Basketballkörbe im Baunataler Stadtpark kommen vorerst nicht wieder

Nach hitziger Diskussion soll jetzt das Parlament entscheiden

Die Stadt Baunatal hat Körbe auf dem angrenzenden Basketballplatz abmontiert. Anwohner des Wohngebietes Am Stadtpark hatten sich über Lärmbelästigung beklagt, hier zeigen Esther Ndongala und Jascha Jacobi vom KSV baunatal eine Spielsituation ohne Korb
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Darum geht es: Die Stadt hatte die Körbe auf dem Feld an der KSV Sportwelt nach Anwohnerbeschwerden Ende Juli abmontiert. Jetzt soll es neue Gesprächstermine mit allen Betroffenen zur Zukunft des Spielbetriebes geben.

Die Basketballkörbe auf dem Spielfeld neben der KSV Sportwelt im Baunataler Stadtpark bleiben weiterhin abgebaut. Zumindest bis zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am 28. September.

Baunatal - Bei der Sitzung sollen die Parlamentarier auf einen Eilantrag der Grünen hin erneut über die Zukunft des Spielfeldes entscheiden. Das war das Ergebnis eines Treffens aller Beteiligter am Donnerstagabend im Foyer der benachbarten Max-Riegel-Halle. Vorausgegangen war eine zeitweise hitzige Debatte um das weitere Vorgehen. Die Stadt hatte die Körbe Mitte Juli nach Anwohnerprotesten über den durch das Basketballspiel verursachten Lärm kurzerhand abmontiert. Der Sport zahlreicher freier Jugendgruppen kam daraufhin zum Erliegen.

Anwohner des benachbarten Wohngebietes Am Stadtpark, Vertreter der Basketballsportler, zahlreiche Mitglieder der Fraktionen und Bürgermeisterin Silke Engler rangen jetzt bei dem Treffen zwei Stunden um einen Kompromiss. Doch dieser kam nicht zustande. Das letzte Wort hat demnach das Stadtparlament.

Zahlreiche Alternativvorschläge wurden von den Betroffenen diskutiert. Diese reichten vom Wiederaufhängen der Körbe und einer damit verbundenen zeitlichen Befristung der Spielmöglichkeit – etwa von 15 bis 18 Uhr (außer sonntags) – bis hin zur Installation von hochklappbaren Körben durch die Stadt. Diese sollten dann abends weggeklappt werden, um die Ruhe der Anwohner zu gewährleisten. Bürgermeisterin Silke Engler befürchtet aber bei dieser Variante einen hohen Personalaufwand „durch Haupt- oder Ehrenamtliche“. Der Einbau eines besonders schalldämmenden Bodens auf dem Platz am Wohngebiet gaben Engler und Bauamtsleiter Uwe Schenk mit 67 000 Euro an. Mit dem zusätzlichen Einbau eines schallmindernden Zaunes kämen auf die Kommune 90 000 Euro an Kosten zu. Engler brachte auch immer wieder eine 500 Meter entfernte Basketballanlage am Jugendzentrum als Alternative ins Gespräch. Doch mit dieser Variante tun sich die Basketballer schwer. Sie befürchten bei Schließung von einer von insgesamt zwei Spielflächen im Stadtpark, dass der Andrang auf dem verbleibenden Platz zu groß werde, wie etwa Spieler Oliver Iffert erläuterte.

Mehrere Anwohner des benachbarten Wohngebietes machten deutlich ihrem Ärger Luft. Vor allem das Dribbeln mit den Basketbällen ist für viele störend. „Die spielen hier bei 40 Grad und bei zehn Grad minus“, sagte eine Betroffene. „Die sind eigentlich immer da.“

Ein anderer Anwohner erläuterte die Auswirkungen auf das tägliche Leben so: „Wir sitzen nur noch drin.“ Und ein weiterer Nachbar betonte, dass das Dribbeln über zwölf Stunden am Tag zu hören sei. „Das ist das, was uns am meisten stört. Das ist nicht mehr auszuhalten.“

Unterschiedliche Meinungen gab es zudem über die rechtliche Grundlage für den Platz an der KSV-Sportwelt. Die Grünen als Antragsteller fürs Stadtparlament sowie Parlamentsvorsitzender Henry Richter sehen einen städtebaulichen Vertrag zwischen KSV Baunatal und Stadt als Fundament. Dort sei von einem „Basketballplatz“ die Rede.

Die Bürgermeisterin zitierte hingegen aus dem Bebauungsplan. Dort werde lediglich von einem „Ballspielplatz“ an dieser Stelle gesprochen. (Sven Kühling)

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