Wechsel an Musikschule

Peter Linnemann hört nach über 35 Jahren an der Musikschule Baunatal auf

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Sie fördern junge Musiker an Posaune und Trompete: Die Dozenten der Musikschule Baunatal Detlef Landeck (von links), Peter Linnemann und Andreas Dengel. Landeck wird Linnemanns Nachfolger.

Baunatal – Das größte Kompliment kommt vom Nachfolger: Es sei schwer, an die Arbeit anzuknüpfen, sagt Detlef Landeck, „weil der Peter Spuren hinterlassen hat“. Die Rede ist von Peter Linnemann. Er verlässt nach 35 Jahren die Musikschule Baunatal. 

Peter Linnemann hat über 35 Jahre an der Musikschule Baunatal gelehrt, hunderte Schüler mit der Posaune und dem Tenorhorn unterrichtet, die Bigband, die Swing-Band und das Posaunenorchester geformt. Im Februar endet das Angestelltenverhältnis des 65-Jährigen in dem Haus an der Friedrich-Ebert-Allee in Altenbauna, das ihm vor allem den Bigband-Sound zu verdanken hat.

Peter Linnemann ist ein Stück Geschichte der Musikschule. Insbesondere durch eine Kooperation mit der benachbarten Theodor-Heuss-Schule (THS) unter dem Titel „Bläserklassen musizieren“ lernten ihn viele Nachwuchsmusiker kennen. Manchmal, so erzählt er, klopft mir heute zum Beispiel eine Frau, die einen Kinderwagen schiebt, auf die Schulter und fragt: Hallo Herr Linnemann, kennen Sie mich noch?“

Über 20 Jahre leitete der aus Vechta im Oldenburger Land stammende Musiker das Blasorchester, die Bigband gibt es seit mehr als 30 Jahren. Und sein jüngstes Kind – die Swing-Band – ist bereits zehn Jahre alt. „Die werde ich auch weitermachen“, sagt Linnemann zum Unruhestand im Ruhestand. „Ich mache weiter als freier Mitarbeiter.“ Die Bigband wird mit 16 Musikern von Detlef Landeck übernommen. Er ist bekannter Jazzer aus Kassel und seit 2018 ebenfalls Dozent für Akkordeon und Posaune an der Musikschule. Einen Neuanfang beim Blasorchester, denn da bröckelte die Teilnehmerliste in jüngerer Zeit, soll Andreas Dengel (32) schaffen.

In seinem Metier: Peter Linnemann bei einem Auftritt der Bigband im Jahr 2012 in der Baunataler Stadthalle. Mit 65 Jahren gibt er die Leitung ab.

Leute wie Peter Linnemann brauche man auch künftig an der Musikschule, sagt Karin Menzel von der Schulleitung. Immerhin sei die Einrichtung in einem Jahr an 100 Veranstaltungen beteiligt. „Man ist permanent beschäftigt“, sagt sie und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Wir sind 24 Stunden im Dienst“. Und dann lobt auch Menzel ihren scheidenden Dozenten: „Peter Linnemann war hier eine Institution“. Der sei nie streng gewesen, sagt sie weiter, er habe eher „wie ein Rattenfänger“ gearbeitet und junge Leute einfach für die Musik begeistert.

Detlef Landeck übernimmt künftig zudem die Posaunenschüler von Linnemann. Für die Ausrichtung der Bigband ist der 55-Jährige noch offen. „Es kommt darauf an, was die Leute wollen“, sagt er. Und: Es könne sein, dass das Repertoire etwas jazziger werde. Einen Jazz-Pianisten suche er jedenfalls. Überhaupt, ergänzt Peter Linnemann, sei man offen für neue Mitglieder.

Und was macht Peter Linnemann, wenn er mal nicht in einem Ensemble oder einer Band in die Posaune bläst? „Ich repariere alte Plattenspieler und Computer.“ Ach ja, dann erwähnt der eher zurückhaltende Musiklehrer doch noch einen Punkt, der ihn besonders stolz macht. „Immerhin“, sagt er, „fünf meiner Schüler sind Berufsmusiker geworden“.

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