Sparen während der Coronakrise

Leere Becken im Aqua-Park - Betriebskosten des Baunataler Schwimmbads halbieren

Ein Luftbild vom Aqua-Park, das Schwimmbad in Baunatal.
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Um die Kosten für den Aqua-Park zu reduzieren, wird das Wasser aus den Becken gelassen.

Der Aqua-Park in Baunatal ist coronabedingt geschlossen – der Betrieb der Anlagen soll fortgesetzt werden, aber unter der Maßgabe maximaler Kostenreduktion.

Baunatal – Das haben die Baunataler Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Montagabend einstimmig beschlossen und stimmten einem Ergänzungsantrag der FDP zu – trotz einiger Diskussionen um das Thema. „Ziel ist es, das Bad betriebsbereit zu halten“, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Oswald. Allerdings sei derzeit eine Öffnung nicht absehbar. Die Stadt müsse wirtschaftlich vernünftig handeln, empfahl der CDU-Fraktionsvorsitzende Sebastian Stüssel. Die Haushaltskasse sei knapp und es könnten wöchentlich rund 2000 Euro eingespart werden, berief er sich auf Zahlen des Ersten Stadtrats Daniel Jung (SPD).

Bürgermeisterin Silke Engler (SPD) sagte, dass das Wasser aus den Becken gelassen und die Heizung heruntergefahren werden könne – ein Abstellen sei nicht möglich, sonst könnten Schäden entstehen. Hinsichtlich des Personals sagte Engler: „Wir sind dankbar um jeden, der an anderer Stelle einsetzbar ist.“ Die Mitarbeiter des Bades seien teilweise bei Streifengängen des Ordnungsamtes mit dabei oder geben Unterstützung bei der Reinigung von Einrichtungen.

Monatlich fielen 101.000 Euro Personalkosten für den Aqua-Park an, so der Grünen-Fraktionsvorsitzende Edmund Borschel. Er bat darum, dass die Verwaltung sich Gedanken darüber macht, ob es Einsparmöglichkeiten gibt, etwa mit der Option Kurzarbeit. Engler erwiderte, dass diese Option bereits im ersten Lockdown geprüft worden sei – Kurzarbeit sei im Öffentlichen Dienst rechtlich nicht so einfach möglich. Zudem ging Engler auf die soziale Komponente ein: Das Personal des Aqua-Parks sei überwiegend geringen Entgeltgruppen zugeordnet – da trage der Arbeitgeber auch eine soziale Verantwortung. Für diese Worte erhielt Engler lauten Applaus seitens der SPD-Fraktion. Borschel plädierte daraufhin dafür, dass es möglich sein müsse, solche Themen zumindest mal ansprechen zu dürfen.

Stüssel unterstützte ihn und sah ein Risiko in der Tatsache, dass die Stadtwerke Baunatal reorganisiert werden – somit seien die Mitarbeiter des Aqua-Parks Angestellte der Stadtwerke. Engler erwiderte, dass die Entscheidungen über den Umgang mit dem Personal während der Coronazeit nichts mit der Reorganisation der Stadtwerke zu tun habe – „das ist völlig irrelevant“.

Erster Stadtrat erklärt, welche Kostenreduktion für den Aqua-Park möglich ist

Im Normalbetrieb des Aqua-Parks – also vor Corona – betragen die monatlichen Betriebskosten etwa 67.000 Euro, berichtete Baunatals Erster Stadtrat Daniel Jung (SPD). Im Sommer nach dem ersten Lockdown seien nicht alle Becken geöffnet worden, deshalb lagen die Kosten nur bei etwa 48.000 Euro. Zwischen März und Juli sei alles heruntergefahren worden, „aber unter Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft“, sagt Jung – das heißt, der Badebetrieb konnte schnell wieder aufgenommen werden, die Becken blieben befüllt. Das habe monatlich 18.000 Euro an Unterhaltung gekostet.

Das Wasser abzulassen, sei für einen kurzen Zeitraum nicht sinnvoll. Je länger das Bad jedoch geschlossen bleibe, desto eher rentiere es sich, das Wasser abzulassen. Das soll jetzt geschehen und die monatlichen Kosten könnten so auf rund 9000 Euro reduziert werden. Sobald der Betrieb aber wiederaufgenommen werden soll, seien etwa vier Wochen nötig, um das Bad wieder schwimmbereit zu machen.

Die Mitarbeiterkosten liegen bei etwas über 100.000 Euro, wie Jung sagt – es gebe 26 Mitarbeiter und vier Auszubildende. Die Verwaltung und die Techniker des Bades würden weiterhin in ihren Bereichen arbeiten, der Rest werde in anderen Abteilungen eingesetzt, etwa im Ordnungsamt und im Baubetriebshof. „Wir haben für jeden Mitarbeiter genug Arbeit“, versichert Jung. Neben Krankheitsfällen sei der Bedarf auch deshalb da, weil manche, die zur Risikogruppe gehören, freigestellt worden sind. (Lara Thiele)

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