Stadt rechnet mit Kosten von 500.000 Euro

Radweg R1: Umlegung bei Gunterhausen wird teuer - Finanzierung ungewiss

Vorsicht geboten: Radfahrer müssen in Guntershausen aufpassen, dass sie den Gabelstaplern des Sägewerks (im Hintergrund) nicht in die Quere kommen. Unfälle sind der Stadt Baunatal aber nach eigener Aussage bisher nicht bekannt.
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Vorsicht geboten: Radfahrer müssen in Guntershausen aufpassen, dass sie den Gabelstaplern des Sägewerks (im Hintergrund) nicht in die Quere kommen. Unfälle sind der Stadt Baunatal aber nach eigener Aussage bisher nicht bekannt.

Fahrradfahrer müssen auf dem R1 in Guntershausen zwischen Gabelstaplern und Lkw auf dem Gelände des Sägewerks Sinning „Spießruten“ fahren. Für eine andere Route fehlt bislang das Geld.

Doch auch nach 15 Jahren, seit denen über eine Verlegung des Radwegs nachgedacht wird, ist keine Lösung in Sicht – obwohl die Planung weitgehend steht. Es hängt offenbar am fehlenden Geld. Und die finanzielle Hürde ist laut Aussage der Stadt Baunatal inzwischen noch deutlich höher geworden. Statt der vor zwei Jahren mal geschätzten 350 000 Euro dürfte die Verlegung des Radwegs inzwischen inklusive es nötigen Grundstückserwerbs fast eine halbe Million Euro kosten.

Vor zwei Jahren war im Rahmen einer Bürgerinformation bereits weitgehend Einigkeit über die mögliche neue Trasse erzielt worden: Sie sollte hart entlang des Randes des Naturschutzgebiets der Fulda-Aue verlaufen und die Mündung der Bauna auf einer Brücke überqueren: „Die aktuelle Planung ist eine Variante aus mehreren präsentierten Vorschlägen, die als bestmögliche ausgewählt wurde“, sagt Stadtsprecherin Susanne Bräutigam. Einer der beiden Grundstückseigentümer, der dafür Flächen verkaufen müsste, habe damals schon Zustimmung signalisiert.

Die Kostenschätzung belief sich 2019 – ohne Grundstückserwerb – auf 350 000 Euro. Die weitere Planung habe dann eine „Verfeinerung des Kostenansatzes“ ergeben, teilte Bräutigam mit. Nun rechnet die Stadt mit 455 000 Euro für Radweg und Brücke – zuzüglich der Grundstückskosten. Eine Aussage zur Umsetzung dieser Planung könne heute – auch wegen der Pandemie – noch nicht gemacht werden.

Wegen möglicher Fördermittel sei die Stadt in Gesprächen mit Hessen Mobil. Die Stadt werde den neuesten Sachstand im Rahmen einer weiteren Bürgerinformation bekannt geben, teilte Bräutigam mit. Diese könne aber erst stattfinden, wenn sich die Corona-Krise entspannt habe. Dann müssten zudem die städtischen Gremien noch befragt werden.

Das Land Hessen hat aktuell Förderrichtlinien erlassen, nach denen Kommunen bis 2022 grundsätzlich finanzielle Unterstützung für den Aus- und Umbau von Radwegen beantragen können. Dafür gibt es bis zu 70 Prozent, in Einzelfällen sogar 80 Prozent Zuschüsse. Das Land will dafür jährlich 15,5 Millionen Euro ausgeben.

Dr. Klaus-Peter Lorenz, Chef der Guntershäuser SPD, hatte sich seinerzeit für die nun geplante Variante des Radwegs maßgeblich stark gemacht.

Er sei „glücklich“, dass sich das Dorf darauf geeinigt habe, sagt Lorenz. Allerdings habe sich die Haushaltslage der Stadt „sehr verschlechtert“. Er regt an, noch weitere Akteure finanziell ins Boot zu holen. Denn Baunatal profitiere nicht allein von der Verlegung des Radwegs. (Peter Dilling)

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