Gaststätte seit März geschlossen

Pächter der Baunataler Kulturhalle gibt auf und verlangt Auflösungsvertrag

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Das Inventar ist noch drin: Seit März ist die Gaststätte „Zum Riedesel“ an der Kulturhalle jedoch geschlossen.

Das Restauarant von Ahmad Rabanizada in der Kulturhalle Großenritte lief gut. Doch weil die Sanierung der Halle auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, musste er schließen. Nun verlangt er von der Stadt Baunatal die Vertragsauflösung und eine Ausgleichszahlung.

2017 schien es ein Glücksfall zu sein, als die Stadt Baunatal nach langer vergeblicher Suche nach einem neuen Pächter für die Kulturhalle und die angeschlossene Gaststätte mit Ahmad Rabanizada handelseinig wurde. Der in Baunatal aufgewachsene Pächter mit afghanischen Wurzeln, der im Hauptberuf als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Kassel tätig ist, und seine beiden Brüder gingen mit einem ausgeklügelten gastronomischem Konzept an den Start. Sogar ein Fernsehsender wurde aufmerksam und filmte mit einem Team. Doch nun hat Rabanizada das Handtuch geworfen.

Die Umsätze seiner Gaststätte „Zum Riedesel“ seien aufgrund der zum Ende letzten Jahres wegen brandschutztechnischer Mängel erfolgten Schließung der Kulturhalle für Veranstaltungen eingebrochen, sagt der Gastronom im Nebenberuf. 

Seit März ist die Gaststätte, die unter anderem mit ihren kulinarischen „Afghanischen Abenden“ warb, geschlossen. Rabanizada will aus dem Pachtvertrag heraus und beansprucht einen finanziellen Ausgleich für langfristige Investitionen, die er im Vertrauen auf ein längerfristiges Engagement in der Kulturhalle getätigt habe. Mit beiden Forderungen müssen sich die Baunataler Stadtverordneten noch diesen Monat in nichtöffentlicher Sitzung beschäftigen.

Pächter der Kulturhalle: Ahmad Rabanizada

Seine Befürchtungen, dass die Schließung der Kulturhalle zu einem deutlichen Umsatzverlust führen werde, hätten sich nur zu schnell bewahrheitet, berichtet Hazrat Rabanizada, einer der im Betrieb mitarbeitenden Brüder des Pächters. „Nach zwei Monaten war klar: Die Ampel steht auf Rot“, sagt er. Eine Fortführung der Gaststätte ohne die Kulturhalle sei wirtschaftlich nicht tragbar. „Wir müssten ein ganz neues Konzept erarbeiten, aber die Zeit haben wir nicht“, erklärt Hazrat Rabanizada, der ebenfalls als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni tätig ist. 

Vor der Schließung der Halle habe man schon viele Buchungen bis weit ins nächste Jahr erhalten. Personal sei für die anstehende Karnevalssaison verpflichtet und geschult worden, welches man dann wegen der Schließung der Halle nicht habe einsetzen können. Außerdem habe man viel in die Modernisierung der Küche und die Renovierung der Gasträume gesteckt. 

Entsprechende Unterlagen habe man der Stadt vorgelegt, sagt Ahmad Rabanizada. Er betont, er strebe eine einvernehmliche Lösung an, die beiden Seiten gerecht werde. In der Vergangenheit habe die Kommunikation mit den Vertretern der Stadt gut funktioniert.

Auf Anfrage teilte Pressesprecherin Susanne Bräutigam mit, der Pachtvertrag sei bis zum Neubau der Kulturhalle, mindestens aber bis 30. September 2020 abgeschlossen worden. Man sei sofort nach der Schließung der Kulturhalle mit dem Pächter ins Gespräch gekommen. Die Gaststätte könne auch ohne die Kulturhalle betrieben werden. Der Pachtvertrag beinhalte keine anderslautende Vereinbarung, sagte Bräutigam. Zur Höhe der geforderten Ausgleichszahlung machen weder die Stadt noch der Pächter nähere Angaben.

Aus dem Archiv: Kulturhalle und Max-Riegel-Halle in Baunatal: Sanierung oder Neubau

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