Corona hat zusätzlichen Schub ausgelöst

KSV Baunatal schaut ganz genau auf die Gesundheit

Tun gemeinsam etwas für die Gesundheit: Trainer Christoph Klein zeigt Hannelore Neumann eine Übung im KSV-Fitnessstudio.
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Tun gemeinsam etwas für die Gesundheit: Trainer Christoph Klein zeigt Hannelore Neumann eine Übung im KSV-Fitnessstudio.

Corona hat sich in den vergangenen Monaten meist negativ auf das gesellschaftliche Leben ausgewirkt. Der KSV Baunatal, mit rund 7500 Mitgliedern größter Sportverein der Region, hat allerdings auch einen positiven Aspekt in der Pandemie erkannt. So habe Corona das Bewusstsein der Menschen für Gesundheit geschärft.

Baunatal - „Corona ist ein Beschleuniger“, sagt Friedrich Heintzemann, im Vorstand für den Bereich Gesundheit verantwortlich. Der ohnehin schon immer stärker werdende Sektor habe nach dem Lockdown einen zusätzlichen Schub erfahren. „Das hat einen ganz anderen Stellenwert bekommen“, so der Vorstand.

„Das ist eine große Chance für die Sportvereine“, ergänzt Christoph Klein, Chef der KSV-Fitnessabteilung. Er verweist auf den zusätzlichen Faktor „Soziales“. Die Mitglieder hätten während des Lockdowns erst gemerkt, was ihnen in einer Zeit ohne Sport wirklich fehlt. Sichtlich begeistert seien sie gewesen, als der KSV sein Angebot wieder öffnete. „Die Leute waren froh, wieder Menschen beim Sport zu sehen.“

Neben Bewegungsangeboten – auch in den traditionellen Sportarten in 35 Abteilungen – setzt der KSV zunehmend auf Informationen zu Themen wie Ernährung, Nahrungsergänzung sowie Unterstützung für Geist und Seele. Letzteres spiele etwa beim Yoga eine große Rolle, so Heintzemann. Da bietet der KSV allein 13 unterschiedliche Kurse an.

In den Blick geraten seien zudem die sogenannten „Myokine“, sagt der Vorstand weiter. Dabei handele es sich um heilsame Botenstoffe der Muskeln. Diese schützten etwa vor Erkrankungen wie Osteoporose, Diabetes Typ2 und Demenz. Laut Christoph Klein spielt die Aktivierung der Muskeln und der über 600 Botenstoffe eine große Rolle gerade für ältere Menschen. Von den 1200 Angehörigen des KSV-Fitnessstudios in der Sportwelt seien 56 Frauen und Männer über 80 Jahre alt, sagt er. Angeboten werden seit Kurzem gleich mehrere Seniorenkraftkurse. „Da tut sich viel auf diesem Markt.“ Die Zeiten der klassischen Wirbelsäulengymnastik für Ältere seien vorbei.

Genauso boomt laut Eschstruth der Reha-Sport im KSV. Patienten nach einer Prostata-Operation und nach Brustkrebs seien genauso dabei wie Sportler mit orthopädischen Erkrankungen und mit Beeinträchtigungen des Herz-Kreislaufsystems. Der Reha-Sport habe sich in wenigen Jahren von 700 auf 1400 Teilnehmer verdoppelt. (Sven Kühling)

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