Direktzug würde Fahrzeit verkürzen

Bald zwölf Minuten schneller? NVV prüft neue Bahnverbindung von Kassel nach Baunatal

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Der Bahnhof in Baunatal-Großenritte: Bislang halten hier nur die aus Kassel kommenden Straßenbahnen der Linie 5. Aktuell prüft der NVV eine neue direkte Bahnverbindung von hier bis zum Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe. Solche eine Zugverbindung auf den Gleisen der Naumburger Kleinbahn wurde die Fahrzeit um 12 Minuten verkürzen.

Baunatal/Kassel. Der NVV plant eine neue direkte Bahnverbindung vom Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe bis zum Bahnhaltepunkt in Baunatal-Großenritte. So ließe sich die Fahrzeit um etwa zwölf Minuten verkürzen.

„Wir wollen damit die verkehrliche Anbindung Baunatals an Kassel und umgekehrt deutlich verbessern“, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms. Mit der neuen Bahnverbindung, die über die Gleise der Naumburger Kleinbahn (Hessencourrier) führen würde, „ließe sich die Fahrzeit zwischen den beiden Städten um elf bis zwölf Minuten verkürzen“, sagt Herms.

Allerdings stecken die Planungen noch in den Kinderschuhen. „Wir haben zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht einmal eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben“, sagt Herms. Allerdings liefe bereits eine Voruntersuchung. „Hierbei geht es darum, ob der Bahnhof-Wilhelmshöhe nach Prüfung aller Zugbewegungen innerhalb des Bahnhofs überhaupt noch eine Zugverbindung aufnehmen kann“. Falle das Ergebnis positiv aus, werde die Machbarkeitsstudie sofort in Auftrag gegeben.

So könnte die mögliche Bahnstrecke aussehen. Zur vollen Ansicht bitte auf das Bild klicken.

Aktuell müssen ÖPNV-Nutzer, die von Kassel-Wilhelmshöhe nach Baunatal möchten, die Buslinie 51 (Fahrzeit: 28 Minuten) oder die Straßenbahnlinien 7 und 5 mit Umstieg in Oberzwehren nutzen (Fahrzeit: 27 Minuten). Mit der neuen Bahnlinie ließe sich die Fahrzeit „nahezu halbieren“, sagt Herms. Auch für Berufspendler, die nördlich von Kassel täglich nach Baunatal fahren müssen, sei diese neue Verbindung in jeder Hinsicht gewinnbringend.

Im Herbst Ergebnisse

„Noch wissen wir nicht, wie der Zug aussehen wird, noch wissen wir nicht, wie oft er fahren wird, auch nicht, was womöglich baulich noch an der Strecke geändert werden muss und was das alles dann kostet“. All das sei erst Gegenstand der Machbarkeitsstudie, die frühestens im Juli in Auftrag gegeben werden könne. „Im Herbst würden wir dann Wissen, ob das ganze Vorhaben überhaupt darstellbar ist“, sagt Herms.

Doch schon jetzt bekommt der NVV Unterstützung in dieser Sache von der Stadt Baunatal. Längst gibt es einen Beschluss des Stadt-Parlaments, diese Bahnverbindung zu reaktivieren. Und auch das Land hat positive Signale ausgesendet. Zumindest steht die Zugverbindung Kassel-Wilhelmshöhe/Baunatal-Großenritte schon auf der Liste der untersuchungswürdigen Bahnprojekte. „All das ist für die Umsetzung des Vorhabens wichtig.

Alle beteiligten Akteure – die Stadt Baunatal, die KVG, die Hessische Landesbahn wie auch die DB Netz – müssen an einem Strang ziehen“, sagt Herms. Und natürlich das Land, das mit Fördergeldern Hilfen leisten könnte.

Für den NVV sei das Projekt eine „Herzensangelegenheit“, unterstreicht Herms. Das Ganze sei eine sehr attraktive Verbindung, die wahrscheinlich noch ungeahnte positive Nebeneffekte für den gesamten Verkehrsverbund im Raum Kassel hat. 

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