Kapazität in Halle 1 soll verdoppelt werden

Es brummt im Baunataler VW-Werk: E-Antriebe sind stark nachgefragt

Zwei Arbeiter halten ein Schild hoch.
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Freuen sich über die gelieferte Stückzahl: Beatrix Haas und Yasar Sen zeigen, dass auf ihrer Linie seit Ende 2019 insgesamt 100.000 Elektroantriebe Base Plus für die Elektroautoplattform MEB gebaut wurden.

Das Geschäft mit den E-Autos brummt bei Volkswagen - und davon profitiert auch das VW-Werk Kassel in Baunatal.

Kassel/Baunatal – In Halle 1 soll bis zum Sommer die Produktion auf 2000 Antriebe pro Tag wachsen. Mitarbeiterin Beatrix Haas bringt es auf den Punkt: „Der Prozess wird feiner und schneller“, sagt sie und beschreibt damit die immer exakter werdenden technischen Abläufe zur Fertigung von Zahnrädern, Wellen, Rotoren und Statoren. Beatrix Haas arbeitet für den Elektroantrieb, den VW selbst etwas unspektakulär „Base Plus“ nennt. Ende 2019 ging die Produktion des neuen Elektromotors in der Halle 1 des Baunataler Werks an den Start.

Jetzt wurde das 100 000. Exemplar des 204-PS-starken Aggregates für die Modelle ID.3 und ID.4 in Baunatal gebaut. Weil das Geschäft bei Volkswagen mit den Elektroautos brummt, wird der Bereich bis zum Sommer bereits deutlich erweitert.

VW in Kassel: Pioniergeist bei Elektromobilität

Spricht man mit Beatrix Haas und Unterabteilungsleiterin Mahsuma Mohsseni und anderen Mitarbeitern in der Base-Plus-Linie, dann schwingt immer ein Stück Pioniergeist mit. Die Beschäftigten sind stolz darauf, Teil von etwas Neuem zu sein. „Ich sehe das jetzt als Herausforderung“, sagt der Fritzlarer Yasar Sen, der aus dem Getriebebau für den Bau von E-Motoren umgeschult wurde.

Derzeit arbeiten laut Mohsseni (Kassel) in der Base-Plus-Fertigung 120 Frauen und Männer, zur zweiten Jahreshälfte werde auf 200 Mitarbeiter aufgestockt. Dazu werde die Produktionslinie kräftig umgebaut. Von derzeit rund 1000 Antrieben am Tag soll die Stückzahl zum März auf 1400 und dann zum Sommer auf täglich 2000 wachsen. Das seien die Planzahlen. Natürlich, so ergänzt Werksprecher Heiko Hillwig, werden nur zusätzliche Motoren produziert, wenn die entsprechende Nachfrage nach den Fahrzeugen da sei.

Boom bei VW in Kassel: E-Antriebe sind gefragt

Und wird zur Produktionserweiterung auch baulich am Gebäude etwas geändert? „Nein“, sagt Mohsseni. Es werde keinen Anbau oder Ähnliches geben. „Ein Einfamilienhaus bleibt ein Einfamilienhaus“, betont die 35-Jährige. Die Linie werde einfach verdichtet. „Es kommen zusätzliche Stationen rein.“

Und dann kommen die Mitarbeiter von Base Plus noch einmal auf die Präzision zurück, die die Arbeit heute ausmacht. Das Einganggetriebe für den Elektromotor müsse 16 000 Umdrehungen pro Minute bewältigen. „Ohne dass man im Innenraum überhaupt nur ein Geräusch davon hört.“

Neben dem jetzigen Ausbau der Produktion soll in einem weiteren Schritt die Fertigung für den Elektromotor Base Minus entstehen, da werden die kleineren E-Motoren gebaut, die bei einem Allradwunsch des Kunden zusätzlich für Vortrieb sorgen. Dem Vernehmen nach sollen in Baunatal dann irgendwann auch die Motoren für die Konzernmarken Seat und Skoda entstehen. (Sven Kühling)

Für den neuen ID.3 von VW rollen im Werk Kassel bei Baunatal jährlich rund 500.000 E-Antriebe vom Band.

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