E-Mobilität bleibt Schwerpunkt

Aufsichtsrat legt Investitionen für fünf Jahre fest: 1,2 Milliarden Euro fürs Baunataler VW-Werk

Auch in die Logistik soll investiert werden: Das Cross-Dock von Volkswagen in Baunatal feierte kürzlich zehnjähriges Bestehen. Die Anlage soll bald modernisiert und automatisiert werden.
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Auch in die Logistik soll investiert werden: Das Cross-Dock von Volkswagen in Baunatal feierte kürzlich zehnjähriges Bestehen. Die Anlage soll bald modernisiert und automatisiert werden.

1,2 Milliarden Euro sollen in den nächsten fünf Jahren ins VW-Werk Kassel investiert werden. Das hat der Aufsichtsrat in der Planungsrunde bis 2026 beschlossen.

Kassel/Baunatal – Zufrieden über die Ergebnisse des höchsten Konzerngremiums äußerten sich gestern Ulrike Jakob, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende in Baunatal und Mitglied des Aufsichtsrates, sowie Werkleiter Jörg Fenstermann. Ulrike Jakob war bei der Sitzung des Aufsichtsrates am Donnerstag in Wolfsburg dabei.

„Mit dem Volumen sind wir wirklich zufrieden“, sagt sie. 40 Prozent der Gesamtinvestitionssumme für alle Teile bauenden Werke (Komponentenwerke) flössen allein ins Werk Kassel „Das ist ein gutes Fundament“, sagt Jakob und nennt einige Produktionsbereiche, die von dem Geld aus Wolfsburg profitieren sollen: Neben dem Getriebebau und dem Bereich E-Antriebe auch die Gießerei, die Abgasanlagenfertigung sowie die Umformtechnik.

Mit 89 Milliarden Euro gelangen konzernweit erstmalig mehr als die Hälfte der Gesamtinvestitionen bis 2026 in Zukunftstechnologien wie E-Mobilität und Digitalisierung.

Aufsichtsrat legt Investitionen für fünf Jahre fest: „Wir investieren in Schweißgruppen und Umformteile“

Jakob macht deshalb auch neugierig auf neue Produkte, die in Baunatal gefertigt werden sollen. So werde die Fabrik auch Teile für die im VW-Konzern künftig einheitliche Elektro-Auto-Plattform SSP bauen. „Wir investieren in Schweißgruppen und Umformteile“, nennt die Edermünderin Beispiele. Auch die Entwicklung und der Bau von Pulswechselrichtern für neue Elektroantriebe werden im nordhessischen Werk angesiedelt.

Positiv über das geplante Investitionsvolumen äußert sich auch Werkleiter Jörg Fenstermann. In seiner langfristigen Planung setze der Konzern weiterhin auf das Werk Kassel als Kompetenz-Zentrum für elektrische Antriebe und Hybridantriebe. Fenstermann nennt ebenfalls die Summe von 1,2 Milliarden Euro, die am zweitgrößten deutschen VW-Standort in diesen Schlüsselthemen samt Digitalisierung investiert werden sollen.

In Baunatal erfolge der nächste Schritt in der strategischen Weiterentwicklung zum Schlüsselanbieter für E-Module und E-Plattformteile, so der Werkleiter. Fenstermann: „Bei allem Handeln stehen bei uns der Mensch, die Umwelt und die Nachhaltigkeit entsprechend der Kasseler Standortstrategie im Fokus.“

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Aufsichtsrat legt Investitionen für fünf Jahre fest: „Die kommenden Monate werden hart“

Bei allem Gleichklang – auch mit dem Konzernvorstand – rückt Jakob ein anhaltendes Problem in den Blick. Der Engpass bei Halbleitern werde auch 2022 anhalten. „Wir sehen eine Fortsetzung der Situation“, sagt die Arbeitnehmervertreterin. Das werde auch im Werk Kassel weiterhin zu Schließtagen und zu Kurzarbeit führen. Der Mangel an Chips für den Automobilbau bestimme letztendlich auch die Auslastung der Baunataler Fabrik.

Noch drastischer hatte es am Vortag die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo formuliert. Im Stammwerk Wolfsburg sorge der Engpass dafür, dass 2021 weniger als 400 000 Autos produziert werden. Das sei seit Ende der 50er-Jahre nicht mehr vorgekommen. Cavallo kündigte an: „Die kommenden Monate werden hart.“

Für Hunderte Familien im Umfeld des VW-Werks Kassel in Baunatal gibt es ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Der Autobauer hat nämlich die Verträge von 442 Leiharbeitern verlängert. Zumindest für drei Monate – bis Ende Februar. Das bestätigen Betriebsratschef Carsten Bätzold und Werksprecher Heiko Hillwig auf Anfrage. (Sven Kühling)

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