Mehr soziale Angebote

Baunsberg-Quartier erhält Integrationsstelle - Land Hessen fördert Sozialarbeit in Baunatal

Das Kinder- und Familienzentrum am Baunsberg in Baunatal: Hier kümmert sich künftig auch eine Integrationsfachkraft um die Familien im Wohngebiet.
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Das Kinder- und Familienzentrum am Baunsberg in Baunatal: Hier kümmert sich künftig auch eine Integrationsfachkraft um die Familien im Wohngebiet.

Das Stadtteilzentrum Baunsberg in Baunatal verstärkt künftig seine sozialen Angebote durch eine neue Integrationsfachstelle.

Baunatal - Diese wird sich künftig um die Belange und Probleme von Menschen in dem Wohngebiet kümmern, die nicht aus Deutschland stammen. Das Quartier am Baunsberg hat nach Auskunft von Bürgermeisterin Silke Engler (SPD) den höchsten Anteil im Stadtgebiet an Bewohnern mit Migrationshintergrund und an Menschen, die von Sozialleistungen abhängig sind. Gerade hier müsse die Sozialarbeit intensiviert und auf den Straßen sichtbar werden, so Engler.

Die neue Stelle wird durch die Baunataler Sozialpädagogin Maryam Simani Aliabadi in einem Umfang von 30 Stunden pro Woche bekleidet. Sie war zuvor ehrenamtlich Elternpatin der Stadt Baunatal, unterstützte und beriet Familien etwa bei Behördengängen oder komplizierten Formularen.

Durch einen Förderzuschuss des Hessischen Sozialministeriums ist die Stelle finanziell für die nächsten fünf Jahre gesichert. Das Land Hessen trägt 75 Prozent der Kosten, rund 165 000 Euro. Die übrigen 25 Prozent (55 000 Euro) steuert die Stadt Baunatal aus eigenen Haushaltsmitteln bei. Unterstützt wurde das Fördervorhaben durch den Landkreis Kassel, der sich um die Bewerbung kümmerte, erklärt Landrat Andreas Siebert (SPD). Er finde das Projekt am Baunsberg „genial“. Es habe Strahlkraft über Baunatal hinaus. Solche Integrationsprojekte könne er sich auch gut für andere Kommunen im Landkreis vorstellen, unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten, sagt Siebert.

Der Fokus der neuen Integrationsfachstelle liege auf Kindern, die meist der Schlüssel seien, um Kontakt zu den Familien im Wohngebiet zu bekommen, sagt Bürgermeisterin Engler. Kinder müssten von Beginn an gute Chancen haben, am Bildungssystem teilzuhaben, sagt Frank Grasmeier, Leiter des Stadtteilzentrums.

Daher soll die neue Stelle laut Grasmeier in erster Linie ein niederschwelliges Beratungsangebot zu unterschiedlichen Fragestellungen und zur Verbesserung des Zugangs zu sozialen Beratungsstellen schaffen.

Einmal pro Monat soll ein Lerntreff stattfinden. Die Familien sollen zu ihrer Situation befragt werden, um möglichst passgenaue Angebote und Lösungen zu schaffen. Das Projekt soll die Menschen zur Selbsthilfe animieren und darin unterstützen, so Engler.

Seit 1999 bietet das Stadtteilzentrum soziale Angebote verschiedenster Art für Kinder und Erwachsene an. Über ein Städtebauförderprogramm wurden eine Erweiterung des Stadtteilzentrums und der Ausbau zu einem Kinder- und Familienzentrum in Zusammenarbeit mit den drei benachbarten Kindertagesstätten finanziert.

„Um die Familien am Baunsberg zu unterstützen, brauchen wir aber nicht nur Baumaßnahmen, sondern auch Menschen, die sich um die Familien und deren Probleme kümmern, die auf sie zugehen“, betont Grasmeier. Deshalb sei eine solche Fachstelle so wichtig. (Daniel Göbel)

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