Chip-Mangel: Auch im Juli kann es zu Engpässen kommen

Kurzarbeit im VW-Werk weiter Thema

Schließtage: Um das vergangene Wochenende war das VW-Werk in Baunatal praktisch auf Null heruntergefahren. Das Bild mit dem fast leeren Parkplatz entstand bei einer ähnlichen Situation während des Corona-Lockdowns 2020.
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Schließtage: Um das vergangene Wochenende war das VW-Werk in Baunatal praktisch auf Null heruntergefahren. Das Bild mit dem fast leeren Parkplatz entstand bei einer ähnlichen Situation während des Corona-Lockdowns 2020.

Auch im Juli könnte der weltweite Mangel an Halbleitern im VW-Werk Kassel in Baunatal zu Einschränkungen in der Fertigung führen. Das deutet Betriebsratsvorsitzender Carsten Bätzold auf Anfrage an. Entschieden sei aber noch nichts. Rund um das vergangene Wochenende hatte es zwei Schließtage und Kurzarbeit gegeben. Die Produktion am zweitgrößten deutschen VW-Standort stand in großen Teilen still (HNA berichtete).

Kassel/Baunatal – „Wir stellen uns darauf ein, dass es im Juli wieder zu Kurzarbeit kommen kann“, sagt der Betriebsratschef zur aktuellen Lage aufgrund des anhaltenden Chip-Engpasses in der Automobilindustrie. Weitere Informationen gebe es noch nicht, so Bätzold. Ob und wann sich die Lage bei den Halbleitern wieder bessern könnte, sei noch offen.

Werkmanagement und Betriebsrat hatten vor dem Stopp am Freitag und Montag ausdrücklich auf die gute Auftragslage im Werk Kassel verwiesen. Doch wenn die Bänder wegen des Halbleitermangels in den fahrzeugbauenden Werken still stehen, werden auch die Produkte aus Nordhessen nicht in den üblichen Mengen benötigt. Allerdings gibt es natürlich auch Komponenten aus Baunatal, in denen Halbleiter verbaut sind – etwa in Steuergeräten für Direktschaltgetriebe.

Ausgenommen von Kurzarbeit und Schließtagen war das in Baunatal ebenfalls ansässige Original-Teile-Center (OTC) von Volkswagen. Von dort aus werden Ersatzteile für die Modelle der Konzernmarken in die ganze Welt verschickt. Es wird davon ausgegangen, dass der so genannte Konzernbereich After Sales auch von weiteren Schließzeiten nicht betroffen sein wird.

Fazit des Betriebsrates: Die Belegschaft sei mit den bisherigen Schließzeiten und der Kurzarbeit positiv umgegangen, so Bätzold. „Wir hatten Freiwilligen-Schließtage mit hoher Beteiligung der Kollegen“, betont er. „Es sind keine Beschwerden angekommen.“ (Sven Kühling)

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