Sozialdemokrat löst den parteilosen Henry Richter als Baunataler Parlamentschef ab

Reiner Heine jetzt im Spitzenamt

Stadtverordnetenvorsteher
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Stadtverordnetenvorsteher

Reiner Heine ist neuer Stadtverordnetenvorsteher in Baunatal. Der 70-jährige Sozialdemokrat aus Großenritte wurde am Montag in der konstituierenden Sitzung nach der Kommunalwahl mit 23 zu 22 Stimmen zum Nachfolger von Henry Richter (parteilos) gewählt. Richter war ebenfalls wieder angetreten – als gemeinsamer Kandidat von CDU, Grünen und FDP.

Baunatal - Reiner Heine kam damit auf dem erwarteten Weg in das höchste Amt der Stadt Baunatal. Alle 23 Mitglieder der SPD-Fraktion waren in der Stadthalle dabei und stimmten wohl für Heine. Die Opposition votierte demnach mit komplett mit 22 Abgeordneten für den 51-jährigen Hertingshäuser Henry Richter.

Reiner Heine

Reiner Heine hat damit eine der größten Niederlagen in der Geschichte der Baunataler SPD aus dem Februar 2020 wieder ausgeglichen. Damals unterlag SPD-Kandidatin Anette Milas dem für viele überraschend von der CDU präsentierten Richter, der für die Grünen im Parlament sitzt. Der Kriminalbeamte bekam damals mindestens zwei Stimmen aus dem Lager der SPD-Mehrheitsfraktion. Der Stachel saß anschließend tief bei den Genossen. Milas selbst trat zur Kommunalwahl im März in Baunatal nicht mehr an.

„Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass mehr Bürger Vertrauen in die Politik gewinnen“, schrieb Altersvorsitztender Karl-Heinz Spohr (SPD) jetzt den 45 Parlamentariern ins Stammbuch. Diesem Aufruf kamen die Fraktionen bei den insgesamt 21 Tagesordnungspunkten auch weitgehend nach. Während in den vergangenen Jahren die Besetzung von Posten und Ämtern vorrangig von der SPD-Mehrheit gesteuert wurde, kam es diesmal zur Annäherung. Der FDP verschaffte man mit einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen den Einzug in Magistrat und in die Ausschüsse. Einstimmig wurde die Aufstockung auf jeweils elf Mitglieder in Magistrat und Ausschüssen beschlossen. Rein rechnerisch wären die die Freien Demokraten sonst in diesen Gremien hinten runter gefallen, obwohl sie drei Sitze im Parlament haben. Und: SPD-Fraktionschef Christian Strube erklärte, dass die Genossen bereit seien, auf zwei Vorsitze in den Ausschüssen zu verzichten und diese an die kleineren Fraktionen abzugeben.

Henry Richter bekam für seine Arbeit seit Februar 2020 Lob von seinen Unterstützern. Nachfolger Heine will jedenfalls eine von seinem Vorgänger initiierte offensichtlich erfolgreiche Einrichtung übernehmen. „Ich werde jetzt regelmäßige Bürgersprechstunden anbieten“, sagte der pensionierte Schulleiter. Außerdem versprach er, die Parlamentssitzungen „gerecht und unparteiisch“ zu leiten. Heine bedankte sich dann bei Richter, der gratulierte sogleich. (Sven Kühling)

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