Mit Geschicklichkeit zum Sieg

Rottweiler Kenzo aus Baunatal gewann Meisterschaften in Rally Obedience

Vanessa Rosenberger mit ihrem Rottweiler Kenzo.
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Im Garten ihrer Eltern in Baunatal-Großenritte trainiert Vanessa Rosenberger mit ihrem Rottweiler Kenzo für Meisterschaften.

Auf den ersten Blick wirkt Kenzo durchaus angsteinflößend. Allein die Statur des bulligen Rottweilers macht deutlich, dass man sich mit ihm besser nicht anlegen sollte. Doch der Schein trügt: Kenzo ist lammfromm, weiß sich zu benehmen und hat große Freude an Kunststücken.

Baunatal – Sein Talent für Geschicklichkeit hat Kenzo, der im Baunataler Stadtteil Großenritte bei den Eltern seiner Besitzerin Vanessa Rosenberger lebt, bereits auf mehreren Meisterschaften unter Beweis gestellt. Vor Kurzem hat er sogar den ersten Platz in seiner Leistungsklasse II bei den Deutschen Meisterschaften in „Rally Obedience“ (etwa: Gehorsams-Rally) errungen, einer Kombination aus Parcours und Übungen.

Ausgebildet wird der fünf Jahre alte Hund bereits von kleinauf. Besitzerin Vanessa Rosenberger ist Diensthundeführerin bei der Polizei. Ihr sei wichtig gewesen, dass Kenzo ein freundlicher, lieber Hund werden soll. „Viele Menschen wechseln die Straßenseite, wenn wir spazieren gehen. Dabei ist keine Hunderasse von Geburt an gefährlicher als eine andere. Entscheidend ist die Sozialisierung und wie der Besitzer mit seinem Tier umgeht“, sagt die 41-Jährige aus Calden, die dort auch eine Hundeschule betreibt. Dort bietet sie Training in Rally Obedience an, aber auch Training für Hunde mit problematischem Verhalten.

Damit Kenzo mehr Platz zur Verfügung steht, lebt er bei ihren Eltern auf einem großen Grundstück in Großenritte. In dem weitläufigen Garten trainiert Rosenberger auch für die Meisterschaften. Rally Obedience sei genau die richtige Methode, um Hunde körperlich und geistig auszulasten. „Es ist eine Sportart, die sich für jeden Hund eignet. Die Übungen kann jeder Hund mit etwas Training lösen“, ist sich die Hundeführerin sicher. Dabei handelt es sich meist um typische Befehle aus der Hundewelt: Sitz, Platz, Steh, Bleib, dazu Sprünge und Slalom-Parcours. Rosenberger nimmt mit Kenzo an Meisterschaften in ganz Deutschland teil. Ihr gefällt die gesellige Atmosphäre dort. Es herrsche unter den Teilnehmern ein großer Zusammenhalt und kein Konkurrenzkampf. Alle Rassen seien bei den Wettbewerben vertreten, vom Chihuahua bis zur Dogge.

Vanessa Rosenberger setzt bei der Hundeerziehung auf das Belohnungssystem. „Das funktioniert am besten. Wir Menschen würden auch nicht arbeiten, wenn wir keinen Lohn bekämen.“ Dies sei auch der Grundgedanke im Rally Obedience, wo es nicht ganz so streng und steif zuginge, wie bei vielen anderen Hunde-Wettbewerben. „Man darf zwischendurch mit seinem Hund sprechen, man darf Sichtzeichen geben, ihn füttern zur Bestätigung“, erläutert Rosenberger.

Einen Rottweiler zu führen, der unter die Kategorie Listenhund fällt, sei nicht einfach. Viele Menschen unterschätzten dies. „Gerade bei Listenhunden ist es häufig so, dass Menschen einen solchen Hund führen, charakterlich aber eigentlich nicht dafür geeignet sind“, so Rosenberger. Statt bestimmte Rassen zu verteufeln und pauschal als gefährlich einzustufen, tritt sie eher dafür ein, den Halter stärker in die Pflicht zu nehmen. Etwa eine Art Hundeführerschein, der Pflicht ist, wenn man eine bestimmte Hunderasse führen möchte. Und ein genauer Blick ins polizeiliche Führungszeugnis. „Etwas mehr Kontrolle wäre bei Hunden, die unter die Kategorie Listenhund fallen, enorm wichtig“, gibt Rosenberger zu bedenken.

Von Daniel Göbel

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