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Pläne für Lidl-Halle bei Baunatal gescheitert

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Von: Christina Zapf, Sven Kühling

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Mehrfach fanden Demonstrationen gegen das geplante neue Lidl-Logistikzentrum statt: Im April 2021 demonstrierten Tanja Becker (von links), Heiko Krahn, Roland Balke und Gerlinde Hickisch von der Interessengemeinschaft Hertingshausen am Rand der Parlamentssitzung in der Baunataler Stadthalle gegen das Logistikzentrum.
Mehrfach fanden Demonstrationen gegen das geplante neue Lidl-Logistikzentrum statt: Im April 2021 demonstrierten Tanja Becker (von links), Heiko Krahn, Roland Balke und Gerlinde Hickisch von der Interessengemeinschaft Hertingshausen am Rand der Parlamentssitzung in der Baunataler Stadthalle gegen das Logistikzentrum. © Sven Kühling

Lidl verkündete im Oktober 2020 seine Pläne, hinter dem Hagebaumarkt in Baunatal-Hertingshausen eine neue Logistikhalle zu bauen. Nun steht fest: Es wird kein neues Lidl-Logistikzentrum auf Edermünder Gebiet geben. Das hat das Unternehmen jetzt bekannt gegeben.

Baunatal/Edermünde – Die Halle sollte auf einer Grundstücksfläche von 180 000 Quadratmetern an der Grifter Straße vor Hertingshausen entstehen. Laut Lidl sollte die Halle rund 355 Meter lang, 125 Meter breit und 13 bis zu 25 Meter hoch werden. Sie würde eine Fläche von 45 000 Quadratmetern beanspruchen.

„Wir haben uns natürlich gefreut“, sagt Hartmut Schäfer, Sprecher der Bürgerinitiative Logistik Edermünde. „Wir konnten es kaum glauben“, sagt er. Rund um den Bau eines neuen Verteilzentrums in Edermünde, wo Lidl bereits ein Logistikzentrum hat, war es in den vergangenen Monaten still geworden. „Es gab seit Längerem keine Reaktionen mehr von Lidl“, sagt Schäfer. Deshalb hatten die Mitglieder der Bürgerinitiative Logistik Edermünde, die mehrfach zu Demonstrationen gegen die Lidl-Pläne aufgerufen hatten, schon zaghaft zu hoffen gewagt, dass das neue Verteilzentrum nicht entstehen wird. Nun ist das Vorhaben daran gescheitert, dass die Landwirte, denen die vorgesehenen Ackerflächen gehören, ihr Land nicht verkaufen wollten.

„Wir waren seit unserer Gründung 2020 sehr eingebunden und angespannt“, beschreibt Schäfer die Arbeit der Edermünder Bürgerinitiative. Nun seien alle Mitglieder erleichtert. Die Landwirte hätten mit ihrer Haltung den Ausschlag für das Scheitern der Pläne gegeben.

Auch in Baunatal gab es schon bald nach Bekanntwerden der Pläne Protest gegen den Hallen-Bau. In Hertingshausen gründete sich eine Interessengemeinschaft (IG), die regelmäßig Unterschriften- und Plakataktionen startete. Gescheitert sei das Vorhaben letztendlich daran, „dass die Bauern ihr Land nicht dafür verkaufen wollten“, berichtet IG-Sprecherin Ute Immelnkämper auf Anfrage. Mit dem Ukraine-Krieg sei zudem die Bedeutung eigener Anbauflächen für die Landwirte wieder gestiegen.

Die Gegner aus Hertingshausen befürchteten vor allem einen deutlichen Anstieg der Lkw-Bewegungen im Ort. Schließlich sollte die neue Halle unterhalb des Hertingshäuser Hagebaumarktes verkehrstechnisch an das gemeinsame Gewerbegebiet Baunatal/Edermünde angeschlossen werden.

„Das ist eine große Erlösung bei der Bevölkerung in Hertingshausen“, sagt Immelnkämper zum Stopp der Pläne durch Lidl. „Wir sind ohnehin schon durch den Verkehr schwer belastet.“

Auch Baunatals Bürgermeisterin Manuela Strube (SPD) bewertet die Lidl-Absage eher positiv. „Aus Sicht der Bürger in Hertingshausen ist die Absage des Bauprojektes von Lidl in Edermünde eine gute Nachricht“, sagt sie auf Anfrage. „Als Stadt haben wir viele Gespräche mit unserer Nachbargemeinde geführt und haben besonders die Lärmbelastung und das Verkehrsaufkommen für die Menschen in Hertingshausen kritisch gesehen“, sagt die Bürgermeisterin. Für die Gemeinde Edermünde sei der Verlauf sicherlich nicht gut. „Für die Hertingshäuser freue ich mich dennoch“, sagt Strube. (Christina Zapf und Sven Kühling)

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