Bei Sommermärchen und Startbahn-West im Einsatz

Polizei-Abteilungsdirektor Ralf Flohr geht nach 45 Jahren in den Ruhestand

Hessentag in Baunatal 1999: der damalige Innenminister Volker Bouffier (links) mit Ralf Flohr (rechts), Polizeiführer des Hessentags.
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Hessentag in Baunatal 1999: der damalige Innenminister Volker Bouffier (links) mit Ralf Flohr (rechts), Polizeiführer des Hessentags.

Polizeiführer beim Baunataler Hessentag 1999, Mitglied im Polizeiführungsstab bei der Fußball-Weltmeisterschaft, Leitung der Polizeidirektion Kassel 2 – Ralf Flohr kann von spannenden Ereignissen berichten.

Baunatal/Kassel – Der Baunataler geht nach einer 45-jährigen Dienstlaufbahn Ende Januar in den Ruhestand. Flohrs Karriere begann 1975 bei der Bereitschaftspolizei in Kassel. Danach arbeitete er zwölf Jahre im Rhein-Main-Gebiet, wo er unter anderem sein Studium für den gehobenen Polizeidienst absolvierte und die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit in Frankfurt mit aufbaute. Ein prägendes Ereignis seien die Proteste gegen den Neubau der Startbahn West in Frankfurt gewesen. „Da ist man manchmal tagelang nicht aus der Einsatzkleidung rausgekommen“, sagt Flohr. Mit 1000 Einsatzkräften hat er in einem Hangar geschlafen – da sei an Nachtruhe kaum zu denken gewesen.

1987 kehrte der heute 61-Jährige nach Kassel in die Bereitschaftspolizei zurück. Nach dem Studium an der Hochschule der Polizei in Münster-Hiltrup stieg Flohr in den höheren Polizeivollzugsdienst auf. Von 1997 bis 2006 leitete er die Polizeidirektion 2 mit Sitz in Baunatal. Ein Ereignis, an das sich Flohr gern zurückerinnert, war der Hessentag in Baunatal 1999 – gerade die Zusammenarbeit mit der Stadt und weiteren Institutionen habe gut funktioniert. Im selben Jahr fanden in Kassel die Kurden-Proteste statt, bei denen Flohr ebenfalls im Einsatz war – „ich bin froh, dass das friedlich abgelaufen ist“, sagt er.

„Besonders gefallen hat mir persönlich das Sommermärchen 2006“, berichtet Flohr – in Frankfurt hat er den Führungsstab der Polizei während der Fußballweltmeisterschaft unterstützt. Unvergessen ist für ihn die Fanmeile und die Vielfarbigkeit dieses Ereignisses. Dank einer intensiven Vorbereitung ließ sich laut Flohr diese bedeutungsvolle Aufgabe gut bewältigen.

Ralf Flohr geht nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand.

2007 wechselte der verheiratete Familienvater zum Polizeipräsidium Osthessen in Fulda und übernahm die Leitung des Abteilungsstabes Einsatz, danach arbeitete er im hessischen Innenministerium. Zurück in Kassel leitete er 2011 für drei Jahre die Abteilung Zentrale Dienste beim Polizeipräsidium Nordhessen, anschließend war er als Abteilungsleiter Einsatz und stellvertretender Polizeipräsident beim Präsidium Osthessen. Flohr absolvierte zudem ein Masterstudium an der Universität Kassel, an der er als nebenamtlicher Dozent für Personalmanagement und Organisation tätig war. Der Baunataler hat sich für den Polizeisport engagiert und war jahrelang Sportbeauftragter des Landes Hessen im Deutschen Polizeisportkuratorium.

„Sicherlich freue ich mich auf den nun kommenden neuen Lebensabschnitt, verspüre aber auch eine gewisse Wehmut, da ich aus voller Überzeugung Polizist gewesen bin und den Beruf 45 Jahre mit großer Freude ausgeübt habe“, sagt Flohr.

Im Ruhestand will er mehr Zeit für die Familie, Haus und Garten finden, in seiner Doppelkopf-Runde aktiv sein und reisen, sobald die Lage es zulässt. Auch der Sport soll laut Flohr nicht zu kurz kommen. Zudem engagiert er sich weiterhin ehrenamtlich im Vorstand der Nordhessischen Fußball-Regionalauswahl. Der Polizei wird Flohr als Dozent an der Hochschule für Polizei und Verwaltung verbunden bleiben. (Lara Thiele)

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