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Mit Wegfall von Vertrieb in Baunatal: VW-Teile nehmen Umweg

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Von: Sven Kühling

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Auslieferung an Händler und Werkstätten: Nach dem Ende des VZ Mitte sollen die Ersatzteile von Baunatal erst einmal an andere Vertriebszentren in Deutschland verschickt werden, ehe sie zu den örtlichen Service-Partnern zurückkommen. Archi
Auslieferung an Händler und Werkstätten: Nach dem Ende des VZ Mitte sollen die Ersatzteile von Baunatal erst einmal an andere Vertriebszentren in Deutschland verschickt werden, ehe sie zu den örtlichen Service-Partnern zurückkommen. Archi © Sven Kühling

Bis Ende 2024 will die Original Teile Logistik von VW in Baunatal ihr Vertriebszentrum Mitte mit 300 Beschäftigten schließen. Die Teile gehen dann teils auf weite Reise.

Kassel/Baunatal –Die Gesellschaft, die von Baunatal aus 500 Händler und Werkstätten in der Mitte Deutschlands mit Ersatzteilen beliefert, hat dann nur noch sechs Vertriebszentren insgesamt. Doch von wo aus werden die Servicepartner der VW-Konzernmarken im Raum Kassel – etwa die Autohäuser Glinicke, Ostmann und Klein – dann künftig mit Teilen versorgt?

Was ist beispielsweise, wenn ein Kunde mit einem Volkswagen in einem Kasseler Autohaus und einen neuen Stoßfänger oder Rückspiegel benötigt? Werden die Teile dann künftig vom großen Original Teile Center (OTC), das ja neben dem VW-Werk Kassel in Baunatal seinen Sitz hat, zu einem anderen Vertriebszentrum in Deutschland gefahren, um per Transporter dann wieder zurück zu den hiesigen Händlern gebracht zu werden?

Dazu sagt Marcus Edelmann, Sprecher der Geschäftsführung in der OTLG: „Das ist für die Händler in Kassel richtig. Da der Vorlauf in andere Vertriebszentren aber mit der Deutschen Bahn erfolgt, ist der Transport CO2-neutral. Darüber hinaus können wir durch die Konsolidierung insgesamt eine höhere Auslastung unserer LKW bei der Händlerbelieferung erreichen.“

Mit dem Wegfall des VZ Mitte in Baunatal solle die Lieferung der hiesigen Autohäuser laut Edelmann künftig aus den angrenzenden Vertriebszentren „West“ in Köln, „Rhein Main“ in Dieburg, „Nord“ in Norderstedt und „Brandenburg“ in Ludwigsfelde erfolgen, erläutert Edelmann die neue Struktur weiter. „Weitere Details und die genaue Zuordnung einzelner Händler liegen über 2 Jahre vor der Umstellung noch nicht vor.“

Bis Ende 2024 sollen dann 300 Arbeitsplätze im VZ Mitte in Baunatal wegfallen. Den Mitarbeitern will die Geschäftsleitung Job-Angebote entweder in der OTLG-Zentrale in Baunatal oder in anderen Vertriebseinheiten des Konzerns machen. Das wurde in der vergangenen Woche von der Geschäftsleitung zugesagt.

Marcus Edelmann sagt zu dem Prozedere: Der Transfer der Mitarbeiter in die Volkswagen OTLG oder Zenda Dienstleistungen werde erst ganz am Ende des Jahres 2024 erfolgen. „Wir beabsichtigen den Standort in seiner jetzigen Struktur und Servicequalität für unsere Kunden bis zum letzten Tag zu betreiben und insofern gibt es keine Planung für vorgezogene Stufen.“

Neben den aktuell noch sieben Vertriebszentren gibt es in Baunatal noch die Zentrale der OTLG. Auf die Frage, ob mit dem Wegfall des VZ Mitte auch diese von einem Arbeitsplatzabbau betroffen ist, sagt Edelmann: „Nein, die Zentrale der OTLG wird durch den Transfer von Mitarbeitern des VZ Mitte gestärkt werden, und wir werden hier eine zweistellige Zahl an Mitarbeitern zuführen.“

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