Mit Ruhe und Gelassenheit

Bürgermeisterwahl Baunatal: Sebastian Stüssel geht für die CDU ins Rennen

Sebastian Stüssel, Baunataler Bürgermeisterkandidat für die CDU.
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Findet in der Kampfkunst Entspannung: Sebastian Stüssel, Baunataler Bürgermeisterkandidat für die CDU.

„Zeit, gemeinsam Geschichte zu schreiben“: Unter diesem Slogan tritt Sebastian Stüssel zu Bürgermeisterwahl in Baunatal an – bereits zum zweiten Mal. Der Christdemokrat will „die rote Politik“ absetzen, die sozialdemokratische Struktur, die sich in Baunatal verfestigt habe.

Baunatal – Aber nicht mit der Brechstange, wie er betont, sondern durch Zusammenarbeit und Annäherung, wie ihm sein Amt als Stadtverordneter, als Kreistagsmitglied und Fraktionsvorsitzender lehrte. „Am Ende brauche ich immer eine Mehrheit im Parlament, um meine Ideen umsetzen zu können. Ich kann nicht regieren, wenn ich die ganze Zeit nur auf der Stadtverwaltung herumhacke.“

Dass er es als CDU-Kandidat in Baunatal schwer hat, das ist Stüssel bewusst. „Mir geht es nicht nur um das Amt. Sonst hätte ich auch einfach in die SPD eintreten können. Dann hätte ich es leichter.“

Als Stadtverordneter liegen dem selbstständigen Unternehmensberater vor allem Haushalt und Finanzen am Herzen. Sein erster Schritt als Bürgermeister wäre deshalb auch die Konsolidierung des städtischen Etats. „Die CDU hat in der Stadtverordnetenversammlung erstmals seit vielen Jahren wieder einem Haushalt zugestimmt. Das war ein gewaltiger Schritt für uns, weil es der schlechteste Haushalt aller Zeiten war“, sagt Stüssel. Die Stadt stehe finanziell mit dem Rücken zur Wand. „Wir müssen mehr Gewerbesteuer erzielen, als prognostiziert. Wir geraten sonst in einen Dauerzustand der Geldknappheit.“

Das allein reiche aber nicht aus. „Wir müssen auch über Sparmaßnahmen sprechen. Das bedeutet nicht, dass ich einer Gruppe etwas wegnehme und sie so gegen eine andere ausspiele. Jeder muss gucken, wie er seinen Beitrag zu Einsparungen leisten kann“, so Stüssel. „Mit sparen meine ich nicht, dass wir uns zu Tode sparen. Baunatal ist auch deshalb attraktiv, weil wir eine gute Bildungs- und Vereinslandschaft haben. Das will ich nicht radikal beschneiden, denn dann haben wir am Ende keinen Standortvorteil mehr.“

Den Wahlkampf geht Stüssel in einer eher ruhigeren und gelasseneren Weise an. „Wenn man ein zweites Mal kandidiert, ist man wesentlich entspannter.“ Seit Kurzem sind die Wahlplakate und fünf Banner im Stadtgebiet sichtbar. Geplant seien außerdem Videos sowie Stadtteilrundgänge.

Zur CDU sei der 42-Jährige damals während seiner Oberstufenzeit gekommen. „Wir hatten eine grüne Politiklehrerin, die versucht hat, uns zu beeinflussen und für die grüne Politik zu gewinnen. Das hat dafür gesorgt, dass ich mich politisch anders orientiert habe“, so der 42-Jährige, der mit seiner Frau und dem zwei Jahre alten Sohn Paul-Julius in Großenritte lebt.

Obwohl er sich als wertkonservativen Menschen beschreibt, bedeute das für ihn nicht, veraltete Rollenbilder zu pflegen. So sei es für ihn selbstverständlich, sagt Stüssel, im Haushalt mitzuhelfen und die Tiere zu verpflegen, wovon es im Hause Stüssel nicht wenige gibt. Zur Familie gehören ein Berner Sennenhund, eine Katze, ein Papagei und ein Pferd – Letzteres sei das Hobby seiner Frau. „Ich bin schon geritten und miste auch mal den Stall aus, würde mich aber nicht als Reiter bezeichnen.“

Entspannung findet Stüssel im Kampfsport. Angefangen habe er mit Jiu Jitsu, später besuchte er Intensivkurse zum israelischen Selbstverteidigungssystem Krav Maga. „Je weniger angespannt man ist, desto besser funktionieren diese Techniken.“

Von Daniel Göbel

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