Raus aus dem Tarifdschungel

Nordhessens größter Sportverein KSV Baunatal ändert zum 1. Januar die Beiträge

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Dehnen für die Fitness: Ganzheitliches Faszientraining zur Stärkung des Bindegewebes gibt es allein dreimal im Kursprogramm des KSV Baunatal. KSV-Trainerin Sigrid Wellershaus (vorn rechts im türkisfarbenen Top) ist bundesweit als Referentin für das sogenannte Faszio-Konzept unterwegs.

Der KSV Baunatal, mit über 7000 Mitgliedern Nordhessens größter Sportverein, ändert zum 1. Januar 2019 seine Tarifstruktur im Kursbereich.

Wichtigste Neuerung: Wer künftig einen der etwa 80 wöchentlich laufenden Kurse besuchen will, muss Vereinsmitglied werden und dafür Beitrag zahlen. Das sorgt für Gesprächsstoff und auch für Befürchtungen, dass damit eine Preiserhöhung einhergehe. Doch die Vereinsspitze betont, dass es anders, aber im Wesentlichen nicht teurer wird. Fragen und Antworten zum Thema:

Warum kommt die neue Beitragsstruktur?

Es sei ein Tarifdschungel entstanden, sagt KSV-Vorstandsvorsitzender Timo Gerhold – Preise für Frühbucher, Normalkunden, Vereinsmitglieder, Familien oder Ferienticket mit und ohne Frühbucher-Rabatt, um nur einige zu nennen. Das sei immer schwerer verständlich und erklärbar geworden, der Verwaltungsaufwand stetig gestiegen. Da wolle man gegensteuern.

Was kostet die Teilnahme künftig?

Für einen einzelnen Kurs zahlen Erwachsene ab 2019 pro Monat 4,50 Euro Vereins- und 18 Euro Abteilungsbeitrag. Macht 22,50 Euro. Ein Multiticket für bis zu vier Kurse pro Woche kostet bald 4,50 Euro Vereins- und 35 Euro Abteilungsbeitrag, zusammen 39,50 Euro. Die neuen Preise fürs Kombiticket (Multiticket plus Fitnessstudio): 4,50 Euro Vereins- plus 47,50 Euro Abteilungsbeitrag, also 52 Euro. Wer dem Klub bereits angehört, muss den Vereinsbeitrag natürlich nicht noch einmal zahlen. Die Sommerpause mit Ferienticket-Angebot fällt weg, das Programm läuft – verteilt auf zwei Halbjahre – durch.

Wird das Mitmachen damit teurer?

Nein, sagt Vorstandsmitglied Katrin Eschstruth und gibt Beispiele. Einzelkurse wurden bisher mit 5 Euro pro Stunde berechnet. Wer das gesamte Jahr buchte, inklusive Ferienticket, kam ebenso auf einen Monatssatz von 22,50 Euro. Kombiticket-Besitzer, die bereits Vereinsmitglied sein mussten, zahlen weiterhin 52 Euro im Monat.

Wie sieht es beim Multiticket aus?

Nichtmitglieder, die bisher diese Variante ohne Frühbucher-Rabatt, aber mit Ferienticket wählten, kamen auf 43,12 Euro pro Monat. Mit 39,50 Euro zahlen sie nun weniger. Nichtmitglieder, die die Rabatte und das Ferienticket nutzten, zahlten bislang 39,37 Euro. Ihnen werden bald 13 Cent mehr pro Monat abgebucht – die einzige Erhöhung.

Was ist, wenn man bisher kein Ferienticket hatte?

Zunächst bedeutet das eine Verteuerung. Jedoch kann man kündigen und zwei Monate später wieder in den KSV eintreten – allerdings mit dem Risiko, dass dann Kurse schon ausgebucht sein können.

Bleiben Schnuppertickets zum Ausprobieren erhalten?

Ja. Einmalig am Kurs teilnehmen kostet weiter 5 Euro (zusätzlich 5 Euro Pfand für einen Schrank in der Umkleide gibt es zurück).

Wie kann man das Kursprogramm verlassen?

Das wird aufwendiger. Künftig muss man zum 30. Juni oder 31. Dezember kündigen, die Kündigungsfrist beträgt sechs Wochen. Der Verein hat dem Infoschreiben, das an alle Teilnehmer ging, ein Kündigungsformular beigelegt. Zudem will er rechtzeitig vor Fristbeginn, also Mitte Mai und Mitte November, erneut auf die Termine hinweisen.

Welche Gründe außer transparenteren Tarifen gab es für die Umstellung?

Der KSV Baunatal will der Digitalisierung Rechnung tragen und zum Beispiel von nun an Buchen per Smartphone ermöglichen, was 2019 schrittweise kommen soll. Das sei im bisherigen System nicht darstellbar, sagt Vorstandschef Timo Gerhold. Zudem wolle man mehr Planungssicherheit erhalten, Qualität sichern, möglichen steuerlichen Erschwernissen vorbeugen und somit preisgünstig bleiben.

Soll auch die Mitgliederstatistik aufgehübscht werden?

Nein, versichern Gerhold und Eschstruth, zumal schon jetzt viele Kursbesucher auch Vereinsmitglieder seien. Aber, so der Vorstandschef: „Wir freuen uns natürlich über jedes Bekenntnis zum Verein.“ Die Neuerung werde den KSV Baunatal vermutlich in Richtung 8000 Personen bringe.

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