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Verwirrung um Leiharbeiter-Jobs bei VW: Hunderte müssen gehen, neue werden gesucht

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Von: Sven Kühling

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Das Bild zeigt zwei Arbeiter mit einem Transparent vor den VW-Werk. Auf dem Transparent ist „Für die Übernahme aller Leiharbeiter:innen bei VW“ zu lesen.
Protest vor dem Werkstor: Jens Reinhardt (links) und Esref Yilmaz machten kürzlich am VW-Standort in Baunatal auf die Situation der Leiharbeiter aufmerksam. © Sven Kühling

Hunderte Leiharbeiter müssen zum Ende des Monats im VW-Werk Kassel in Baunatal gehen. Trotzdem werden neue Mitarbeiter gesucht. Wie passt das zusammen?

Kassel/Baunatal – 570 Leiharbeiter müssen zum Ende des Monats im VW-Werk Kassel in Baunatal gehen. Einige haben kürzlich vor dem Werkstor gegen ihre Entlassung durch die VW-Zeitarbeitsfirma Autovision protestiert. Für Verwirrung unter den Betroffenen sorgen aktuell neuerliche Ausschreibungen der Autovision für neue Leiharbeiter-Jobs am Standort Baunatal. Wie das sein könne, dass 570 Beschäftigte abgemeldet werden und gleichzeitig neue Mitarbeiter bei der Zeitarbeitsfirma gesucht werden, fragt etwa einer der Gekündigten in einem Schreiben an unsere Zeitung.

Die kursierenden Stellenausschreibungen laufen vom 3. Februar bis 31. März. Die Autovision teilt dazu schriftlich mit: „Bei den genannten Stellenausschreibungen handelt es sich um eine geringe Anzahl an befristeten Stellen bei einer Volkswagen-Tochter. Der Einsatz startet bereits im Februar und läuft für einen Monat.“ Vor diesem Hintergrund habe man jetzt entlassene Kolleginnen und Kollegen aus der Zeitarbeit mit Einsatz im VW-Werk Kassel in Baunatal „leider nicht berücksichtigen“ können. Und: „Grundsätzlich sind wir auch hier stets mit den betroffenen Mitarbeitern im Austausch, um mögliche Alternativen zu finden.“

VW-Werk Kassel in Baunatal: Engpass bei der Versorgung soll sich entspannten

Dem Vernehmen nach werden kurzfristig Leiharbeiter bei der Original Teile Logistik (OTLG) in Baunatal benötigt. Das bestätigt die Autovision auf Anfrage aber nicht. Hoffnung, dass es auch bei VW wieder aufwärtsgehen könnte und sich neue Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben, machen aktuelle Meldungen von Opel aus Rüsselsheim. Bei der Opel-Mutter Stellantis werden trotz weltweitem Halbleitermangels bereits wieder Hunderte Leiharbeiter für die dortige Produktion des neuen Astra gesucht.

Nach Gerüchten im VW-Werk Kassel in Baunatal soll sich auch bei Volkswagen der Engpass bei der Versorgung mit Elektrochips bald schon entspannen. Eine offizielle Stellungnahme dazu gibt es von dem Konzern bisher nicht. Baunatals Betriebsratschef Carsten Bätzold sagt in seinem VW-internen Podcast lediglich, dass alle Bereiche im Werk noch mal auf den Prüfstand gestellt werden. „Wir überprüfen in allen Bereichen die aktuelle Personalbemessung“, sagt Carsten Bätzold in dem Podcast. „Wir schauen, ob mit dem übriggebliebenen Personal die Stückzahlen überhaupt zu leisten sind.“

Zu den Gerüchten, dass sich durch eine in Aussicht stehende Verbesserung der Halbleitersituation eventuell Chancen für zumindest einen Teil der entlassenen Leiharbeiter ergeben könnten, bestätigt Bätzold auf Anfrage der HNA allerdings nicht. (Von Sven Kühling)

Im VW-Werk Kassel in Baunatal werden pro Woche 13.000 E-Motoren gebaut. Mit dem Kreis Kassel-Newsletter der HNA erhalten Sie alle neuen Nachrichten direkt in Ihr Postfach.

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