Mit unternehmerischen Mut und Leidenschaft für Geschichten

Jessica Peterson trotzt Corona-Krise und eröffnet Buchhandlung in Baunatal

Jessica Peterson.
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Eröffnet am kommenden Samstag ihre Buchhandlung „Nilsson“ am Baunataler Marktplatz: Jessica Peterson.

Eine Buchhandlung gehört in jede Stadt – ist sich Jessica Peterson sicher. Als die 42-Jährige erfuhr, dass die Buchhandlung „Eulenspiegel“ am Baunataler Marktplatz aus altersbedingten Gründen der Besitzer schließt, ergriff die Ingenieurin für Landschaftsbau die Chance, vom Bürojob in die Selbstständigkeit zu wechseln.

Baunatal – Pünktlich zum Vorweihnachtsgeschäft öffnet sie am 23. Oktober ihre Buchhandlung „Nilsson“ – ebenfalls am Marktplatz, links neben dem Bistro Roxy.

Die Ladenfläche der ehemaligen Buchhandlung Eulenspiegel sei zu groß gewesen, für das, was Jessica Peterson vorschwebte, sagt die 42-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Der jetzige Laden habe eine Fläche von 77 Quadratmeter, genau das Richtige für ihre Vision. „Wir wollen den Menschen Geschichten verkaufen. Bei uns findet man deshalb ein ausgewähltes Sortiment. Ich möchte wissen, was ich in den Regalen stehen habe, damit ich den Kunden die Bücher auch guten Gewissens verkaufen kann.“

So will sich sie sich auch von der Konkurrenz abheben. Sie fürchte weder die Konkurrenz von Online-Giganten wie Amazon, noch von Buchhandlungsketten. „Ich bin sicher, dass die Kunden das Angebot annehmen. Niemand bestellt doch wirklich alles im Internet. Ich habe auch das Gefühl, dass sich gerade durch die Corona-Pandemie das Einkaufsverhalten der Menschen verändert hat. Die Menschen wissen, dass es keinen Einzelhandel vor Ort geben kann, wenn man ihn nicht unterstützt“, sagt Peterson, die mit ihrem Partner und den zwei gemeinsamen Kindern im Kasseler Stadtteil Wilhelmshöhe lebt.

Es gehöre natürlich viel Mut dazu, inmitten der Corona-Krise den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. „Sich selbstständig zu machen, ist aber immer ein Wagnis und mit viel Mut verbunden – nicht nur in Zeiten der Pandemie“, sagt die 42-Jährige und spricht dabei aus Erfahrung. Vor ihrem Bürojob hat Jessica Peterson bereits selbstständig gearbeitet. „Die äußeren Umstände waren für meine Entscheidung nebensächlich. Denn die Chance hat sich nun mal jetzt gestellt, wo die alte Buchhandlung schließen musste.“

Bücher faszinierten sie, weil man beim Lesen die Möglichkeit habe, auf Reisen zu gehen, ohne sich dafür bewegen zu müssen. „Heute Vormittag war ich noch in Kanada“, scherzt Peterson und spielt dabei auf das Buch an, das sie aktuell liest – „Der vermisste Weihnachtsgast“ von Louise Penny.

In ihrem Laden werde es eine große Auswahl an Krimis und Thrillern geben. Einen Fokus legt Peterson auch auf Kinder- und Jugendbücher. Auch im Bereich Belletristik sei sie gut aufgestellt. Sachbücher hingegen werde es nicht in großer Menge geben, sondern nur ausgewählte Werke. „Wir können aber alles bestellen. In der Regel ist das gewünschte Buch schon am nächsten Tag da“, sagt Jessica Peterson. Ansonsten wolle sie erst einmal ankommen in Baunatal und herausfinden, was sich die Kunden von der neuen Buchhandlung wünschen. So werde es ab kommendem Jahr auch Lesungen, einen Lese-Klub und andere Veranstaltungen geben.

Von Daniel Göbel

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