Herausforderung meistern

Die neue Normalität beim KSV Baunatal: Trainieren vor dem Fernseher

Sport per Videoübertragung: Esther Ndongala zeigt die Übungen (auf dem Bildschirm), Inga Kuhfuß macht die Technik.
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Sport per Videoübertragung: Esther Ndongala zeigt die Übungen (auf dem Bildschirm), Inga Kuhfuß macht die Technik. Foto: KSV Baunatal/NH

Mit Kreativität und einem vielfältigen Onlineangebot reagiert der KSV Baunatal auf die Coronakrise. Wir stellen Verein und Programm vor - und fragen: Was bietet Ihr Klub an?

Youtube-Videos statt Besuche im Sportstudio: Für Sportvereine bedeutet die Coronakrise umzudenken. Auch für den KSV Baunatal – mit knapp 8000 Mitgliedern der größte Sportverein in der Region – ist die Situation eine Herausforderung. Der Verein reagiert mit Kreativität und einem vielfältigen Onlineangebot.

 Der Verein

„Alle Normalität ist zusammengebrochen“, beschreibt Katrin Eschstruth, Vorstandsmitglied und Leiterin des Kursbereiches des KSV Baunatal, die Auswirkung des Kontaktverbots. „Wir mussten schnell neue Strukturen schaffen“ und neue Wege finden, um „die Mitglieder auf dem Laufenden zu halten.“ Einen eigenen Youtube-Kanal und eine Liveübertragung von Kursen bietet der Verein jetzt an. „Mit dem Moment,

als der Sportbetrieb eingestellt werden musste, haben wir überlegt, wie wir weiter für die Mitglieder da sein können“, sagt Studioleiter Christoph Klein.

Kostenlose Videos

Mehr als 30 kostenlose Videos gibt es auf Youtube mittlerweile bereits vom KSV Baunatal: vom kurzen Lauf-ABC über Yogaeinheiten bis zu einem 36-minütigen Bodyworkout. Lust mitzumachen? Kein Problem. Denn komplizierte Ausrüstung brauchen Sie dafür nicht. Damit zuhause jeder mittrainieren kann, kommen einfach Putzlappen, Wasserflaschen und Besenstiele zum Einsatz. Auch für Kinder und Reha-Sportler gibt es eigene Videos. Wer das Frühsportprogramm 6:30 vermisst wird ebenfalls fündig und kann mit einer Videoanleitung von Christoph Klein zuhause oder im Garten trainieren.

Vor laufender Kamera Kurse zu geben, ist für die Trainer indes eine neue Art zu arbeiten. „Wir haben einen Seminarraum in ein Filmstudio umgebaut“, sagt Eschstruth. „Es ist anders als im Kurs. Man muss ganz viel reden und erklären, um Fehlerquellen auszuschalten“, erklärt Klein.

Live für Mitglieder

Für die 2000 Mitglieder des Fitnessstudios und des Kursangebots gibt es Live-Kurse in einem virtuellen Kursraum: Vier bis fünf pro Wochentag. „Schon am ersten Tag haben mehr als 80 Mitglieder teilgenommen“, berichtet Eschstruth über den Start der Live-Kurse am 1. April. „Wir waren überrascht, wie gut das funktioniert.“ Über die App Zoom können sich die Teilnehmer per Video hinzuschalten. So können die Fitnesstrainer trotzdem persönliche Anweisungen geben. Aber alle Kurse auch online anzubieten – „das werden wir nicht leisten können“, sagt Klein.

Der Ausblick

Für Mitglieder ist eine Online-Trainingsberatung geplant, über die sie Informationen zum Training zuhause bekommen können. Auch für die Kindersportschule und die Reha-Gruppen soll es Live-Angebote geben. Die Vereinssparten wie Fußball und Handball organisieren sich jeweils eigenständig.

Ein Zukunftsmodell sieht Klein in dem Onlineangebot trotzdem nicht. „Uns fehlen die Mitglieder, der Kontakt und das gemeinsame tägliche miteinander Sport treiben“, sagt er über die Corona-Zeit. „Das ist das, was unseren Beruf ausmacht.“ Lediglich in der Ferienzeit seien Videos vielleicht auch künftig eine Möglichkeit, um digital in Kontakt zu bleiben.

Onlineangebot:Die kostenlosen Videos des KSV Baunatal sind auf dem Youtube-Kanal unter zu.hna.de/ksv zu finden. Den Zugang zum Livestream bekommen Mitglieder per E-Mail.

HNA-AKTION: Welches Angebot hat Ihr Verein?

Mit dem KSV Baunatal sind wir gestartet. Nun wollen wir weiter berichten: Wie geht Ihr Verein mit der Corona-Krise um? Wie bleiben Sie mit Ihren Mitglieder in Kontakt und wie halten Sie sich fit? Melden Sie sich bei uns: Einfach eine E-Mail an sportredaktion@hna.de schicken. Erzählen Sie uns von Ihrem Angebot, nennen Sie uns Ansprechpartner und einen telefonischen Kontakt. Wir sind gespannt auf weitere kreative Ideen aus der Region.

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