Corona sorgt für erheblichen Mitgliederrückgang – Fast sechsstellige Einnahmeverluste

KSV Baunatal verliert 1000 Sportler

Haben das Fitnessstudio in der KSV-Sportwelt gestern wieder geöffnet: Studioleiter Christoph Klein und Vorstandsvorsitzender Timo Gerhold.
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Haben das Fitnessstudio in der KSV-Sportwelt gestern wieder geöffnet: Studioleiter Christoph Klein und Vorstandsvorsitzender Timo Gerhold.

Sporthallen dicht, Sportplätze verwaist, Trainingsbetrieb eingestellt. Wie stark sich Corona auf die Sportvereine ausgewirkt hat, wird besonders am Beispiel des KSV Baunatal deutlich. Seit Juli 2019 verzeichnete der größte Sportverein der Region mit 28 Abteilungen für 40 Sportarten nach Angaben von Vorstandsvorsitzendem Timo Gerhold über 1000 Vereinsaustritte.

Baunatal - Vereinsvorsitzender Timo Gerhold beschreibt die Entwicklung beim KSV im Einzelnen: So ging die Zahl von 7213 Vereinsangehörigen im Jahr 2019 über 7071 im Juli 2020 zu einer jetzt für Juli 2021 erstellten Prognose auf 6159 zurück. „Wir haben einen erheblichen Mitgliederschwund“, betont Timo Gerhold im Gespräch mit der HNA.

Verbunden mit den Vereinsautritten sind schließlich auch deutlich geringere Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen. „Das hat massive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation des Vereins“, so Gerhold. Für das erste Halbjahr 2021 verzeichne der Hauptverein ein Minus im knappen sechsstelligen Bereich, so Gerhold. Nur weil der KSV in den vergangenen sieben Jahren so gut gewirtschaftet habe, könne man diesen Einbruch verkraften und aus Rücklagen ausgleichen. So sei zu erwarten, dass das Vereinsangebot insgesamt nicht unter den Folgen leiden werde. „Und es hat bei uns keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben“, sagt der Vorstandsvorsitzende weiter. Einzelne Zahlen zu den Einnahmeausfällen will er demnächst bei der Delegiertenversammlung des KSV präsentieren.

Die 14 Festangestellten im Hauptverein sind laut Gerhold weiterhin in Kurzarbeit. Finanziell negative Folgen gibt es aber besonders für die vielen Trainer in den Abteilungen „und für ein Heer von etwa 50 Mini-Jobbern“. „Und wir haben eine dreistellige Zahl von Honorarkräften und Übungsleitern.“

Der Vorstandschef hofft, dass sich die Betroffenen nicht inzwischen anders orientiert haben und diese bei einem Neustart nach den jetzigen Corona-Lockerungen weiter für den KSV zur Verfügung stehen.

Trotz all der Rückschläge in den vergangenen Monaten hat der KSV weiter in seine Infrastruktur investiert. So wurde laut Gerhold die KSV-Sportwelt renoviert und mit neuen, modernen Geräten bestückt. Außerdem habe man ein Filmstudio eingerichtet.

Damit könnten künftig Kurse in einem Hybrid-Modell angeboten werden. Das heißt, die Teilnehmer können entweder direkt vor Ort bei einem Fitnesskurs dabei sein oder diesen live auf dem Bildschirm verfolgen oder sich das Angebot später einfach zu Hause auf den eigenen Computer herunterladen.

Insgesamt bleibt die Lage für den KSV weiter schwierig. Immerhin habe man am Donnerstag das Fitnessstudio wieder öffnen können. Mit einem aktuellen Test könne man den Bereich wieder betreten, sagt Gerhold. Frei ist der Zugang für Geimpfte und Genesene. Völlig offen sei zum Beispiel aber, wie es bei den Indoor-Sportarten weitergehe – von Handball bis Tanzen, so der Vorstandschef. Vor allem die Kinder und Jugendlichen litten darunter. „Wir können denen noch nichts anbieten.“

Neben dem Aufflammen der sportlichen Aktivitäten wünscht sich Gerhold den Erhalt wesentlicher weiterer Bausteine des Vereinsangebotes. „Ich habe die Hoffnung, dass die Geselligkeit und das Soziale wieder aufleben“, sagt er und nennt Beispiele wie: Teamgeist und Fairplay. „Das geht nur in der Gemeinschaft.“

Abschließend hält Gerhold noch einen Dank an die Stadt Baunatal bereit. Diese habe während der Pandemie dafür gesorgt, dass die Sportstätten weitgehend geöffnet waren. (Sven Kühling)

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