Vorbereitung auf das Spiel gegen den VfL Bochum

DFB-Pokal-Kracher in Baunatal: So bereiten sich Stadt, Polizei und Verein vor

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Der letzte Auftritt des KSV Baunatal im DFB-Pokal liegt schon eine Weile zurück. In der Saison 1987/88 traf man in der ersten Runde zuhause auf den SSV Ulm 1846. Unser Foto zeigt die Spielszene, in der Wolfgang Lindemann (helles Trikot) den Ball am Ulmer Torwart Thomas Richter vorbei zum 1:1-Endstand schiebt. Das Rückspiel, das damals noch bei Unentschieden ausgetragen wurde, verlor der KSV mit 1:2.

In Baunatal steigt am Wochenende das größte Fußballspiel der jüngeren Vereinsgeschichte: Der KSV empfängt Zweitligist VfL Bochum im DFB.Pokal. Das stellt Stadt, Polizei und Ordnungsamt vor große logistische Herausforderungen.

Den 19. März wird beim KSV Baunatal so schnell niemand vergessen. Es war der Tag, an dem das Team durch einen 6:4-Erfolg im Elfmeterschießen gegen den favorisierten FC Gießen ins Finale des Hessenpokals einzog – und damit letztlich das Ticket für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals löste. Dass das Endspiel dann deutlich mit 1:8 gegen den damaligen Drittligisten Wehen Wiesbaden verloren ging, dürfte für den KSV zu verschmerzen gewesen sein. Denn zum ersten Mal seit der Saison 1987/88 tritt Baunatal wieder im größten deutschen Pokalwettbewerb an.

Und der Gegner in der ersten Runde ist nicht irgendwer, sondern der traditionsreiche Zweitligist VfL Bochum. Über 2000 Fans aus dem Pott werden am Samstag nach Baunatal reisen. Das bedeutet einen großen logistischen Aufwand, sowohl für den KSV als auch für die Polizei, die Stadt und das Sicherheits-Team der Kasseler Firma Protex. Wir haben mit den Verantwortlichen über die Verkehrssituation und die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Pokalkracher KSV Baunatal gegen VfL Bochum gesprochen.

Verantwortliche empfehlen öffentliche Verkehrsmittel

Ein besonderes Augenmerk der Verantwortlichen liegt auf der Verkehrssituation rund um das Baunataler Parkstadion, wo zum Anpfiff um 18.30 Uhr über 8000 Zuschauer auf den Rängen erwartet werden. Da mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen ist, wird empfohlen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Rad oder zu Fuß zu kommen. 

Wer doch mit dem Auto anreist, möge sich an dem extra für das Pokalspiel ausgearbeiteten Verkehrskonzept orientieren: Die heimischen Fans sollen von Süden an das Stadion heranfahren, während die Bochum-Fans von Norden kommend an das Parkstadion gelotst werden. „Die Fans aus Bochum werden über die Abfahrt Wilhelmshöhe und dann über den ersten und zweiten Kreisel in Altenritte den Weg zum Stadion finden“, sagt Friedrich Heintzemann, Vorstandsmitglied des KSV Baunatal. Die Fans aus der Region würden deshalb gebeten, die beiden Kreisel in Altenritte zu meiden. Sie fahren das Parkstadion vom Süden her an – also aus Oberzwehren und von der A 49 aus. Der große Hauptparkplatz direkt am Parkstadion soll von der Altenritter Straße aus mit Fahrzeugen aus Bochum und von der Friedrich-Ebert-Allee aus mit Fahrzeugen aus der Region aufgefüllt werden.

Zahlreiche Parkplätze an der Altenritter Straße und der Friedrich-Ebert-Allee

Weitere Parkmöglichkeiten an der Altenritter Straße befinden sich an der KSV Sportwelt, an der Max-Riegel-Halle, am Aquapark und vor dem Baunsberg-Stadion. Der Parkplatz Baunsberg-Stadion wird über den Aqua-Park und durch den Tunnel unter der Landesstraße erreicht. Außerdem werden die 750 Parkbuchten oberhalb vom Parkstadion Zug um Zug von beiden Seiten aufgefüllt. Entlang der Friedrich Ebert-Allee können weitere Parkplätze am Cineplex Kino, an der Polizeiwache, der Rundsporthalle und auf dem Parkdeck des Rathauses genutzt werden.

Für die gesamte Ansicht bitte oben rechts klicken.

Busse werden nach Angaben des KSV hinter dem Kreisel an der Straße Am Parkstadion entladen und auf dem Parkplatz der Erich-Kästner-Schule geparkt, der am Samstag ausschließlich Bussen zur Verfügung steht. Trotz der Trennung zwischen Bochumern und Einheimischen bei der Anfahrt sei vor allem vor dem Spiel mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen und Rückstaus zu rechnen, sagt Heintzemann.

Getrennt werden die Fanlager dann auch ins Stadion geleitet. Die Bochumer werden auf der Nordseite im Block A sitzen. Die Stehränge für die Auswärts-Fans befinden sich im „Käfig“, den Blocks F, G und H. Für die Einweisung der Pkw und Busse sowie die Zugangskontrolle hat sich der KSV Unterstützung bei der Kasseler Sicherheitsfirma Protex geholt, die auch in Kooperation mit Sicherheitskräften des VfL Bochum dafür sorgen soll, dass es vor dem Stadion und im Block friedlich bleibt.

Somit scheint alles angerichtet für das größte Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte. Heintzemann: „Nach realistischer Einschätzung glauben wir nicht, dass wir da in den nächsten 20 oder 30 Jahren noch mal hinkommen. Von daher ist es ein Jahrhundertspiel für uns.“ Baunatals Bürgermeisterin Silke Engler glaubt sogar an ein kleines Fußballwunder: „Ich bin optimistisch und tippe auf ein 2:1 nach Verlängerung für den KSV.“

Tickets: Für das DFB-Pokalspiel Spiel KSV Baunatal gegen VfL Bochum gibt es an der Abendkasse am Eingang Süd, Friedrich-Ebert-Allee nur noch Stehplatzkarten.

Stadt und Polizei sehen keine Gefahr für Sicherheit

Neben der Verkehrssituation spielt im Vorfeld des DFB-Pokalspiels KSV Baunatal gegen VfL Bochum vor allem das Thema Sicherheit eine Rolle bei den Verantwortlichen. 

„Ich bin überzeugt, dass beide Vereine verantwortungsvolle Fans haben“, sagt Baunatals Bürgermeisterin Silke Engler. Sie geht davon aus, dass das Spiel am Samstag „eher ein Familienfest als Randale“ und die Stimmung sportlich und fair wird. Zwar werde es zu verkehrlichen Beeinträchtigungen kommen – weswegen Engler allen Fans aus der Region eine Anreise mit dem ÖPNV empfiehlt –, dies sei bei einem Spiel dieser Größenordnung aber normal. 

Die Polizei rechnet ebenfalls mit einem friedlichen Abend. Polizeioberrat Henning Hinn vom Polizeirevier Süd-West in Baunatal, der am Samstag die Einsatzleitung innehat, sagt: „Wir haben unsere szenekundigen Beamten und sehen für Samstag ein geringes Potenzial, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte.“ Fans würden von der Polizei in die Gruppen A (friedlich), B (mitunter gewaltbereit und aggressiv) und C (gewaltbereite Hooligans) unterschieden. Aus Bochum würden am Samstag C-Fans „im niedrigen zweistelligen Bereich“, B-Fans „im niedrigen dreistelligen Bereich“ und überwiegend A-Fans erwartet, sagt Hinn. 

Unterstützung für das Spiel hat sich der KSV bei der Kasseler Sicherheitsfirma Protex geholt. Deren Geschäftsbereichsleiter Ernesto Plantera geht auch von einem friedlichen Fußballabend aus. Personal sei „der Lage entsprechend“ vor Ort. Man sei mit dem gemeinsam mit Stadt, Verein, Ordnungsamt und Polizei ausgearbeiteten Sicherheitskonzept zufrieden.

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