Werk: Maergner brachte Schmelzwerk nach Baunatal

Gemeinsam mit dem späteren Werkleiter Hans-Helmut Becker sowie Karl-Heinz Mihr, Mitglied des Betriebsrates und des VW-Aufsichtsrates, habe Maergner dafür gesorgt, ein großes Schmelzwerk am Standort zu etablieren, erzählt der ehemalige VW-Sprecher Rudi Stassek aus dieser Zeit. Das sei ein wesentlicher Baustein zur Entwicklung der Fabrik gewesen – mit positiven Folgen bis heute.

Maergner sei eng mit dem Standort und den Mitarbeitern verbunden gewesen, sagt Stassek. „Er lebte für das Werk.“ Hans-Christian Maergner war aber auch Baunataler mit Leib und Seele. In Nachbarschaft des ersten Werkchefs Rudolf Leiding hatte er ein Haus ganz oben am Baunsberg. Und trotz seiner späteren Aufgaben als Spitzenmann von Volkswagen in Südafrika und Brasilien kam er immer wieder in sein nordhessisches Domizil zurück.

Gleichgewicht aus Produktivität und Arbeitsplatzsicherung: Ehemalige Kollegen erinnern sich

Maergner habe in seiner Amtszeit wesentlich die Produktivität des Baunataler Werkes erhöht und die Kosten gesenkt, hieß es damals zu seinem Abschied aus Werk Kassel. In dieser Zeit verringerte sich die Beschäftigtenzahl von 17 400 auf 15 800.

Maergner habe immer das Gleichgewicht aus Produktivität und Arbeitsplatzsicherung gesucht, erzählt Rudi Stassek weiter. Mit der Einbindung des Betriebsrates in Entscheidungsprozesse habe er als Mitbegründer des Kasseler Weges gegolten. „Ich habe gemerkt, dass man etwas bewegen kann“, wird Maergner 2008 in der HNA zitiert.

Hans-Hemlut Becker, Maergners Mitstreiter in der Gießerei und späterer Werkleiter sagt über den Verstorbenen: „Er war kein Ja-Sager, in der Sache geradeaus, er war hart, aber gerecht.“ Mitte 2011 ging Hans-Christian Maergner schließlich als Präsident von Volkswagen do Brasil in Rente. (Sven Kühling)

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