„Gibt Ecken, wo was passieren muss“

Landratswahl im Kreis Kassel: Andreas Mock aus Baunatal tritt für die CDU an

Andreas Mock tritt für die CDU an und möchte Landrat des Landkreises Kassel werden. Das Foto zeigt ihn im Tierpark Sababurg. Dort verbringt er viel Zeit mit der Familie und den beiden Rauhaardackeln.
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Andreas Mock tritt für die CDU an und möchte Landrat des Landkreises Kassel werden. Das Foto zeigt ihn im Tierpark Sababurg. Dort verbringt er viel Zeit mit der Familie und den beiden Rauhaardackeln.

Bei der Kommunalwahl am 14. März entscheiden die Wähler mit ihrer Stimme auch über den künftigen Landrat. Der Baunataler Andreas Mock tritt als Kandidat für die CDU an.

Kreis Kassel – Als Christdemokrat im Landkreis Kassel ist es traditionell nicht besonders leicht, eine Direktwahl zu gewinnen. Trotzdem will Andreas Mock für die CDU als Landratskandidat ins Rennen gehen – und wenn es nach ihm geht – die Wahl am 14. März gewinnen. Er sagt aber auch: „Ich bin Realist, unser Ziel ist die Stichwahl, das wäre eine großartige Sache.“

Das Interesse für Politik hatte sich bei dem 48-Jährigen bereits in der frühen Jugend entwickelt. Helmut Kohl und die Deutsche Wiedervereinigung hätten ihn ebenso geprägt wie sein christdemokratisches Elternhaus, erzählt der praktizierende Katholik. Später habe ihn Roland Koch beeindruckt, der 1999 die Wahl gegen Hans Eichel gewann und Ministerpräsident wurde. „Für mich sind die christlichen Werte, aber auch die Soziale Marktwirtschaft kombiniert mit Nachhaltigkeit wichtig.“ Beides habe die CDU in den vergangenen Jahren gut gemeistert.

Seine ersten Schritte auf dem politischen Parkett absolvierte Mock Ende der 80er-Jahre, er engagierte sich in der Schüler Union am Engelsburg-Gymnasium. „Wir wollten die Einführung der Zwangsförderstufe verhindern“, erinnert er sich. Damals habe Schulpolitik die Wogen noch höher schlagen lassen. Nun möchte er die Bildungspolitik auf Kreisebene als Landrat mitgestalten. „Bildung und die Ausstattung der Schulen sind enorm wichtig“, sagt er.

Der Landkreis habe in den vergangenen Jahren zwar gute Arbeit geleistet und viel investiert, trotzdem gebe es noch Gestaltungsspielraum. Es könne bei der Verteilung der Investitionen noch an der einen oder anderen Stellschraube gedreht werden. Die Digitalisierung könne beispielsweise durch mehr IT-Fachpersonal vorangetrieben werden. „Wir haben zwar drei Stellen geschaffen, aber das ist zu wenig.“ Nachhaltige Systematik und mehr Ressourcen seien notwendig. „Wir brauchen IT-Support an den Schulen.“

Auch für ein weiteres eigenständiges Gymnasium würde Mock sich stark machen. Zwar gebe es im Landkreis ein tolles gymnasiales Angebot, trotzdem würden jedes Jahr etwa 60 Kinder keinen Platz an der Lichtenbergschule oder einem Kasseler Gymnasium bekommen. „Die Eltern stimmen aber mit den Füßen ab.“ Doch wo könnte ein zweites eigenständiges Gymnasium im Landkreis stehen? Mock ist sich des Standortproblems bewusst.

„Wir sollten prüfen, ob es einen Kompromiss gibt.“ Denkbar sei eine Kooperation mit der Stadt Kassel. „Vielleicht könnte man weitere Klassen an den Kasseler Gymnasien einrichten, da müsste der Landkreis sich finanziell beteiligen.“ Auch ein gemeinsamer Schulentwicklungsplan sei denkbar.

Ein weiterer wichtiger Baustein sei die Stärkung der Infrastruktur im nördlichen Landkreis und hier insbesondere die seit vielen Jahren diskutierte Nordumgehung. Durch sie könne die Region wirtschaftlich gestärkt werden. „Es gibt dort Ecken, wo dringend etwas passieren muss.“ In Sachen Digitalisierung könnte der Ausbau des LTE-Mobilfunknetzes eine Alternative zu Glasfaser sein. Allerdings müsse es dafür auch die Akzeptanz in der Bevölkerung geben.

Der Baunataler weiß auch, wie wichtig beispielsweise die Stärkung des VW-Standorts Baunatal für den Landkreis ist. Eine alleinige Ausrichtung auf E-Mobilität sieht er kritisch. Von der Zukunft des VW-Werkes sei auch der Mittelstand mit den vielen Logistik- und Zulieferbetrieben abhängig. Ein starker VW-Standort beeinflusse den Wohn- und auch den Arbeitsmarkt positiv.

Zudem müsse die Gesundheitsversorgung künftig gewährleistet sein. Die Übernahme der Kreiskliniken sei dabei nur ein Baustein. Es müsse ein Umdenken auf Bundes- und Landesebene geben. Als Beispiel nennt er die niedrigen Honorare für Allgemeinmediziner. Es könne nicht sein, dass ein Facharzt in der Stadt ein gutes Auskommen hat, der Landarzt aber nicht. Wie wichtig die Gesundheitsversorgung ist, habe die Corona-Pandemie deutlich gemacht.

Wenn es nach dem 48-Jährigen geht, dann gibt es einiges zu tun im Kreis. Für die Aufgabe als Landrat mit viel Personalverantwortung fühlt er sich gut gerüstet. „Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen“, sagt er. Außerdem kenne er sich durch seine Tätigkeit als Jurist beim Schulamt gut im Verwaltungsrecht aus. Und obendrein könne er sein großes Hobby – die Politik – zum Beruf machen.

Neben seinem ehrenamtlichen Engagement für die CDU verbringt er seine Freizeit am liebsten mit der Familie und den beiden Rauhaardackeln. Gemeinsam verbringen sie viel Zeit in der Natur oder sind mit dem Wohnwagen in Deutschland und Europa unterwegs. Und wenn Andreas Mock doch mal allein sein möchte, setzt er sich aufs Motorrad und fährt durch den Landkreis.

Die drei wichtigsten Ziele von Andreas Mock

Wir haben alle Landratskandidaten nach ihren drei wichtigsten politischen Zielen beziehungsweise Themen gefragt. Hier sind die Antworten von Andreas Mock im Überblick:

Infrastruktur: Eine vorausschauende Infrastrukturpolitik beim Erhalt und Ausbau von Kreisstraßen, der Nordumgehung Kassel, dem Airport, den Regiotramlinien, unter anderem Ausbau im Bauna-Tal sowie schnelles Internet mit flächendeckendem 5G-Mobilfunk. Damit verbunden ist die Stärkung des ländlichen Raums mit guter medizinischer Versorgung (Kreiskliniken Hofgeismar und Wolfhagen) und einem attraktiven ÖPNV (Regiotram nach Wolfhagen mit Wasserstoffantrieb). Eine erfolgreiche Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik durch Stärkung von Wachstumsbranchen wie Logistik, Landwirtschaft und Tourismus, um Schäden, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind, aufzufangen.

Bildung: Der Ausbau von bedarfsgerechten Bildungs- und Betreuungsangeboten durch weitere Investitionen in unsere Schulen und hier vor allem in die Grund- und Förderschulen. Die Wahlfreiheit der Eltern sollte oberstes Gebot sein und dies sollte auch bei der gymnasialen Schullaufbahn gelten. Damit verbunden ist auch der Ausbau von Sporthallen und die Förderung des Sportes.

Finanzen: Die Schaffung von soliden Finanzen und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ihren Steuern und Gebühren. Synergien nutzen durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kommunen, Nachbarkreisen und der Stadt Kassel. Aber auch die Entlastung der Verwaltung durch gelebte Heimatliebe, die Förderung von ehrenamtlichem Engagement in den Vereinen, sowie eine Steigerung der Attraktivität der Jugend- und Freizeiteinrichtungen (Sensenstein, Sababurg, Wülmersen, Sylt und Schönau).

Zur Person Andreas Mock

Andreas Mock (48) ist in Kassel geboren. Nach dem Abitur an der Engelsburgschule studierte er in Marburg Rechts- und Politikwissenschaften. Nach dem ersten Staatsexamen absolvierte er sein Referendariat am OLG Düsseldorf. Anschließend arbeitete er zunächst als selbstständiger Anwalt, wechselte dann aber 2009 zunächst an das Staatliche Schulamt in Bebra und dann an das Staatliche Schulamt in Kassel. Dort ist er als Oberregierungsrat tätig. In der CDU ist er seit 1992 aktiv. Aktuell ist er Vorsitzender der CDU Baunatal, Stadtrat in Baunatal und Fraktionsvorsitzender der Kreis-CDU. Mock ist verheiratet und hat drei Kinder.

Die Aufgaben des Landrats

Der Landrat nimmt die Vertretung des Landkreises Kassel nach außen wahr, er führt die Beschlüsse des Kreistages aus und erledigt die Geschäfte der laufenden Verwaltung. Er ist der höchste Chef der Verwaltung und hat den Vorsitz des Kreisausschusses inne. Im Rahmen der Kommunalaufsicht über die kreisangehörigen Städte und Gemeinden wird der Landrat auch als untere staatliche Behörde des Landes Hessen tätig. Seit dem Jahr 1997 wird der Landrat unmittelbar von den Kreisbürgern gewählt, für seine Wahl ist die absolute Mehrheit erforderlich und seine Amtszeit dauert sechs Jahre. Amtierender Landrat des Landkreises Kassel ist Uwe Schmidt (SPD). Er ist seit Juli 2009 im Amt.  (Alia Shuhaiber)

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