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1,5 Millionen Euro für Sagaflor-Haus: Landkreis kauft Gebäude in Baunatal

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Von: Sebastian Schaffner

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Das frühere Sagaflor-Verwaltungsgebäude
Wenn ab Ende 2023 die Nebengebäude des Kreishauses in Kassel energetisch saniert werden, soll das frühere Sagaflor-Verwaltungsgebäude (Foto) gegenüber dem Baunataler Ratio-Land als Ausweich-Arbeitsstätte für Landkreismitarbeiter genutzt werden. © Eike Rustemeyer

Bislang hatte der Kreis Kassel das ehemalige Sagaflor-Gebäude in Baunatal-Hertigshausen nur gemietet, jetzt gehört es ihm. Kaufpreis: 1,5 Millionen Euro. Noch leben geflüchtete Menschen aus verschiedenen Ländern in dem früheren Verwaltungsgebäude gegenüber dem Ratio-Land.

Baunatal – Das soll sich aber im kommenden Jahr ändern. „Kaufen ist langfristig günstiger als mieten“, begründet Martina Rapprich vom Landkreis den Schritt. Wäre der nun auslaufende Mietvertrag verlängert worden, hätte die Miete den Kreishaushalt nach zehn Jahren mit rund 200 000 Euro mehr belastet als der nun vereinbarte Kaufpreis, also rund 1,7 Millionen Euro, rechnet die Leiterin des Fachbereichs Immobilienmanagement vor. Deshalb habe der Landkreis das Angebot angenommen, die Immobilie zu erwerben. Der Vertrag sei vor wenigen Tagen unterschrieben worden, so Rapprich.

Im Kaufpreis enthalten ist neben dem einstigen Sagaflor-Verwaltungssitz auch das insgesamt rund 6600 Quadratmeter große Grundstück und eine 1000 Quadratmeter große Halle, die der Katastrophenschutz bereits seit fünf Jahren als Lager nutzt, etwa für Feldbetten.

Die Sagaflor AG (Samen, Garten, Floristik), ein Zusammenschluss von Garten- und Zoofachhandelsunternehmen, war 2025 mit 160 Mitarbeiter auf die Marbachshöhe nach Kassel gezogen.

Derzeit nutzt der Landkreis den ehemaligen Bürotrakt der Firma noch als Flüchtlingsunterkunft. Er bietet laut Martina Rapprich Platz für bis zu 90 Menschen. Die Zahl der dort Untergebrachten sei schwankend. Für 2023 hat das Immobilienmanagement jedoch andere Pläne. Wenn ab Ende des kommenden Jahres die Nebengebäude des Kreishauses in Kassel voraussichtlich zwei Jahre lang energetisch saniert werden, sollen die betroffenen Mitarbeiter provisorisch nach Hertingshausen umziehen. Das frühere Sagaflor-Gebäude soll deshalb im Sommer geräumt und renoviert werden. Nach der Sanierung in Kassel sollen die Mitarbeiter wieder zurückkehren. Was dann mit der fast 2000 Quadratmeter großen Immobilie in Baunatal geschieht, sei noch nicht spruchreif, sagt Martina Rapprich.

Im Kreistag hatten SPD und Grüne zuvor mit ihrer Mehrheit zwar den Weg freigemacht für die Unterschrift auf dem Kaufvertrag. Diskutiert worden war die geplante Übernahme des alten Sagaflor-Bürogebäudes allerdings durchaus kontrovers.

Allen voran die CDU sprach sich dagegen aus. Lagerflächen für den Katastrophenschutz seien zwar wichtig, so der Fraktionsvorsitzende Andreas Mock. „Aber wir zweifeln in Zeiten von Homeoffice und Telearbeit an, dass wir weitere Büroräume brauchen. Das ist völlig anachronistisch.“ Albert Kauffeld von den Freien Wählern plädierte dafür, im Bedarfsfall Räume anzumieten, sie jetzt nicht zu kaufen. FDP-Chef Björn Sänger kritisierte, dass ein Flächennutzungskonzept fehle. Zudem liege der Standort „nicht sehr zentral“. Alles in allem sah er mehr offene Fragen als gegebene Antworten.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Thomas Gudehus argumentierte hingegen: „Wir brauchen die Flächen.“ Ein großer Vorteil, Grundstück und Gebäude zu erwerben, bestehe darin, „dass wir dann die Sanierung passgenau so machen können, wie wir es wollen.“ Auch die SPD warb für den Kauf. Der Preis sei akzeptabel. (Sebastian Schaffner)

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